Lebensdaten
1814 bis 1873
Geburtsort
Neubrandenburg (Mecklenburg)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Schriftstellerin
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118585754 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Müller, Clara (eigentlich, Mühlbach ist Pseudonym)
  • Mundt, Clara (verheiratete)
  • Müller, Klara (eigentlich)
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Zitierweise

Mühlbach, Luise, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118585754.html [19.04.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich Andreas Müller (1784–1830), 1816 Bgm. in N., Hofrat, S d. Christoph Ludwig (* 1754), Präpositus in Penzlin, u. d. Anna Regina Pfuhl (1767–1845) aus Penzlin;
    M Friderica, T d. Adolph Friedrich Georg Strübing, Landsyndikus u. Hofrat, u. d. Maria Dorothea Henriette Jacobi; B Hermann Müller-Strübing (1812–93), klass. Philol. (s. Bursian-BJ 95; Grewolls); - 1839 Theodor Mundt (1808–61), Schriftst. (s. NDB 18);
    2 T Theodora (* 1847), Schausp., Therese (Thea) Ebersberger (s. W).

  • Leben

    M.s Elternhaus war ein gesellschaftliches Zentrum, in dem sich Verwandte und Freunde sowie Vertreter des Hofes, Politiker und Beamte regelmäßig zu politischem Meinungsaustausch, gemeinsamer Lektüre und musikalischen Veranstaltungen trafen. Die 13jährige M. ging bei einem Nagelschmied und einem Leineweber in die Lehre. Nach dem frühen Tod des Vaters begann sie zu reisen, u. a. in die Schweiz und nach Italien, und erste Texte zu schreiben. Sie befreundete sich mit der 10 Jahre älteren Gfn. Ida Hahn, suchte den Kontakt mit bekannten Dichtern (Ludwig Tieck) und begeisterte sich für die Werke der Jungdeutschen. Seit 1834 korrespondierte sie mit ihrem späteren Ehemann Theodor Mundt, dem sie eigene Manuskripte und Entwürfe zur Beurteilung schickte. Zunächst in Breslau (1848–50), später in Berlin (seit 1851), führte M. einen Salon, in dem sich zahlreiche Schriftsteller, darunter Friedrich Hebbel, Karl August Varnhagen v. Ense, Adolf Glassbrenner, Moritz Gottlieb Saphir, Karl Gutzkow, Berthold Auerbach, Karl v.|Holtei, der Komponist Giacomo Meyerbeer, prominente Schauspieler und Sänger, der Gelehrte Adolf Stahr sowie Vertreter der geistig interessierten Aristokratie trafen.

    1838 debütierte M. mit dem Roman „Erste und letzte Liebe“. In ihrem dem Vormärz zuzuordnenden Werk (1838–19) überwiegt die Kritik an der Situation der Frau: Sie greift Themen wie Mädchenerziehung, Konvenienzehe, Scheidung und weibliche Berufstätigkeit auf (z. B. in „Eva, Ein Roman aus Berlin“, 1844) und wendet sich gegen Prostitution, soziale Ächtung lediger Mütter sowie die Ausbeutung weiblicher Arbeitskraft (Das Mädchen, in: „Frauenschicksal, Erster Theil“, 1839). Zeitgenossen bezeichneten sie deshalb als „deutsche George Sand“. Das 1849 erschienene dreibändige Porträt der ersten engl. Berufsschriftstellerin, Aphra Behn (1640–89), beschreibt den Aufstieg einer selbständigen, den Konventionen von Ehe und Familie sich verweigernden Frau zur literarischen Attraktion der höfischen Gesellschaft. Seit 1850 schrieb M. vor allem Geschichtsromane, die sie auf mehrere Bände anzulegen und damit zu sicheren Leihbibliothekserfolgen zu machen wußte. Zahlreiche Übersetzungen beweisen ihre Popularität. Ihre Stoffauswahl orientierte sich an patriotischen Höhepunkten der preuß. und österr. Geschichte des 17. und 18. Jh. („Von Solferino bis Königgrätz“, 3 T., 1869/70) sowie an aktuellen politischen Ereignissen, etwa dem Kulturkampf („Protestantische Jesuiten“, 6 Bde., 1874). Im Mittelpunkt ihrer Romane und Erzählungen stehen u. a. die hohenzollerschen Regenten („Friedrich der Große und sein Hof, 1855; „ Kaiser Wilhelm und seine Zeitgenossen“, 1873) und bedeutende Frauen der Weltgeschichte („Die letzten Lebenstage Katharinas II.“, Hist. Novelle, 1859; „Marie-Antoinette und ihr Sohn“, Hist. Roman, 6 Bde., 1867).

    Im Vorwort zur Porträtsammlung „Deutschland in Sturm und Drang“ (17 Bde., 1867/68) verteidigt M. ihre Konzeption des historischen Romans mit dem Verweis auf das Unterhaltungsbedürfnis der Leser. Für ihre umfangreichen Vorarbeiten zog sie stets zahlreiche Quellen heran, verwertete eigene Erfahrungen als Gesellschafterin einer Gräfin und nutzte ihre vielfältigen Kontakte zum preuß. Hof und zum Adel, um intime Details und Anekdotisches zu verarbeiten. Auf Einladung des Vizekönigs hielt sie sich 1869 zur Eröffnung des Suezkanals und im Winter 1870/71 in Ägypten auf. Ihre in Briefform gehaltenen Reisebeschreibungen, die als Vorabdruck in der „Wiener Tagespresse“ erschienen, schildern touristische Höhepunkte einer Orientreise aus der Perspektive der kulturell überlegenen Europäerin. Im Frühjahr 1873 reiste M. als Berichterstatterin des New York Herald für die Weltausstellung nach Wien. Für die amerikan. Zeitung verfaßte sie Porträts von Moltke, Bismarck, Kaiser Wilhelm I., Pius IX., die als Grundlage für spätere Nekrologe dienen sollten.

  • Werke

    Weitere W Nach d. Hochzeit, 4 Novellen, 2 T., 1844;
    Hofgeschichten, Hist. Roman, 1862;
    Maria Theresia u. d. Pandurenobrist Trenck, Hist. Roman, 2 Bde., 1861/62;
    Der Große Kurfürst u. seine Zeit, 1865/66;
    Kaiserin Claudia, Prinzessin v. Tirol, Hist. Roman in 3 Bden., 1867;
    Reisebriefe aus Ägypten, 2 Bde., 1871;
    Mohammed Ali, d. morgenländ. Bonaparte, 8 Bde., 1872;
    Der Dreißigjährige Krieg, 6 Bde., 1873. – Ausgg.: Kleine Romane, 21 Bde., 1860-66;
    Ausgew. Werke, 15 Bde., 1867–69. – Th. Ebersberger (Hrsg.), Erinnerungsbll. aus d. Leben L. M.s, 1902 (P).

  • Literatur

    ADB 22;
    R. Möhrmann, Die andere Frau, Emanzipationsansätze dt. Schriftstellerinnen im Vorfeld d. 48er Rev., 1977;
    W. H. McClain u. L. E. Kurth-Voigt, C. Mundts Briefe an H. Costenoble, Zu L. M.s hist. Romanen, in: Archiv f. Gesch. d. Buchwesens 22, 1981, Sp. 917-1250;
    dieselben, L. M.s Historical Novel, The American Reception, in: Internat. Archiv f. Soz.gesch. d. dt. Lit. 6, 1981, S. 52-77;
    A. Schweitzer u. S. Sitte, Tugend – Opfer – Rebellion, in: H. Gnüg u. R. Möhrmann (Hrsg.), Frauen Lit. Gesch., 1985, S. 144-65;
    A. Pelz. Europäerinnen u. Orientalismus, in: dies., M. Schuller, I. Stephan, S. Weigel, K. Wilhelms (Hrsg.), Frauen – Lit. – Politik, 1988, S. 205-18;
    C. Lausch-Jäger, Eine Dame besichtigt d. Orient, L. M. 1814-73, in: L. Potts (Hrsg.), Aufbruch u. Abenteuer, Frauen-Reisen um d. Welt ab 1785, 1988, S. 65-79;
    Brümmer;
    Kosch, Lit.-Lex.3;
    G. Brinker-Gabler u. a., Lex. d. dt.sprach. Schriftstellerinnen 1800-1945, 1986;
    Killy.

  • Autor

    Lydia Schieth
  • Empfohlene Zitierweise

    Schieth, Lydia, "Mühlbach, Luise" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 269 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118585754.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Mühlbach: Luise M., Pseudonym für Klara Mundt, war die Tochter des Oberbürgermeisters Müller zu Neubrandenburg in Mecklenburg-Strelitz und wurde daselbst am 2. Januar 1814 geboren. Ziemlich sorgfältig in der kleinen Provinzialstadt erzogen, vervollkommnete sie ihre Bildung aus selbständigem Streben durch Lektüre und durch Versuche, ihre poetischen Gedanken in schriftliche und druckbare Form zu bringen. Reisen kamen hinzu, um ihren aufgeweckten und empfänglichen Geist anzuregen und sie mit warmer Verehrung für die Litteratur zu erfüllen. Sie schwärmte für die Modeschriftsteller jener Zeit, für H. Heine, K. Gutzkow. Börne und besonders für Theodor Mundt, dessen Studien über die Frauen in seinen Romanen ihn damals bei einem großen Theil des weiblichen Geschlechts interessant machten. Klara Müller begann Nachahmungen dieser im Grunde krankhaften Manier der damaligen schönen Litteratur; sie sandte ihre Versuche an Mundt und kam darüber mit ihm in einen empfindsamen Briefwechsel, der später zu persönlicher Bekanntschaft und 1839 zur ehelichen Verbindung führte. Mit Ausnahme zweier Jahre, die sie an der Seite des Gatten in Breslau verlebte, hat sie ihren Wohnsitz stets in Berlin gehabt, von hier auch, besonders nach dem Tode Mundt's (1861) mehrere größere Reisen unternommen, deren eine sie sogar nach Aegypten führte. Im August 1873 von einem heftigen Leberleiden befallen, erlag sie demselben am 26. Septbr. 1873. — M. hat als Schriftstellerin eine erstaunliche Productivität entwickelt; denn sie hat im Laufe von 36 Jahren den Büchermarkt mit nicht weniger als 290 Bänden überschwemmt, eine Leistungsfähigkeit, mit der die bandwurmgleiche Erzeugungskraft vieler Schriftsteller nicht Stich halten konnte. Nehmen wir von diesen Schriften die wenigen Reiseberichte aus ("Federzeichnungen auf der Reise nach Italien", 1846—"Federzeichnungen auf der Reise nach der Schweiz", 1864—"Reisebriefe aus Aegypten", 1871), die übrigens zu ihren hervorragenderen Leistungen gehören, so läßt sich der Rest in zwei große Gruppen scheiden. Die erste umfaßt ihre socialen Romane, womit sie ihre schriftstellerische Thätigkeit eröffnete. Von ihnen behauptet zwar ihr Gatte in seiner "Litteratur der Gegenwart", "daß in ihnen für die socialen Conflicte der Zeit Verföhnung erstrebt werde"; aber dieses Urtheil ist ziemlich vereinzelt geblieben und höchstens von den wildesten Vertretern der Frauenemancipation gebilligt worden. Heute ist die Literaturgeschichte wohl darüber einig, daß kaum etwas Unweiblicheres von einem Weibe geschrieben worden sei, als die frühesten Romane der Mühlbach, die nichts weiter als die ausführlichsten Schandgemälde bieten, in denen Gift, Dolch, Ehebruch, Nothzucht und Blutschande mit der größten Behaglichkeit sich breit machen. Gleich in ihrem ersten Roman "Erste und letzte Liebe" (1838) steht man höchst edle Menschen mit vollem Bewußtsein Sünden und Verbrechen begehen, als sei dies etwas ganz Natürliches. Selbstverständliches. Ihr Roman "Frauenschicksal" (II, 1839), der in 4 Abtheilungen "das Mädchen, die Gattin, die Dame, die Fürstin" schildert, scheint geradezu für ein Grisettenpublikum geschrieben zu sein. Auch in "Justin" (1843) wird Laster und Sünde, Ehebruch und Maitressenwirthschaft in den glühendsten Farben geschildert. Dem Leben und Treiben Berlins entnimmt sie den Stoff zu den Romanen "Eva. Ein Roman aus Berlins Gegenwart" (III, 1844) und "Ein Roman in Berlin" (III, 1846). In ihnen bringt sie den Gedanken zur Durchführung, daß religiöse und politische Heuchelei aller Sittlichkeit den Todesstoß gebe. So richtig dieser Gedanke ist, so widerlich ist die Ausführung desselben, die sich fortwährend in moralischem Schmutz bewegt. Aehnlich sind die "Hofgeschichten" (III, 1847), "Aphra Behn" (III, 1849), "Der Zögling der Gesellschaft" (II, 1850), "Die Tochter der Kaiserin" (II, 1848), "Die letzten Lebenstage Katharinas II." (1859), in denen mitten im Schoße der modernen Gesellschaft eine wahre Vegetation von Verbrechen emporwuchert. — Die beiden letzten Romane leiten uns hinüber zu der zweiten Gruppe, zu den historischen Romanen der M. Hier nimmt die Phantasie der Dichterin "einen maßvolleren Flug, ihr Stil gewinnt eine gebildetere Färbung und jene effecthaschende, socialistisch-prickelnde, durch Roheit der Phantasie und der Zeichnung verletzende Darstellung ihrer ersten Romane, welche an die neufranzösische Schule erinnern, weicht einer gesetzteren, minder gewaltsamen Darstellungsweise". Aber die Art und Weise, wie alle diese Romane zusammengeschmiedet sind, raubt ihnen doch jene Vorzüge, die man an guten historischen Romanen zu finden gewohnt ist. Mag das Quellenstudium der Verfasserin noch so gründlich sein, wie es bei der Aufführung geeigneter Kraftstellen unter der bedeutungsvollen Etiquette "Eigene Worte" oder "Historisch" den Anschein hat, so sind doch die historischen Elemente ohne Kritik aus allen möglichen Büchern zusammengesucht und hängen mit den frei erfundenen Begebenheiten nur ganz äußerlich zusammen. Daß bei der verzweifelten Hast, mit der M. in einem Jahre die Leihbibliotheken oft mit zwölf Romanbänden versorgte, an eine künstlerische Durcharbeitung des Stoffes nicht zu denken ist, liegt auf der Hand. Ihr erster derartiger Roman, übrigens der besseren einer. "Johann Gotzkowsky, der Kaufmann von Berlin" (III, 1850), bildete nur den Vorläufer eines Romancyclus, in welchem sie den großen Preußenkönig Friedrich II. zu verherrlichen suchte. Man muß es der Verfasserin lassen, daß sie in der Wahl interessanter Stoffe glücklich ist, und der sich in 7 Auflagen bekundende Erfolg des Romans "Friedrich der Große und sein Hof" (III, 1858) mit den Fortsetzungen "Berlin und Sanssouci, oder Friedrich der Große und seine Freunde" (IV, 1853), "Friedrich der Große und seine Geschwister" (VI, 1854) ist nicht allein dem Reichthum an kecken Griffen in der Charakteristik, nicht allein der Lebendigkeit in der Schilderung und der Gewandtheit zuzuschreiben, die pikantesten Anekdoten an den epischen Faden zu reihen, sondern er gründet sich vielmehr auf dem Interesse, welches das Publikum seinem geliebten Könige allezeit entgegengebracht hat. Aber dieser Erfolg bestimmte die Verfasserin, mit wahrem Heißhunger nach ähnlichen Romanhelden zu suchen und sie in einer Unzahl von Romanen zu mißhandeln. So folgten " Kaiser Joseph II. und sein Hof" (XII, 1855), "Königin Hortense" (II, 1856), "Napoleon in Deutschland" (4 Abth. 1858—59), "Karl II. und sein Hof" (III, 1858), " Erzherzog Johann und seine Zeit" (XII. 1859—63), "Kaiser Leopold II. und seine Zeit" (III, 1860), "Kaiserin Josephine" (III. 1861), "Franz Rakoczy" (II, 1861), "Maria Theresia und der Pandurenoberst Trenk" (IV, 1861—62), "Prinz Eugen und seine Zeit" (VIII, 1864), "Der Graf von Benjowsky" (IV, 1865), "Der große Kurfürst und seine Zeit" (XI, 1865—66), "Kaiserin Claudia" (III, 1867), "Marie Antoinette und ihr Sohn" (VI, 1867), " Kaiser Alexander und sein Hof" (IV, 1868), "Kaiser Ferdinand II.|und seine Zeit" (V, 1868—70), "Von Solferino bis Königsgrätz" (XII, 1869 bis 1870), " Kaiser Joseph und sein Landsknecht" (IV, 1870), ja selbst ihre letzte Reise (nach Aegypten) mußte der Verfasserin Stoff liefern zu drei Romancyclen über Mehemed Ali ("Mehemed Ali und sein Haus", IV, 1871; "Mehemed Ali's Nachfolger", IV, 1872; "Mehemed Ali, der morgenländische Bonaparte", IV, 1872). Und wenn einem Beurtheiler der Mühlbach'schen Romane sich 1871 die unabweisliche Befürchtung aufdrängte, "daß der deutsche Kaiser Wilhelm und seine Zeit auch werde daran glauben müssen", so war dieselbe wohl gerechtfertigt. Hätte der Tod der Verfasserin nicht die Feder aus der Hand genommen, sie wäre sicherlich nicht bei dem einbändigen Roman " Kaiser Wilhelm und seine Zeit" (1873) stehen geblieben und hätte vielleicht die Erfolge Gregor Samarow's auf diesem Gebiete bedeutend beschnitten. — Außer diesen größeren Werken der Verfasserin sind noch besonders verschiedene Novellensammlungen zu erwähnen, von denen die frühesten "Zugvögel" (II, 1840), "Novellenbuch" (1841), "Novellen und Scenen" (1845) ganz den Charakter ihrer Erstlingsromane tragen. Auf einem höheren, geläuterten Standpunkte stehen das "Historische Bilderbuch" (II, 1855), "Neues Bilderbuch" (II, 1862), die "Historischen Lebensbilder" (II, 1864), "Novellen" (IV, 1865), vor allen aber die "Historischen Charakterbilder" (IV, 1856), unter denen sich der "Prinz von Wales" und "Die Franzosen in Gotha" vortrefflich abheben. — M. war ohne Frage ein Talent; leider ist dasselbe im trüben Strome der Vielschreiberei untergegangen und schon jetzt der wohlverdienten Vergessenheit anheimgefallen.

    • Literatur

      Frauen der Zeit (Leipzig 1862). — Heinrich Kurz' Geschichte der deutschen Nationallitteratur, IV, 665. — Rud. Gottschall's deutsche Nationallitteratur des 19. Jahrh., IV, 160. — Mamroth, Die Frauen auf dem Gebiete des modernen deutschen Romans, 1871.

  • Autor

    Franz Brümmer.
  • Empfohlene Zitierweise

    Brümmer, Franz, "Mühlbach, Luise" in: Allgemeine Deutsche Biographie 22 (1885), S. 458-460 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118585754.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA