Lebensdaten
1904 bis 1994
Geburtsort
Jaegersborg (Gentofte, Seeland, Dänemark)
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Kunsthistorikerin
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118585290 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Müller-Christensen, Sigrid
  • Christensen, Sigrid Flamand-
  • Christensen, Sigrid Müller-
  • mehr

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Zitierweise

Müller-Christensen, Sigrid, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118585290.html [26.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Niels Christian Christensen (1867–1939), Architekt in Kopenhagen (s. L), S d. Rasmus u. d. Anna Nielsen;
    M Ingeborg (1877–1970), T d. Oscar Flamand (1854–1936), Fabr. in Kopenhagen, u. d. Frederike Lauritzen (1856–1921);
    Gentofte 1934 Theodor (1905–96) aus Ingolstadt, Kunsthistoriker, Gen.dir. d. Bayer. Nat.mus. in M., S d. Albert Müller (1866–1940), Architekt in Stuttgart, u. d. Else Krall (1876–1936/37) aus London; kinderlos.

  • Leben

    In einem an zeitgenössischer Architektur und Kunsthandwerk aktiv teilnehmenden Elternhaus aufgewachsen, studierte M. Kunstgeschichte und promovierte 1931 in München bei Wilhelm Pinder mit einer Arbeit über „Die männliche Kleidung in der süddeutschen Renaissance“ (1934). Danach war sie bis zu ihrer Heirat in Kopenhagen am Kunstindustrimuseum tätig. Neben zahlreichen kleineren Beiträgen und Rezensionen bezeugen zwei Monographien ihre zeitlebens enge Beziehung zur dän. Kunst und den Textil- und Kostümsammlungen der Kopenhagener Museen. In München entstand aus der Beschäftigung mit der Kunstgeschichte des europ. Möbels zunächst eine vorbildliche und mehrfach wiederaufgelegte Übersicht (Alte Möbel, 1948). Danach richtete sich M.s Interesse verstärkt auf die Erforschung und insbesondere Konservierung der textilen Kunst. Für letztere gab es damals in Deutschland weder entsprechende Einrichtungen noch wissenschaftliche Vorarbeiten. M. baute seit 1949 im Bayer. Nationalmuseum eine Textilrestaurierungswerkstatt auf, die sich zunächst den mittelalterlichen Paramenten des süddeutschen Raumes widmete. Anregungen und Erfahrungen bis zurück in die 20er Jahre kamen aus Skandinavien, vor allem aus Stockholm. 1955 wurden in einer eindrucksvollen Ausstellung die bis dahin konservierten Stücke aus Andechs, Augsburg, Aschaffenburg, Bamberg, Brixen, Niederaltaich, Ottobeuren, Passau und Regensburg der Öffentlichkeit vorgestellt, darunter erstmals die Gewänder des 1047 verstorbenen Papstes Clemens II. aus seinem Grab im Bamberger Dom. Die Fülle der hier gewonnenen neuen Erkenntnisse publizierte M. 1960 und schuf damit die Grundlage für die späteren Untersuchungen zur Seiden- und Bortenweberei und zu den Paramenten des hohen Mittelalters. Mit der Konservierung und wissenschaftlichen Bearbeitung der Textilien aus den Speyerer Kaiser- und Bischofsgräbern setzte M. diese Studien fort. Das zusammen mit M. Schuette 1963 herausgegebene „Stickereiwerk“ präsentierte zum ersten Mal einen wohl abgewogenen Einblick in den Reichtum gestickter Arbeiten von der Antike bis um 1900. – In der von M. bis in die 70er Jahre geleiteten Münchner Textilrestaurierungswerkstatt wurden im Hinblick auf Methoden und Techniken Maßstäbe erarbeitet und gesetzt, die – obwohl seither durch ständige Erfahrung weiterentwickelt – in ihrem Konzept nichts von ihrer grundsätzlichen Gültigkeit verloren haben. Sie wirken über M.s Schülerinnen, die das Gelernte in neue Werkstätten in Hamburg, Stuttgart, Nürnberg und Riggisberg (Schweiz) einbrachten und mittlerweile bereits an eine dritte Generation von Textilrestauratorinnen weitergegeben haben, fort.|

  • Auszeichnungen

    Gründungsmitgl. d. „Centre international d'étude des textiles anciens“, Lyon; Medaille „bene merenti“ in Silber d. Bayer. Ak. d. Wiss. (1965).

  • Werke

    Weitere W De Danske Kongers kronologiske Samling paa Rosenborg, Kongedragterne fra 17. og 18. Aarhundrede, 1940;
    Alte Möbel, Vorn MA bis z. Biedermeier, 1948 (101988 u. d. T. Alte Möbel, Vom MA bis z. Jugendstil);
    Kronborgtapeterne, 1950 (mit M. Mackeprang);
    Sakrale Gewänder d. MA, Ausst.kat. München 1955;
    Das Grab d. Papstes Clemens II. im Dom zu Bamberg, 1960;
    Die Gräber im Königschor, in: Der Dom zu Speyer, 1972 (mit H. E. Kubach).

  • Literatur

    Documenta Textilia, FS f. S. M. z. 75. Geb.tag, hrsg. v. M. Flury-Lemberg u. K. Stolleis, 1981 (W-Verz., P);
    Dansk Leks., X, 1982.

  • Autor/in

    Leonie von Wilckens
  • Empfohlene Zitierweise

    Wilckens, Leonie von, "Müller-Christensen, Sigrid" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 491 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118585290.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA