Dates of Life
um 1450 bis 1512 oder 1513
Place of birth
Straßburg
Place of death
Straßburg
Occupation
Wundarzt
Religious Denomination
katholisch
Authority Data
GND: 119238217 | OGND | VIAF: 66670059
Alternate Names
  • Brunschwygk, Hieronymus
  • Braunschweig, Hieronymus
  • Salern, Hieronymus
  • more

Relations

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Citation

Brunschwig, Hieronymus, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119238217.html [21.04.2021].

CC0

  • Life

    Aus dem Geschlechte der Saulern.

    B. studierte die Medizin in Bologna, Padua und Paris und übte dann seine Kunst im Elsaß, in Schwaben, Bayern, Franken und im Rheinland aus; schließlich ließ er sich dauernd in Straßburg nieder. Er war ein erfahrener Praktiker, der über die groben Verfahren Heinrich von Pfolspeundts hinaus zu feineren Methoden fortschritt. Gegenüber den klassischen und arabistischen Vorbildern wagte er gelegentliche Abweichungen. Vorbildlich wurden seine Behandlungsweisen der Schußwunden. Seine in deutscher und lateinischer Sprache abgefaßten Schriften fanden große Verbreitung. Sein Hauptwerk ist das „Buch der Cirurgia“ (1497, 1513, 1534, 1539, Faksimiledruck von G. Klein, 1911). Im gleichen Jahre erschien die „Anathomia ossium corporis humani“ (21513). 1500 folgte ein „Liber pestilentialis“ (Straßburg), etwa um dieselbe Zeit „Thesaurus pauperum oder Hausapotheke“ (mehrere Neuausgaben in Frankfurt seit 1537). Schließlich verfaßte B. zwei deutsche Destillierbücher: „De simplicibus“ (Straßburg 1500 u. ö.) und „De compositis“ (Straßburg 1512 u. ö.).

  • Literature

    ADB III (unter Brunschwygk);
    H. Fröhlich, in: Der Militärarzt, 1873, H. 15;
    ders., in: Dt. militärärztl. Zs., 1874;
    H. E. Sigerist, H. B., the book of Cyrurgia, Mailand 1923;
    A. Brunschwig, H. B. of Straßburg, in: Ann. of med. History, New Series 1, New York 1929, S. 640-44;
    K. W. Grabert, Die Nomina anatomica b. d. dt. Wundärzten H. B. u. H. v. Gersdorff, Diss. Leipzig 1943;
    J. Steudel, B.s Anatomie, in: Grenzgebiete d. Medizin I, 1948, S. 249 f.;
    BLÄ I (unter Braunschweig u. Brunschwig, L), Erg.-Bd., 1935 (W, L);
    K. Sudhoff, in: Vf.-Lex. d. MA I, Sp.304 f. (W, L).

  • Author

    Gerhard Eis
  • Citation

    Eis, Gerhard, "Brunschwig, Hieronymus" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 688 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119238217.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Life

    Brunschwygk: Hieronymus B. (Braunschweig), aus dem Geschlechte der Salern, in Straßburg geboren, lebte daselbst gegen Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts als Wundarzt; über seine Lebensverhältnisse ist Genaueres nicht bekannt, eben so wenig über seine „Studien“ in Paris u. a. O., die er ohne Zweifel bei zunftmäßigen Wundärzten gemacht hat, zu denen er selbst gezählt werden muß. — B. eröffnet den Reigen der deutschen Chirurgen mit einer Abhandlung über die Chirurgie ("Dis ist das Buch der Cirurgia etc.“ Straßb. 1497 Fol. u. a.), zumeist nach arabischen und arabistischen Quellen (bes. Guido v. Chauliac), jedoch mit dem selbständigen Urtheil eines verständigen und erfahrenen Chirurgen; ganz neu und ihm eigenthümlich in derselben ist die Lehre von den Schußwunden. In einer andern Schrift ("Liber pestilentialis de venenis epidemic. Das Buch der Vergift der Pestilenz etc.“ Straßburg 1500 Fol.) behandelt er in populärer Weise die Lehre von den bösartigen Volkskrankheiten, mit specieller Berücksichtigung der Syphilis; außerdem hat B. mehrere theils pharmakologische, theils populär-med. Schriften (vgl. Haller, Bibl. pract. I. 476 und Möhsen, Beitr. zur Gesch. der Wissensch. in der Mark Brandenburg. Berl. 1783. S. 204) veröffentlicht, denen kein weiteres Interesse zukommt, als daß sie, wie die zuvor genannten, zu den ersten in deutscher Sprache geschriebenen medicinischen Schriften gehören.

  • Author

    Aug. Hirsch.
  • Citation

    Hirsch, August, "Brunschwig, Hieronymus" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 453 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119238217.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA