Lebensdaten
1855 bis 1907
Geburtsort
Rudolstadt/Saale
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Botaniker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 117607800 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Müller, Carl

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Zitierweise

Müller, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117607800.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Carl August, Gürtlermeister, Lampenfabr. aus B.;
    M Wilhelmine Hoffmann;
    1889 Marie Boébé;
    1 S.

  • Leben

    M. kam im Alter von zwei Jahren nach Berlin und verbrachte dort sein gesamtes weiteres Leben. Nach dem Besuch der Friedrich-Werderschen Gewerbeschule studierte er 1876-80 an der Universität Naturwissenschaften; 1877 wurde seine Arbeit „Über die Pflanzengallen im weitesten Sinn des Wortes“ von der Philosophischen Fakultät mit einem Preis ausgezeichnet; mit dem hier behandelten Spezialgebiet befaßte M. sich auch später mehrfach. 1881/82 war er Privatassistent bei Nathanael Pringsheim, der seit 1869 als Privatgelehrter in Berlin wirkte, sowie bei Leopold Kny, Professor für Botanik an der neugegründeten Landwirtschaftlichen Hochschule, an dessen berühmten „Botanischen Wandtafeln“ er mitarbeitete. 1882 wurde er zum Dr. phil. promoviert. M. war 1882/83 Lehramtskandidat an der Luisenstädtischen Oberrealschule und Hilfslehrer an der Friedrich-Werderschen Oberrealschule, 1883-86 Lehrer an der Schule zum Heiligen Kreuz. Da er keine auskömmliche Dauerstellung erhielt, wurde er 1886 Assistent am Pflanzenphysiologischen Institut der Universität und am Botanischen Institut der Landwirtschaftlichen Hochschule, die beide unter der Leitung von Kny standen, der M.s Arbeitsrichtung beeinflußte und seine Leistungen ebenso schätzte wie Pringsheim. Beide schlugen ihn 1891 als Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina vor. 1892 habilitierte sich M. an der Landwirtschaftlichen Hochschule und lehrte dort bis 1906 vorwiegend Bakteriologie. 1895 erhielt er auch an der TH Berlin-Charlottenburg eine Dozentur für allgemeine und spezielle Botanik und hielt Mikroskopie-Kurse ab. Zudem unterrichtete er an der Gärtner-Lehranstalt in Potsdam (seit 1903 in Dahlem), wo er Vorsteher der Pflanzenphysiologischen Abteilung wurde. Dem Broterwerb dienten auch Übersetzungsarbeiten aus dem Dänischen (V. A. Poulsen, Botan. Mikrochemie, 1881) und Norwegischen (N. Wille, Bau u. Entwicklung d. Pollenkörner, 1885).

    M.s Hauptleistungen liegen auf dem Gebiet der durch Würmer erzeugten Pflanzengallen (Helminthologie) und der Bakteriologie, einem zu seiner Zeit noch kaum entwickelten Spezialfach, ferner in der mikroskopischen und physiologisch-chemischen Erforschung der Pflanzenhistologie. Mit seinen Arbeiten bereitete er die Grundlagen für neue Spezialdisziplinen der angewandten Botanik, namentlich der Phytopathologie, Parasitologie, aber auch der Anwendung der Mikro- und Nahrungsmittelchemie in der Botanik. Diese Fächer vetrat er auch als einer der ersten Hochschullehrer in Berlin.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Leopoldina (1891); Titularprof. d. Landwirtsch. Hochschule Berlin (1896); Sekr. d. Dt. Botan. Ges. (seit 1890); Ehrenmitgl. d. Ges. Naturforschender Freunde zu Berlin (1883).

  • Werke

    Caprifoliaceae, Valerianaceae, Calycerae, in: Flora Brasiliensis, hrsg. v. A. Engler u. K. v. Martius, 1884, S. 332-59;
    Medizinalflora, 1890;
    Euphorbiaceae, in: Ill. Flora … v. H. Potonié, 1889.

  • Literatur

    L. Kny, in: Berr. d. Dt. Botan. Ges. 25, 1907, S. 40-47 (W, P);
    Leopoldina 43, 1907, S. 71;
    L. Wittmack, in: Verhh. d. Botan. Ver. d. Prov. Brandenburg 49, 1907, S. XLVII-LIV;
    Dt. Botan. Jb. 12, 1960, S. 60;
    G. Natho u. E.-M. Wiedenroth, Zur Gesch. d. Botanik an d. Landwirtsch.-Gärtner. Fak. d. Humboldt-Univ. zu Berlin, in: Wiss. Zs. d. Humboldt-Univ., Math.-Naturwiss. R. 34, 1985, S. 235-45;
    H. Lorenz (Hrsg.), Btrr. zur neueren Gesch. d. Botanik in Dtld., 1988;
    Wi. 1905;
    BJ XII, Tl.|

  • Quellen

    Qu. Archiv d. Leopoldina, Halle, Matrikel-Mappe Nr. 2936 (W, L). – Eigene Archivstud.

  • Autor/in

    Ilse Jahn
  • Empfohlene Zitierweise

    Jahn, Ilse, "Müller, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 437-438 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117607800.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA