Lebensdaten
1883 bis 1969
Geburtsort
Herisau Kanton Appenzell Ausserrhoden
Sterbeort
Oetwil/See Kanton Zürich
Beruf/Funktion
Wasserbauingenieur
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 119048272 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meyer-Peter, Eugen
  • Meyer-Peter, E.
  • Peter, Eugen M.-
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Zitierweise

Meyer-Peter, Eugen, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119048272.html [20.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Ernst M. (1849-94), Kaufm. in St. Gallen;
    M Lucy Freund (1849–94);
    Germaine (1884–1965), T d. Gioacchino Peter (1844–90), Kaufm. in Istanbul, u. d. Silvia Pessi (1862–1928); Schwager Louis Peter (1887–1977), Bauing., zuletzt in Rom;
    2 T.

  • Leben

    M. studierte an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich 1902-05 Bauingenieurwesen und wurde dann vom Bauunternehmer und vormaligen Professor für Wasserbau, Conradin Zschokke (1842–1918), angestellt. Er wurde bald ein Fachmann für die Ausführung von Tiefbauten, insbesondere für Druckluftgründungen (Caissonbauweise), und leitete verschiedene einschlägige Baustellen, so für die Seehäfen von Dieppe und Venedig, das Rheinkraftwerk Augst-Wylen und die Rhonebrücke Butin in Genf. 1920 wurde er von der Schweizer Regierung als Nachfolger von Gabriel Narutowicz als o. Professor für Wasserbau an die ETH berufen. Neben allgemeinen Einführungen in den Wasser- und Grundbau vermittelte er dort die Fächer Hydrographie und Gewässerkunde, Wasserversorgung, Kanalisation, Flußbau, Wasserkraftanlagen, See- und Hafenbau. Seine gutachterliche Tätigkeit untermauerte er mit hydraulischen Modellversuchen, die er anfänglich im Laboratorium seines Kollegen Franz Prasil im Institut für hydraulische Maschinen sowie in provisorischen Versuchsräumen der Auftraggeber|durchführte. Nach dem Vorbild einiger deutscher Laboratorien und mit nachhaltiger politischer und finanzieller Unterstützung durch die Schweizer. Berufsverbände und insbesondere den Wasserbauexperten Heinrich Eduard Gruner (1873–1947) aus Basel gründete er 1930 die Versuchsanstalt für Wasserbau in Zürich, der er bis 1952 unter Beibehaltung seiner Professur als Direktor vorstand.

    Mit einem wachsenden Stab von Mitarbeitern, unter denen Henry Favre (1901–66), Charles Jaeger (1901–89), Hans-Albert Einstein (1904–73) und Robert Müller (1908–87) herausragten, untersuchte M. zahlreiche hydromechanische Probleme für Flußbauten und Wasserkraftanlagen in der Schweiz, aber auch im Ausland, namentlich in Ägypten, Iran, Irland, Marokko, Mexiko, Peru, Portugal und Spanien. 1935 wurde die Versuchsanstalt durch eine Erdbauabteilung erweitert, die sich sowohl bodenmechanischen wie grundbautechnischen Fragen widmete, u. a. unter der Leitung von Robert Haefeli (1898–1978), der sich dort als Pionier der Schneemechanik einen Namen machte. Vielbeachtete Beiträge wurden auch bei der Entwicklung hoher Staudämme geleistet. 1941 wurde der Versuchsanstalt das von Otto Lütschg aufgebaute Institut für Gewässerkunde in Form einer Abteilung für Hydrologie angegliedert, die später in eine Abteilung für Hydrologie und Glaziologie erweitert wurde und schwerpunktmäßig Fragen der Gletscher-Klima-Beziehung, der Gletscherhydrologie und der Gletschermechanik bearbeitete. Während kurzer Zeit (1936–45) war auch die neugeschaffene Beratungsstelle für Abwasserreinigung und Trinkwasserversorgung Teil der Versuchsanstalt; dann entstand aus ihr die unabhängige Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz. M. gehörte zu den Mitbegründern des 1943 eröffneten Eidgenössischen Instituts für Schnee- und Lawinenforschung. Ebenso war er Gründungsmitglied des 1935 in Berlin ins Leben gerufenen Internationalen Verbandes für wasserbauliches Versuchswesen, der heutigen International Association for Hydraulic Research. In der Forschung erlangte er durch seine Arbeiten über flußmorphologische Fragen und vor allem über die Bewegung des Flußgeschiebes Weltruf. Seine erste sog. Geschiebetriebformel veröffentlichte er 1934 mit seinen Mitarbeitern Favre und Einstein, seine zweite 1948 mit Robert Müller. Sie wird als „Meyer-Peter-Formel“ noch heute für flußbauliche Berechnungen in kiesführenden Flüssen verwendet. M. galt in der Fachwelt als Persönlichkeit, die den Ingenieur, den Forscher und den Lehrer aufs Glücklichste vereinigte.|

  • Auszeichnungen

    Dr. h. c. (Univ. Zürich 1933, Grenoble 1950).

  • Werke

    Neuere Versuchsresultate üb. d. Geschiebetrieb, in: Schweizer. Bauztg. 103, 1934, Nr. 13, S. 147-50 (mit H. Favre u. H.-A. Einstein);
    Formulas for Bed-Load Transport, 2. Tagung d. Internat. Verbandes f. Wasserbaul. Versuchswesen (IAHSR), Stockholm 1948, Nr. 2, S. 1-26;
    ca. 60 weitere Publikationen in Fachzss. üb. Fragen d. wasserbaul. Versuchswesens, d. Hydromechanik u. d. Grundbaus.

  • Literatur

    G. Schnitter, in: Wasser- u. Energiewirtsch. 61, 1969, Nr. 9/10, S. 305 f.;
    D. Vischer, 125 J. Wasserbau an d. ETH, in: Schweizer Ing. u. Architekt 98, 1980, Nr. 43, S. 1065-70 (P);
    ders. u. N. Schnitter, Drei Schweizer Wasserbauer, Conradin Zschokke, E. M., Gerold Schnitter, Schweizer Pioniere d. Wirtsch. u. Technik 53, 1991 (P);
    P.-G. Franke u. A. Kleinschroth, Kurzbiogrr. Hydraulik u. Wasserbau, 1991 (P);
    Pogg. VII a;
    Schweizer Lex. (P).

  • Autor/in

    Daniel Vischer
  • Empfohlene Zitierweise

    Vischer, Daniel, "Meyer-Peter, Eugen" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 383 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119048272.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA