Lebensdaten
1808 bis 1861
Geburtsort
Potsdam
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Schriftsteller ; Publizist ; Literaturkritiker
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 118735225 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mundt, Theodor

Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Mundt, Theodor, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118735225.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V N. N., Rechnungsbeamter;
    M N. N.;
    1839 Clara Müller (Ps. Luise Mühlbach, 1814–73), Schriftst. (s. NDB 18);
    2 T, u. a. Theodora (* 1847), Schausp.

  • Leben

    M. besuchte das Joachimsthalsche Gymnasium zu Berlin. Dort schloß er Freundschaft mit Gustav Kühne, der später sein engster publizistischer Mitstreiter wurde. Seit 1825 studierte M. in Berlin Jura, Philologie und|Philosophie. Seine Lehrer waren u. a. August Boeckh, Karl Lachmann, Friedrich v. Raumer, Leopold Ranke und Hegel. 1828 wandte sich M. nach Halle, 1830 promovierte er in Erlangen mit einer Arbeit über den Ursprung der athen. Beredsamkeit bei den Siculern. Bemühungen um eine Anstellung als Hochschullehrer in Berlin blieben erfolglos, zumal M. mit publizistischen Äußerungen gegen die restaurative Politik hervorgetreten war.

    Seine frühen erzählerischen Versuche standen unter dem Einfluß von E. T. A. Hoffmann, L. Tieck und Jean Paul. 1832 stieß er zu den Beiträgern der Leipziger „Blätter für literarische Unterhaltung“ und schloß sich der liberalen, restaurationskritischen Opposition an. Im Gefolge Heines, Börnes und Pückler-Muskaus verstand sich M. als „Zeitschriftsteiler“ der „Bewegungspartei“, wobei er das polemische Literaturkonzept seiner Vorbilder mit Vehemenz ausschrieb: Die aristokratische „Literaturperiode“ Goethes sei beendet; an ihre Stelle trete eine „mehr republikanische Literaturverfassung“, die „Philosophie, Religion und Kunst, überhaupt alle geistige Tendenzen“ vereinige („Kritische Wälder“, 1833). M.s Schriften der 1830er Jahre gaben Proben dieses literarisch-synkretistischen und politisch-operativen Programms; hier verflossen die Grenzen zwischen Novellistik, philosophischer Betrachtung, Literatur-, Religions- und Gesellschaftskritik sowie politischem Appell (Aufsätze und Novellen der Jahre 1833; „Moderne Lebenswirren“, 1834). Mit dem saint-simonistisch getönten Reiseroman „Madonna, Unterhaltungen mit einer Heiligen“ (1835), der sich scharf antikatholisch gebärdete und provokativ von der „Wiedereinsetzung des Fleisches“ handelte, geriet M. ins Visier der Bundes- und Landeszensur. Preußen verbot seine sämtlichen Schriften. Im Bundestagsbeschluß gegen das „Junge Deutschland“ vom 10.12.1835 wurde M. als einer der Hauptvertreter der vorgeblich Sitten-, religions- und staatsfeindlichen neuen Schule aufgeführt. Nach fortdauernden Auseinandersetzungen mit der Berliner Zensur bereiste M. 1837/38 Frankreich, England und die Schweiz („Spaziergänge und Weltfahrten“, 1838/39). Während eines Besuches in Hamburg knüpfte er Verbindungen zum Verlag Hammerich im liberalen dänischen Altona, um den heimischen Publikationshemmnissen auszuweichen. 1839 scheiterte ein erneuter Versuch, sich in Berlin zu habilitieren und im akademischen Staatsdienst unterzukommen. Unterstützt von seiner Frau, betrieb M. bei der preuß. Regierung seine Rehabilitierung und die Aufhebung der Ausnahmezensur. Er versicherte, von seinen früheren Auffassungen, vor allem den junghegelianischen Ideen, Abstand genommen zu haben. 1842 fielen die preuß. Sanktionen gegen die Jungdeutschen. M. erhielt durch Vermittlung Schellings und nach Zusicherung künftigen politischen Wohlverhaltens eine Privatdozentur an der Philosophischen Fakultät der Univ. Berlin. Gleichwohl erregte er wenig später erneut literarisch-politischen Anstoß („Kleines Skizzenbuch“, 1844); noch 1848 wurde er deshalb kurzzeitig als Professor der allgemeinen Literatur und Geschichte an die Univ. Breslau versetzt. Seit 1850 war M. als akademischer Lehrer, vorwiegend aber als Bibliothekar der Univ. Berlin tätig; 1853 wurde er nach einem Streit mit dem starr konservativen Historiker und Oberbibliothekar Georg Heinrich Pertz vorzeitig pensioniert.

    Seinem Naturell nach wie aus existenziellen Gründen war M. ein Mann der rastlosen, vielseitigen und stilgewandten Feder. Seine Zeitschriften und Almanache („Literarischer Zodiakus“, 1835/36; „Dioskuren für Kunst und Wissenschaft“, 1836/37; „Der Delphin“, 1838/39; „Der Freihafen“, 1838-11; „Der Pilot“, 1840-43) zeigten gelehrten Ehrgeiz, blieben jedoch meist kurzlebig: die Konkurrenz ähnlicher Unternehmen war groß, beständige Einwirkungen durch die Zensur taten ein übriges. Poetische Mittel standen M. nur in begrenztem Maße zu Gebote, oft neigte er zu pathetischen Phrasen. Seine Novellen und Romane sind heute aus anderem als kultur- und literaturgeschichtlichem Interesse kaum noch lesbar. Sie dokumentieren die vormärzlich-oppositionelle, teilweise aus der Poetologie der deutschen Romantik stammende Technik der Verschmelzung heterogener Textarten, Diskursformen und Themenbereiche. Schon die zeitgenössische Kritik zweifelte an der Lebensfähigkeit dieser „Zwittergattung von Poesie und Raisonnement“ (Ludwig Wihl, 1838). Weniger verbraucht wirken M.s Reiseberichte und Kulturbilder („Völkerschau auf Reisen“, 1840; „Pariser Kaiser-Skizzen“, 1856/57; „Italienische Zustände“, 1858/60) sowie seine biographischen Schriften („Charlotte Stieglitz, Ein Denkmal“, 1835). Seine dickleibigen historischen Romane („Thomas Müntzer“, 3 Bde., 1841; „Gf. Mirabeau“, 4 Bde., 1858; „Robespierre“, 3 Bde., 1859) ersticken an ihrer eigenen historiographischen Masse. Schätzbar als Dokumente vormärzlicher Literaturtheorie und -geschichtsschreibung sind M.s „Die Kunst der deutschen Prosa“ (1837), die „Geschichte der Literatur der Gegenwart vom Jahre 1789|bis zur neuesten Zeit“ (1842, 21853) sowie die „Ästhetik“ (1845), die der Systematik Hegels folgte, sich jedoch gegen dessen These vom geschichtlichen „Ende der Kunst“ wandte.

  • Werke

    Weitere W Ausg.: Ges. Schrr., 2 Bde., 1847. – W-Verz.: Wilpert-Gühring.

  • Literatur

    ADB 23;
    O. Draeger, Th. M. u. seine Beziehungen z. Jungen Dtld., 1909 (Neudr. 1968);
    H. H. Houben, Jungdt. Sturm u. Drang, 1911 (Neudr. 1974);
    W. Grupe, M.s u. Kühnes Verhältnis zu Hegel u. seinen Gegnern, 1928 (Neudr. 1973);
    W. Moog, Hegel u. d. Hegeische Schule, 1930;
    H. Quadfasel, M.s Lit.-kritik u. d. Prinzipien seiner „Ästhetik“, Diss. Heidelberg 1932;
    W. Dietze, Junges Dtld. u. dt. Klassik, 1957 (41981);
    F. Sengle, Biedermeierzeit, I, 1971;
    J. L. Sammons, M., A Revaluation, in: ders., Six Essays on the Young German Novel, 1972;
    W. Hömberg, Zeitgeist u. Ideenschmuggel, 1975;
    A. Gethmann-Siefert, Hegelsches gegen Hegel, Zu Th. M.s anti-hegelschem Entwürf e. Ästhetik, in: Hegel-Stud. 15, 1980, S. 271-78;
    M. Meyer, The Depiction of Woman in Gutzkow's „Wally, d. Zweiflerin“ u. M.s „Madonna“, in: Beyond the Eternal Feminine, hrsg. v. S. L. Cocalis u. K. Goodman, 1982, S. 135-58;
    H. Koopmann, Das Junge Dtld., 1993;
    Brümmer;
    Kosch, Lit.-Lex.3;
    Killy;
    DLB 133.

  • Portraits

    Holzstich nach Phot. (Bildarchiv Preuß. Kulturbes., Berlin), Abb. in: Dt. Schriftst. im Porträt, IV, hrsg. v. H. Häntzschel, 1981.

  • Autor/in

    Johannes Weber
  • Empfohlene Zitierweise

    Weber, Johannes, "Mundt, Theodor" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 588-590 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118735225.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Mundt: Theodor M. wurde am 19. September 1808 zu Potsdam als der Sohn eines Rechnungsbeamten geboren, kam frühe nach Berlin, besuchte hier das Joachimsthal'sche Gymnasium und widmete sich dann auf der dortigen Universität dem Studium der Philosophie und Philologie. Seit 1832 lebte er eine Zeit lang in Leipzig als Mitredacteur der „Blätter für litterarische Unterhaltung“, wandte sich aber dann wieder nach Berlin, um sich hier als akademischer Lehrer zu habilitiren. Doch waren seine Bemühungen erfolglos, da man M. dem sogenannten „Jungen Deutschland“ zuzählte, und so wurde er mehr und mehr in die Bahn eines Schriftstellers hineingedrängt. Nach mehreren größeren Reisen ließ er sich 1839 dauernd in Berlin nieder und verheirathete sich noch in demselben Jahre mit Klara Müller, der später unter dem Namen Luise Mühlbach (s. d.) berühmt gewordenen Schriftstellerin. Durch Schellings Verwendung wurde M. endlich 1842 Privatdocent in der philosophischen Facultät der Berliner Universität, im Jahre 1848 aber, meist wol, um ihn aus dem Herde der revolutionären Bewegung in der Hauptstadt zu entfernen, als Professor der allgemeinen Litteratur und Geschichte an die Universität Breslau versetzt. Durch die Gunst der Umstände schon 1850 nach Berlin zurückberufen, nahm er hier für kurze Zeit seine Vorlesungen wieder auf, bekleidete aber daneben, und für die Folge ausschließlich ein Amt als Universitätsbibliothekar, bis ein Streit mit Pertz seine Beseitigung mit Wartegeld zur Folge hatte. M. starb in Berlin am 30. November 1861. — Als Schriftsteller war M. ohne Frage ein Talent von großer Beweglichkeit, aber trotz seiner zahlreichen Schriften, welche die mannigfaltigsten Stoffe behandeln, ist er doch nie recht populär geworden. Seine Thätigkeit als Schriftsteller läßt sich nach zwei bestimmten Zeiträumen scheiden, von denen der erste etwa bis zum Jahre 1840 reicht und durch seine jungdeutschen Jugendarbeiten ausgefüllt wird. Den Mittelpunct derselben bildet die „Madonna, Gespräche mit einer Heiligen“ (1835), eine Mischung von Reisebildern, Novellen, Doctrinen in einem glänzenden, aber oft forcirten Stile. Der Grundgedanke dieser Arbeit ist eine Apotheose des Fleisches|und der Sinnlichkeit, die hier mit großer Ungenirtheit, an vielen Stellen sogar mit leidenschaftlicher Gluth zu Tage tritt, während in seinen ersten Romanen „Das Duett“ (1831), „Madelon oder die Romantiker in Paris“ (1832), „Der Basilisk“ (1833), die Emancipationsideen des jungen Deutschland noch in der Entwickelung verharren und ein unklarer Hegelianismus seine phantastischen Blüthen treibt. Die „Modernen Lebenswirren. Briefe und Zeitabenteuer eines Salzschreibers“ (1834) nennt Gottschall ein „Buch der Interjectionen"; der Held des Romans schwärmt als echter Repräsentant seines Volkes für alle modernen weltbewegenden Ideen, für Fortschritt, Conservatismus, Absolutismus, Aristokratie und Demokratie: das ganze ist eine Ironie auf die socialen Zustände jener Zeit. Tüchtiger als in diesen novellistischen Arbeiten erwies sich M. in seinen litterarisch-kritischen Werken ("Kritische Wälder", 1833; „Die Kunst der deutschen Prosa", 1837), besonders aber in seinen Reiseberichten „Spaziergänge und Weltfahrten“ (III, 1838—40) und „Völkerschau auf Reisen“ (1840), in denen sich geistig lebendige, gedankenreiche Schilderungen von Personen, Zuständen und Gegenden finden. Den bleibendsten Werth kann man Mundt's Charakteristiken zuschreiben, die er in der von Varnhagen veranstalteten Herausgabe des literarischen Nachlasses und Briefwechsels von Knebel lieferte, seiner Charakterisirung des Fürsten Pückler in Büchner's „Deutschem Tagebuche“ (1835) und der Charakteristik der unglücklichen Charlotte Stieglitz ("Ein Denkmal“ 1835), obwohl die Verherrlichung derselben als Märtyrerin auf ganz schiefen sittlichen Voraussetzungen beruht. Eine reiche Thätigkeit entfaltete M. in dem ersten Zeitraum seines Schriftstellerthums auch als Journalist und Publicist. Außer der politischen Flugschrift „Die Einheit Deutschlands in politischer und ideeller Entwicklung" (1832) sind hier besonders seine Zeitschriften zu erwähnen „Der litterarische Zodiakus" (1835), der einem baldigen Verbote erlag, die „Dioskuren für Kunst und Wissenschaft" (1836—37), das Taschenbuch „Delphin" (1837—38), der „Freihafen“ (1837—44) und endlich „Der Pilot“ (seit 1840). Eine große Lebensfähigkeit hatte keins dieser Journale aufzuweisen, obwol M. bemüht war, dem Journalismus eine wissenschaftliche Färbung und größeren Ernst zu geben und anerkannte Männer der Wissenschaft in die Interessen der jungen literarischen Kreise zu ziehen. — In dem folgenden Zeitraum scheidet sich Mundt's litterarische Thätigkeit in zwei Gruppen: Production und wissenschaftliche Leistungen. Die letzteren sind nicht alle von gleichem Werthe, zeichnen sich aber durch eine glänzende Stilistik aus. Am bedeutendsten ist seine „Geschichte der Litteratur der Gegenwart vom Jahre 1789 bis zur neuesten Zeil" (1842; 2. Aufl. 1853), die überhaupt zu seinen besten litterärgeschichtlichen Werken gehurt. Mit Wärme und Begeisterung geschrieben, kommen die einzelnen Entwicklungsstufen der Litteratur mit großer Uebersichtlichkeit zur Darstellung, werden besonders die hervorragenden Erscheinungen in geistvoller Weise geschildert. Weniger gründlich und übersichtlich ist Mundt's „Allgemeine Literaturgeschichte" (III, 1846), während seine „Dramaturgie oder Theorie und Geschichte der dramatischen Kunst" (II, 1849) den Stoff gewandt gruppirt, sonst aber wenig Neues bietet. Das letztere gilt auch von der '"Götterwelt der alten Völker" (1846), der „Staatsberedsamkeit der neueren Völker“ (1848) und dem „Katechismus der Politik“ (1848), die mehr für den Bildungsbedarf des Publicums geschrieben sind. Wo M. größere wissenschaftliche Anläufe zu nehmen scheint, wie in der „Aesthetik" (1845), der „Geschichte der Gesellschaft“ (1844), der „Geschichte der deutschen Stände“ (1853), bringt er doch nur alte Gedanken in neuer Form: ihm fehlt das organisatorische Denken, das er durch Reflexionen zu verbergen sucht, so daß seine Darstellung oft in Schönrednerei verläuft. Großes Interesse dagegen gewähren diejenigen Schriften Mundt's, welche die|Charakteristik der Zeit und der in ihr besonders hervortretenden Persönlichkeiten zum Gegenstande haben. Schon in seinem „Macchiavelli" (1851) beweist er, daß er in der Entwickelung eines gegebenen politischen Systems und in der Charakteristik einer bestimmten historischen Persönlichkeit ungemein glücklich ist. Mehr noch tritt dies in den Schriften „Der Kampf um das schwarze Meer" (1855), „Krim Girai, ein Bundesgenosse Friedrichs des Großen" (1855), „Italienische Skizzen“ (IV, 1858—60), „Pariser Skizzen“ (II, 1857), „Paris und Louis Napoleon“ (II, 1858) hervor. Der Held und Mittelpunct fast aller dieser Bilder ist der dritte Napoleon, und keinem andern deutschen Schriftsteller verdanken wir so gründliche Studien des zweiten Napoleonischen Kaiserreichs, seiner äußeren Politik und seiner inneren gesellschaftlichen Zustände, wie gerade M. „Seine Pariser Culturbilder sind von graciöser Lebendigkeit, die Porträts eines Pius IX., Victor Emanuel, Cavour, Mazzini, Garibaldi u. a. gehören zu den gelungensten Brustbildern von Zeitgenossen und zeichnen sich gleichmäßig durch warmes Colorit und geistvolle Auffassung aus“. Den poetischen Productionen Mundt's kann man gleiche Anerkennung nicht zollen. Seine historischen Romane „Thomas Münzer“ (III, 1841), „Graf Mirabeau" (IV, 1858), „Robespierre" (III,1859) bekunden zwar ein gründliches Studium der einschläglichen Litteratur und geben uns ein wohlgelungenes Bild von den Zeiten des Bauernkrieges und der französischen Revolution; aber die Fülle historischen Materials drückt die Poetische Gestaltung vollständig nieder, und letzterer kann auch weder durch die geistreichen und blendenden Gedanken noch durch den blumenreichen und phrasenhaften Stil aufgeholfen werden. Noch unbedeutender ist „Mendoza, der Vater der Schelme" (II, 1847). Der Roman „Die Matadore“ (II, 1850) behandelt den Grundgedanken, daß unsere Zeit keine großen Männer und Helden mehr hervorbringt, sondern nur Matadore; aber die dichterische Verwirklichung dieses Gedankens fehlt und wird am allerwenigsten durch das Heranziehen aller möglichen Verhältnisse und das Besprechen aller auf der Tagesordnung stehenden Fragen erreicht. Viel ansprechender sind Mundt's kleinere Romane und Novellen, von denen besonders „Carmela oder die Wiedertaufe“ (1844) hervorzuheben ist; in diesem kleinen Roman ist es dem Dichter gelungen, Bild und Idee künstlerisch zu verknüpfen.

    • Literatur

      Männer der Zeit, (Leipzig 1862) I, S. 427. — H. Kurz. Geschichte der deutschen Litteratur, IV, S. 671. — R. Gottschall, Die deutsche Nationallitteratur des 19. Jahrhunderts, II, S. 104 ff. — Koner. Gelehrtes Berlin im Jahre 1845, S. 252.

  • Autor/in

    Brümmer.
  • Empfohlene Zitierweise

    Brümmer, Franz, "Mundt, Theodor" in: Allgemeine Deutsche Biographie 23 (1886), S. 10-12 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118735225.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA