Lebensdaten
1901 bis 1959
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Althistoriker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117747378 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Miltner, Franz

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Zitierweise

Miltner, Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117747378.html [18.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Rudolf (1864–1942), Ministerialrat im k. u. k. Ackerbaumin., S d. Vinzenz Gotthard (1833–88), Leiter d. Landeshuchhaltung u. Zentraldir. in d. gfl. Czernin-Morzinischen Gütern, u. d. Ida Karolina Anna Eggert (1834–75);
    M Emma Klara Philomena Potiorek (1869–1942);
    Helene (* 1904), Dolmetscherin u. Lehrerin, T d. Theodor Zurunic (1866–1952), Sektionschef im k. u. k. Finanzmin., u. d. Olga Balogh de Galantha (1864–1954);
    3 S, Bruno (* 1932), Amtsdir. im Bundesmin. f. Landesverteidigung, Gerhard (* 1939), Ing. f. Hoch- u. Tiefbau in Bregenz, Harald (* 1939), Diplomat.

  • Leben

    M. studierte an der Univ. Wien Alte Geschichte, klassische Archäologie und klassische Philologie. Die Promotion erfolgte 1925 in den beiden letzteren Fächern. Bereits in der Studienzeit war M. in dem stark deutschnational ausgerichteten „Verein Klassischer Philologen“ intensiv tätig, dem auch sein Lehrer Josef Keil angehörte. 1927 wurde er provisorischer, 1929 wissenschaftlicher Assistent am Österr. Archäologischen Institut in Wien. Seine Fähigkeiten auf dem Gebiet der archäologischen Grabungstätigkeit wurden bald erkannt, und er erhielt die zeitweilige selbständige Grabungsleitung in Ephesos, in Carnuntum und in Altsmvrna. 1932 habilitierte sich M. mit dem umfangreichen Artikel „Seekrieg und Seewesen“ (Realencyklopädie der Klass. Altertumswiss., 5. Suppl.bd.) für das Fach Alte Geschichte. 1933 wurde er nach Innsbruck auf das Extraordinariat für Alte Geschichte als Nachfolger von Carl Lehmann-Haupt berufen. 1939 wurde er als ao. Professor zum provisorischen Dekan der Geisteswissenschaftlichen Fakultät bestellt, 1940 zum o. Professor ernannt. M. leitete und förderte auch die lokale Ausgrabungstätigkeit und fungierte seit 1937 gemeinsam mit L. Wickert als Herausgeber der Zeitschrift „Klio“. Zu den archäologischen und epigraphischen Studien kamen in Innsbruck auch historische Themen, meist in Bezug auf die aktuelle nationalsozialistische Sichtweise, erkennbar etwa an Arbeiten über Leonidas, Perikles, Sparta, aber auch über Roms Donaugrenzen und die Germanen. Als Lehrer hatte M. mit der Darstellung der Antike unter diesen Aspekten großen Erfolg. Andererseits äußerte er sich über den „Semiten“ Hannibal deutlich positiv und stellte sich Tendenzen entgegen, von der Antike die altoriental. Kulturen abzuspalten. Nach Kriegsende wurde M. 1945 aus dem Dienst entlassen, 1947 aber als ao. Professor in den Ruhestand versetzt. Nach Wien zurückgekehrt, erhielt er 1950 die Grabungsleitung in Aguntum, 1954 wurde er Staatsarchäologe 1. Klasse am Österr. Archäologischen Institut. An historischen Arbeiten von Bedeutung erschienen Überlegungen zur Epochengrenze von Antike und Mittelalter und zur Schriftgeschichte. In der breiteren Öffentlichkeit wurde M. vor allem durch seine erfolgreiche und innovative Ausgrabungstätigkeit in Ephesos seit 1954 bekannt, die er in mehreren Publikationen dokumentierte.|

  • Auszeichnungen

    Korr. Mitgl. d. Ak. d. Wiss. Wien (1943); Theodor-Körner-Preis.

  • Werke

    Weitere W German. Köpfe d. Antike, 1938;
    Römerzeit in österr. Landen, 1948;
    Ephesos, Stadt d. Artemis u. d. Johannes, 1958. – Grabungsberr. aus Ephesos, in: J.hefte d. Österr. Archäol. Inst. 42, 1955, Beibl., S. 23-60, 43, 1956, Beibl., S. 1-64, 46, 1959, Beibl., S. 243-380, 47, 1960, Beibl., S. 1-76;
    Anz. d. Ak. d. Wiss. Wien 93, 1956, S. 43-52, 94, 1957, S. 13-25, 95, 1958, S. 79-89, 96, 1959, S. 31-43;
    Türk arkeoliji 7, 1957, S. 20-25, 9, 1959, S. 25-32;
    Anatolia 3, 1958, S. 21-34.

  • Literatur

    J. Eichler, in: J.hefte d. Österr. Archäolog. Inst. 44, 1959, Beibl., Sp. 1 f.;
    J. Keil, in: Gnomon 31, 1959, S. 654;
    ders., in: Alm. d. Ak. d. Wiss. Wien 110, 1960, S. 361-72;
    G. Oberkofler, Die geschichtl. Fächer an d. Phil. Fak. d. Univ. Innsbruck 1850-1945, 1969, S. 167 ff.;
    V. Losemann, Nationalsozialismus u. Antike, 1977;
    Ch. Ulf, F. M., in: R. Bichler (Hrsg.), 100 J. Alte Gesch. in Innsbruck, Franz Hampl z. 75. Geb.tag, 1985, S. 47-59, 104-06 (P). – Eigene Archivstud.

  • Autor/in

    Christoph Ulf
  • Empfohlene Zitierweise

    Ulf, Christoph, "Miltner, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 534 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117747378.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA