Lebensdaten
1881 bis 1955
Geburtsort
Meßkirch (Baden)
Sterbeort
Freiburg (Breisgau)
Beruf/Funktion
Botaniker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 128587733 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Müller, Karl
  • Müller, K.
  • Müller, Karl F.
  • mehr

Objekt/Werk(nachweise)

Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Müller, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128587733.html [19.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Ludwig (1849–1924), Oberförster in Stühlingen, Vorstand d. Forstamtes in Kirchzarten, zuletzt in F., S d. Konstantin (1825–92), Kaufm. in Wertheim/|Main, u. d. Lisette Kaeser (1828–1902);
    M Anna (1852–1912, kath.) aus Geisingen b. Donaueschingen, T d. Dr. med. Joseph Roßknecht (1816–1903), Bezirksarzt in Pfullendorf (Baden), u. d. Maria Brunner (1826–1912);
    Freiburg (Breisgau) 1908 Anna (1885–1956), T d. Christian Dorner (1852–1917), Landgerichtsdir. in Mosbach/Neckar, u. d. Johanna Horst (1858–1933);
    2 S Walter (1911–92), Oberreg.baudir. in F., Trudpert (1920–1991), Dr. iur., Reg.präs. in Karlsruhe (s. Wi. 1985), 1 T (früh †).

  • Leben

    Nach dem Abitur am Bertholds-Gymnasium in Freiburg (Breisgau) studierte M. an der Univ. Freiburg Botanik, Chemie, Physik und Geologie. Während eines Semesters in München waren K. v. Goebel, A. v. Baeyer und W. C. Röntgen seine Lehrer. 1904 legte er das chemische „Verbandsexamen“ ab, 1905 wurde er mit einer Arbeit „Beiträge zur Chemie der Kryptogamen“ zum Dr. phil. promoviert. 1907 trat M. eine Assistentenstelle am Institut für Pflanzenkrankheiten des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Landwirtschaft in Bromberg an. Seit 1909 war er als Wissenschaftlicher Hilfsarbeiter an der Landwirtschaftlichen Versuchsanstalt in Augustenberg tätig, übernahm im Verlauf dieser Tätigkeit die Leitung der Samenkontrolle, die Organisation des bad. Pflanzenschutzdienstes und der Staatlichen Reblausbekämpfung. Seine Beschäftigung mit Pflanzenkrankheiten und deren Bekämpfung machte ihn frühzeitig mit den Problemen des Weinbaus bekannt. Besonders pflanzliche und tierische Schädlinge führten hier zu großen Ernteausfällen. Auch die Kellerwirtschaft und die angebauten Sorten waren dringend verbesserungsbedürftig. Nach Vorlage einer von M. verfaßten Denkschrift genehmigte der Landtag von Baden 1920 die Gründung des Badischen Weinbauinstiuts in Freiburg (Breisgau), heute Staatliches Weinbauinstitut Freiburg des Landes Baden-Württemberg, das M. seit 1921 leitete. Trotz der schwierigen finanziellen Verhältnisse machte M. das Institut in kurzer Zeit zu einem Mittelpunkt der staatlichen Weinbauförderung. In verschiedenen Gegenden des Landes ließ er Musterweinberge anlegen, betrieb Versuchsgüter und Rebveredlungsanstalten.

    Wichtige Probleme, wie die Bekämpfung der Rebschädlinge, die Prüfung reblausresistenter Unterlagensorten für die Umstellung des Weinbaus auf Pfropfreben, die Züchtung und Prüfung von neuen Ertragssorten und die Modernisierung der Kellerwirtschaft wurden unter seiner Leitung bearbeitet. M. hat damit die Grundlagen für den Wohlstand der Winzer des Anbaugebiets Baden gelegt. Durch die Erforschung der Biologie des Pilzes Plasmopara gelang es ihm, mittels eines noch heute gebräuchlichen Inkubationskalenders, die Bekämpfung dieser gefährlichsten Pilzkrankheit wesentlich zu verbessern. Die Neuzüchtung FR 21-5, entstanden aus der Kreuzung von Silvaner und Ruländer, mit Namen Freisamer, geht auf seine Arbeiten in der Rebzuchtanstalt am Jesuitenschloß bei Freiburg hervor. In der Kellerwirtschaft führte er die Mostschwefelung ein, die zu einer bedeutenden Qualitätsverbesserung der bad. Weine führte. 1930 wurde das von ihm initiierte Weinbaumuseum eröffnet. Nach 17 Jahren an der Spitze des Weinbauinstitutes begab sich M. aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand.

    Schon als Gymnasiast interessierte sich M. für die Lebermoose, mit denen er sich bis zu seinem Lebensende beschäftigte und für die er zu einem weltbekannten Spezialisten wurde. Mit der Veröffentlichung „Die Lebermoose Europas“ (1906-39, 21954-58) krönte er seine Forschungen. Sein Einsatz für die Erhaltung der Hochmoore des Schwarzwalds führte zur Erklärung des Wildseemoors (Kaltenbronn) zum Naturschutzgebiet.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenmitgl. d. Oberbad. Weinbauver. (1918), d. Bad. Landesver. f. Naturkde. u. Naturschutz (1947, 1950 Ehrenvors.), d. Bad. Weinbauverbandes (1949), d. British Bryological Society (1952) u. d. Bayer. Botan. Ges. (1953); Prof.-titel (1951).

  • Werke

    Rebschädlinge u. ihre Bekämpfung, 1922;
    Weinbaulex., 1930;
    Gesch. d. Bad. Weinbaues, 21954;
    Naturschutzgebiet Wildseemoor b. Wildbad-Kaltenbronn, 1941. – Hrsg.: Mitt. f. Naturkde. u. Naturschutz, 1939-50. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: StA Freiburg (Breisgau).

  • Literatur

    J.berr. d. Staatl. Weinbauinst. 1955/56;
    Bad. Biogrr. NF 1, 1982.

  • Portraits

    StA Freiburg (Breisgau), Bildnissig. (Phot.);
    J.berr. d. Staatl. Weinbauinst., 1980.

  • Autor/in

    Günter Staudt
  • Empfohlene Zitierweise

    Staudt, Günter, "Müller, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 439 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128587733.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA