Lebensdaten
1920 bis 1992
Geburtsort
Wuppertal-Elberfeld
Sterbeort
Essen
Beruf/Funktion
Augenarzt
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 123903211 | OGND | VIAF: 73825641
Namensvarianten
  • Meyer-Schwickerath, Gerhard
  • Meyer-Schwickerath, Gerd
  • Meyer-Schwickerath, G.
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Meyer-Schwickerath, Gerhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd123903211.html [13.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Edmund M., seit 1935 M.-S. (1887–1973), Jurist, Bundesbahn-Dir. in Münster, S d. Rudolf (1850–1918), Notar u. Justizrat, u. d. Julie Schwickerath (1860–1929);
    M Josefine (1890–1959), T d. Apothekers Damian Schmitz (1859–1926) u. d. Anna Lambotte (1869–1936);
    Münster 1945 Berta (* 1923), T d. Apothekers Josef Steinbicker (1886–1966) aus Olpe u. d. Bertha Hüffer (1893–1983);
    3 S, 1 T, u. a. Martin (* 1950), Dr. med., Priv.doz., Urologe, Rolf (* 1952), Dr. med., Augenarzt.

  • Leben

    Nach Kriegsdienst und Studium in Münster, Bonn und Würzburg war M. 1945-52 Assistent bei O. Marchesani an der Universitäts-Augenklinik in Hamburg und legte in diesen Jahren den Grundstein für die Entwicklung der „Lichtkoagulation“, die fortan mit seinem Namen verbunden blieb. Nach Marchesanis Tod wurde er Assistent bei H. K. Müller in Bonn, wo er sich 1953 habilitierte und 1958 zum apl. Professor ernannt wurde. 1959-64 fungierte er als Chefarzt der Städtischen Augenklinik Essen, von 1964 bis zu seiner Emeritierung 1985 war er Ordinarius und Direktor der Universitäts-Augenklinik des Klinikums Essen.

    Als Entdecker der „Lichtkoagulation“ wurde M. zu einer der herausragenden Persönlichkeiten in der Augenheilkunde. Dieses neue und elegante Behandlungsverfahren ermöglicht es, Chirurgie am Auge zu betreiben, ohne dieses zu öffnen. Beginnend mit Sonnenlicht und Heliostat auf dem Dach der Augenklinik, verlief die Entwicklung über den Kohle-Lichtbogen bis hin zur serienreifen Xenon-Koagulation, die M. zusammen mit der Firma Zeiss entwickelte. Das Prinzip bestand darin, mittels gebündelter Lichtstrahlen Netzhautdefekte zu verschweißen, bevor es zur Ablösung kam. Später wurde die herkömmliche Photokoagulation durch Laserstrahlen ersetzt. Als segensreich erwies sich das Verfahren auch bei Gefäßerkrankungen der Netzhaut bei Zuckerkranken und rettete zahlreiche Diabetiker vor der Erblindung. Ferner befaßte sich M. mit der Früherkennung und Behandlung von Tumoren am Auge.

    Besondere Verdienste erwarb sich M. in der ärztlichen Weiterbildung. 1963 begründete er mit der „Essener Fortbildung für Augenärzte“ (EFA) eine der effizientesten Fortbildungsinstitutionen. Seine Kurse für Photokoagulation wurden von Ärzten aus aller Welt besucht. Umgekehrt absolvierte M. eine ausgedehnte Vortrags- und Reisetätigkeit im In- und Ausland. Seine ideensprühende Forscherpersönlichkeit sowie die große praktische Bedeutung des von ihm entwickelten Behandlungsverfahrens verhalfen der deutschen Augenheilkunde nach dem Kriege zu internationalem Ansehen. Auch als Klinikchef, Lehrer und Arzt erfreute sich M. großer Beliebtheit. Viele seiner Schüler wurden als leitende Klinikärzte und Direktoren von Universitäts-Augenkliniken tätig.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenmitgl. d. American Medical Association;
    Mitgl. d. Leopoldina (1969), d. Rhein.-Westfäl. Ak. d. Wiss. (1978);
    Orden Pour le mérite (1978), Gr. Bundesverdienstkreuz mit Stern (1981);
    Staatspreis d. Landes Nordrhein-Westfalen (1989), Gonin-Medaille (1970), Graefe-Medaille (1986);
    Dr. h. c. (Córdoba/Agentinien 1971, Philadelphia 1985, Lissabon 1985).

  • Werke

    Koagulation d. Netzhaut mit Sonnenlicht, in: Ber. üb. d. 55. Zusammenkunft d. Dt. Ophtalmolog. Ges. in Heidelberg, 1949, S. 256-59;
    Lichtkoagulation, 1959;
    Light Coagulation, 1960;
    Diabetes u. Auge, 1977;
    Tumoren d. Auges, in: Klin. Onkol., hrsg. v. Gross u. Schmidt, 1985. – Über 300 Aufsätze in dt., engl. u. franz. ophtalmolog. Zss.

  • Literatur

    Editorial „Photocoagulation for Diabetic Retinopathy“, in: British Journal of Ophtalmology 61, 1977, S. 553 f.;
    Verleihung d. Graefe-Medaille 1986, in: Fortschritte d. Ophtalmol. 84, 1987, S. 9-14;
    G. M.-S., The History of Photocoagulation, in: Australian and New Zealand Journal of Ophtalmology 17, 1989, S. 427-34 (P);
    E. H. Schmitz, in: Hdb. z. Gesch. d. Optik, Erg.-Bd. II, Teil B, 1990, S. 597 (P);
    W. Höpping u. a., Obituary G. M.-S., in: American Journal of Ophtalmology, 1992.

  • Portraits

    Der Augenarzt 26, 1992, S. 42.

  • Autor/in

    Peter Voswinckel
  • Empfohlene Zitierweise

    Voswinckel, Peter, "Meyer-Schwickerath, Gerhard" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 384 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123903211.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA