Lebensdaten
um 1475 bis 1547
Geburtsort
Zwolle
Beruf/Funktion
Weihbischof von Halberstadt ; Dominikaner ; Theologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 129864374 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mensing, Johannes
  • Mensing, Joannes
  • Mensing, Johan
  • mehr

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Zitierweise

Mensing, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd129864374.html [23.09.2019].

CC0

  • Leben

    M. erhielt seine Ausbildung im Magdeburger Dominikanerkloster und trat 1495 in den Dominikanerorden ein. In Magdeburg wirkte er|später als Lektor der Theologie. Im Wintersemester 1515/16 studierte er an der Univ. Wittenberg, wo er Ende 1515 den Grad eines Baccalaureus biblicus, im Juni 1516 den eines Baccalaureus sententiarum erhielt. Noch im selben Jahr wurde er Baccalaureus formatus und im März 1517 Lizentiat. Im Wintersemester 1518/19 studierte er an der Univ. Frankfurt/Oder und erwarb dort den Dr. theol. Am Provinzialkapitel des Ordens nahm er im September 1519 als „Professor der Hl. Theologie“ teil. 1519-24 war M. Regens des Theologischen Studiums am Dominikanerkonvent in Magdeburg. 1527 übernahm er die Stelle eines Hofpredigers in Dessau. Ende April 1529 wurde er Prediger und Professor in Frankfurt/Oder. 1530 begleitete er Kf. Joachim I. von Brandenburg – zusammen mit Konrad Wimpina, Wolfgang Redorfer und Rupert Elgersma – zum Augsburger Reichstag, wo er an der Abfassung der „Confutatio“ und der Widerlegung des Vierstädtebekenntnisses beteiligt war. Nach Rückkehr vom Reichstag wurde M. 1531 Kanoniker des Domkapitels St. Marien in Havelberg. Am 25.6.1534 wählte ihn das Provinzialkapitel in Magdeburg zum Provinzial. 1538 reiste er nach der Konzilsberufung als Bevollmächtigter des Mainzer Erzbischofs Albrecht nach Vicenza. 1539 wurde er Weihbischof von Halberstadt. 1540/41 nahm M. am Religionsgespräch in Worms und 1541 am Religionsgespräch in Regensburg teil. Hier erlitt er einen Schlaganfall, von dem er sich nur langsam erholte.

    Von seinen Schriften haben sich 13 erhalten, fünf behandeln in deutscher Sprache die Meßopferlehre. Zwei lat. Abhandlungen dienen der Verteidigung des Priestertums, eine deutsche Schrift handelt über die Lehre von der Kirche, die Bedeutung der Kirchenväter und der Hl. Schrift. Eine weitere Arbeit erörtert die Frage, ob der Glaube allein selig mache. Zusammen mit Konrad Wimpina u. a. widerlegte er die Schwabacher Artikel. Nach dem Augsburger Reichstag 1530 veröffentlichte M. eine kritische Auseinandersetzung mit der Confessio Augustana und der Apologie des Augsburger Bekenntnisses und verteidigte u. a. die kath. Lehre von der Erbsünde, vom Verdienst, den guten Werken und der Rechtfertigung. In seiner Schrift „Vormeldunge der Unwarheit luterische Clage“ (1532) erinnert er daran, daß die Lutheraner die Wiedertäufer verfolgten, töteten und ihre Berufung auf das Gewissen und das Evangelium nicht zuließen. Für ihn waren die Lutheraner Häretiker und deshalb vom Kaiser nicht zu dulden; sie hätten die Gotteshäuser in Sachsen und anderswo beraubt, Kelche und Monstranzen entweiht. Sie erließen tyrannische Gesetze, um die Messe abzuschaffen, sperrten die Kirchen zu, untersagten kath. Predigten, Singen und Läuten. Reformation bedeutete für ihn Aufruhr und Unordnung. Verschiedentlich verteidigte M. die Meßopferlehre und führte Schriftzeugnisse für den Opfercharakter der Messe an. Seine Lehre von der Rechtfertigung gehört zu den theologisch fundiertesten Darstellungen der Zeit. Mit seiner beachtlichen Ekklesiologie und seinem Bemühen um die Einheit der Kirche darf man ihn zu den führenden Gegnern der Reformation zählen.

  • Werke

    W-Verz. in: W. Klaiber, Kath. Kontroverstheologen u. Reformer d. 16. Jh., 1978, S. 295 f.

  • Literatur

    ADB 21;
    N. Paulus, Die dt. Dominikaner im Kampf gegen Luther, 1903;
    G. M. Löhr, Die Dominikaner an d. ostdt. Universitäten, in: Archivum Fratrum Praedicatorum 22, 1952, S. 294-316;
    E. Iserloh, Der Kampf um d. Messe, 1952, S. 46-52;
    Acta Reformationis Catholicae II, 1960, S. 325 f., III, 1968, S. 216, 277, 305;
    W. Delius, Gegner Luthers in d. Mark Brandenburg, in: Jb. f. Berlin-Brandenburg. KG 47, 1972, S. 233-54;
    V. Pfnür, Einig in d. Rechtfertigungslehre?, 1970, S. 324-68;
    ders., Kath. Theologen d. Ref.zeit III, 1986, S. 48-64 (L);
    Die Confutatio d. Confessio Augustana, hrsg. v. H. Immenkötter, 1979;
    LThK2.

  • Autor/in

    Remigius Bäumer
  • Empfohlene Zitierweise

    Bäumer, Remigius, "Mensing, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 88-89 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129864374.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Mensing: Johannes M., Dr. theol., aus Sachsen, Geburtsjahr und Geburtsort bisher unbekannt. Er ist im J. 1514 theologischer Docent in Ulm, hält sich dann wieder in Sachsen (wahrscheinlich bei den Paulinern in Leipzig) auf, ist in den zwanziger Jahren des 16. Jahrhunderts mehrere Jahre Hofprediger der Fürstin Margarethe zu Anhalt (in Dessau), geht darauf nach Frankfurt a. d. O., begleitet im J. 1530 den Kurfürsten Joachim I. von Brandenburg als Hofprediger auf den Reichstag nach Augsburg, übergibt daselbst nebst Konrad Winpina u. A. dem Kurfürsten eine Censur der torgauischen Artikel, ist im J. 1538 Weihbischof in Halberstadt, wohnt im J. 1541 dem Wormser Colloquium bei und scheint auch in Regensburg gewesen zu sein. Wo und wann er gestorben, ist ebenfalls bisher unbekannt geblieben. Einen Anhalt zur Orientirung über sein Lebensalter bietet Beckmann's Bemerkung, daß er zur Zeit seines Aufenthaltes in Dessau im J. 1527 ein alter Mann und schon dreißig Jahre Predigermönch gewesen. Er schrieb eine Reihe katholischer polemischer Schriften gegen die Reformation, von denen sich mehrere in der Fürst-Georgs-Bibliothek zu Dessau befinden.

    • Literatur

      Vgl. A. G. Schmidt, Anhalt. Schriftsteller-Lexicon, 1830, wo als weitere Quellen Beckmann, Hist. d. Fürstenth. Anhalt 1710, Erhard, In Scriptor. ordin. praedicatorum, Seckendorf, Hist. Lutheranismi, Jöcher und Rotermund angeführt werden.

  • Autor/in

    W. Hosäus.
  • Empfohlene Zitierweise

    Hosäus, Wilhelm, "Mensing, Johannes" in: Allgemeine Deutsche Biographie 21 (1885), S. 370 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129864374.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA