Lebensdaten
1892 bis 1982
Geburtsort
Mannheim
Sterbeort
Lindau/Bodensee
Beruf/Funktion
Papierchemiker ; Verbandsfunktionär
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 128262346 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Müller, Hellmuth (bis 1920)
  • Müller-Clemm, Hellmuth
  • Müller, Hellmuth (bis 1920)
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Porträt(nachweise)

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Zitierweise

Müller-Clemm, Hellmuth, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128262346.html [23.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Georg Müller (1862–1906) aus Berlin, Major, S d. David (1828–77) aus Königslutter, Dr. phil., Prof. d. Gesch. an d. TH Karlsruhe, u. d. Ilse Katharina Henriette Meyer (1832–1891) aus Gebhardshagen b. Salzgitter;
    M Anna (1868–1956), T d. Carl Clemm (1836–99), Chemiker u. Industrieller (s. NDB III), u. d. Maria Hoff (1843–1906);
    B Wolfgang (1891–1972), Verlagsleiter u. Autor, Kurt (1897–1970), seit 1923 in d. USA, Hoteldir.;
    Gutach (Breisgau) 1921 Annie (1900–85), T d. Julius Gütermann (1857–1918) aus Wien, Seidenfabr. in Gutach, u. d. Aletta van Mannekus (1870–1948) aus Leiden;
    4 S (1 ⚔), u. a. Heinz (* 1923), Tierarzt, Berndt (* 1923), Graphiker, beide in Victoria (Kanada), Dieter (* 1929), Bank- u. Industriekaufm.

  • Leben

    M. absolvierte in Konstanz das Abitur und nahm als Reserveoffizier am 1. Weltkrieg teil. Dann studierte er an den Universitäten Heidelberg und Freiburg (Breisgau) Chemie, wurde 1921 mit einer Arbeit zur Kenntnis der Sulfitlauge promoviert und trat anschließend in die Zellstoffabrik Waldhof ein. 1927 erhielt er Prokura, wenig später wurde er stellvertretendes, 1933 ordentliches Vorstandsmitglied des damals größten europ. Zellstoffkonzerns. Schwerpunkte seiner Tätigkeit waren die Fertigung von Papier- und Kunstseidezellstoffen sowie die Modernisierung und Neukonzipierung von Produktionsstandorten. M. schied 1946 aus dem Waldhof-Konzern aus und wirkte fortan als Berater der Zellstoff- und Papierindustrie.

    Besondere Bedeutung erlangte seine Tätigkeit für den Verein der Zellstoff- und Papier-Chemiker und -Ingenieure (Verein Zellcheming), den er 1933-42 und erneut 1948-62 leitete. Seiner Initiative ist zu verdanken, daß 1938 die Forschungsstelle Papiergeschichte geschaffen wurde, die der Verein bis 1973 am Gutenberg-Museum in Mainz als wissenschaftliche Arbeitsstätte unterhielt und anschließend an das Deutsche Museum in München übertrug. Als Vorsitzender des Kuratoriums für Forschung und Nachwuchsausbildung des Verbandes Deutscher Papierfabriken befaßte sich M. mit Fragen berufsspezifischer Qualifizierung. Er setzte sich nach dem 2. Weltkrieg für die Wiederherstellung der Hochschulinstitute für Papierfabrikation und Cellulosechemie in Darmstadt ein und gründete 1949 am Oskar-v.-Miller-Polytechnikum in München die für die Ausbildung von Fachingenieuren bestimmte Abteilung Papiertechnik. Ebenfalls in München entstand auf M.s Initiative 1950 die Papiertechnische Stiftung, die Auftragsforschungen durchführt. M. war Stellvertretender Präsident der 1954 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Industrieller Forschungsvereinigungen (AIF). Internationale Bedeutung erlangte er durch das 1956 geschaffene Comité Européen de Liaison pour la Cellulose et le Papier (EUCEPA), das alle auf den Gebieten Zellstoff und Papier wissenschaftlich tätigen europ. Verbände zusammenführte und als dessen Präsident M. bis 1959 füngierte. 1984 gründete der Verein Zellcheming den nach M. benannten Förderverein zur Unterstützung von Absolventen der TH Darmstadt und der Fachhochschule München.|

  • Auszeichnungen

    Ehrensenator d. TH Darmstadt (1939, erneut 1962); Dr.-Ing. E. h. (TH Darmstadt 1968); Goldmedaille d. TH Darmstadt (1963); Ehrenpräs. d. EUCEPA u. d. Ver. Zellcheming; Gr. Bundesverdienstkreuz (1959).

  • Werke

    Zur Kenntnis d. Sulfitlauge, Diss. Heidelberg 1921 (ungedr.), Auszug in: Jahreshh. d. Univ. Freiburg i. Br. 1920/21, VI, S. 26 f.;
    Die Cellulose-Industrie im Verhältnis z. Rohstoffbasis, 1937 (Vortrag);
    Die Fachrichtung d. akadem. Papiering.-wesens d. TH Darmstadt, in: Das Papier 15, 1961, S. 121-26;
    Die akadem. Ausbildung d. Cellulosechemiker an d. TH Darmstadt, ebd., S. 219-22.

  • Literatur

    Fünfzig J. Ver. d. Zellstoff- u. Papier-Chemiker u. -
    Ingenieure, 1955, S. 121 f. (P);
    J. A. Raimar, Der Gründerkreis d. chem. Industrie im Rhein-Neckar-Raum, bes. d. BASF (Forts.), in: Pfalz. Fam.- u. Wappenkde. 15, 1966, Bd. 5, H. 9, S. 271-81;
    Wbl. f. Papierfabrikation 95, 1967, Nr. 22, S. 884;
    Das Papier 16, 1962, S. 753 (P);
    ebd. 21, 1967, S. 854 f.;
    ebd. 26, 1972, S. 771-73;
    ebd., 31, 1977, S. 548 f.;
    W. Brecht, ebd. 36, 1982, S. 150;
    Allg. Papierrdsch. v. 20.6.1978 (P).

  • Autor/in

    Frieder Schmidt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmidt, Frieder, "Müller-Clemm, Hellmuth" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 492 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128262346.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA