Lebensdaten
1853 bis 1933
Geburtsort
Mainz
Sterbeort
Salzburg
Beruf/Funktion
Mineraloge
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 116757264 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Goldschmidt, Victor Mordechai
  • Goldschmidt, Victor Mordechai
  • Goldschmidt, Viktor

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Zitierweise

Goldschmidt, Victor, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd116757264.html [24.08.2016].

CC0

Goldschmidt, Victor Mordechai

Mineraloge, * 10.2.1853 Mainz, 8.5.1933 Salzburg.

  • Genealogie

    V Salomon (1818–1906), Kaufm. in Frankfurt/M., S d. Benedict Salomon (1769–1826), Gründer e. Stahl-, Messing- u. Eisenwarenhandlung, die v. d. Söhnen in Frankfurt u. Mainz weitergeführt wird, u. d. Kaufm.-T Sabine Braunschweig; M Josephine (1823–69), T d. Leopold Juda Porges (seit 1841 Edler v. Portheim) (1785–1869), Großindustrieller u. Großkaufm. in Prag (s. Wurzbach 23), u. d. Rosalie Drosa; Ov Hermann (s. 1); Prag 1888 Leontine (* 1863, Cousine), T d. Eduard Porges (seit 1879 Rr. v. Portheim), Großindustrieller in Prag, u. d. Rosalie Jerusalem; kinderlos; N Richard (s. 2), Hans Meyer (1871–1942), Prof. d. Chemie in Prag (s. Pogg. IV-VII a).

  • Leben

    Von den Eltern für die Praxis des Hüttenfaches bestimmt, studierte G. zunächst an der Gewerbeakademie in Berlin, dann an der Bergakademie Freiberg und war dort mehrere Jahre als Assistent tätig. Angezogen von mineralogischen und kristallographischen Problemen, erweiterte er seine Studien in Heidelberg auf diese Gebiete (Promotion 1880). Anschließend lebte er in Wien, mit praktischen und wissenschaftlichen Problemen beschäftigt. 1888 habilitierte er sich in Heidelberg mit der Schrift „Über Projektion und graphische Kristallberechnung“. Vor allem lag ihm am Herzen „die Ergründung des molekularen Aufbaues der festen Körper und die Ermittlung der Intensität und Wirkungsweise der molekularen Kräfte“. Die damit zusammenhängenden Fragen ergaben den Stoff für teils umfangreiche Monographien und Tabellenwerke und für zahlreiche Aufsätze in Fachzeitschriften, worin er seine vielfach von der herrschenden Auffassung abweichende Lehrmeinung begründete und vertrat. In dem von ihm ins Leben gerufenen Mineralogisch-kristallographischen Institut in Heidelberg galt das Zeichnen, Messen (namentlich mit dem zweikreisigen Goniometer) und Berechnen der Kristalle als Hauptaufgabe. Hier entstanden auch die Vorarbeiten und Unterlagen zu dem groß angelegten „Atlas der Kristallformen“ (9 Bände, 1913–23). G.s Lehrmethode und Anschauungen haben namentlich im Ausland Anklang gefunden. Für G. gab es keine engen Fachgrenzen. Über den Bereich der Mineralogie und Kristallographie hinaus beschäftigte er sich mit naturphilosophischen Fragen („Über Harmonie und Complication“, 1901).

    Vielseitig interessiert, Mäzen und Sammler aus Leidenschaft, übergab er 1919 dem Freistaat Baden als großzügige Schenkung, bestehend aus Geldmitteln, Wertpapieren, Liegenschaften und Sammlungen, die nach Vorfahren genannte „Josephine und Eduard von Portheim-Stiftung für Wissenschaft und Kunst“, deren Kernstück der als Völkerkunde-Museum der Öffentlichkeit zugängliche Teil in dem eigens dafür erworbenen „Palais Weimar“ in Heidelberg ist.|

  • Auszeichnungen

    Geh. Hofrat (1917).

  • Werke

    Weitere W u. a. Index d. Kristallformen, 3 Bde., 1886-91;  Über Entwicklung d. Krystallformen, in: Zs. f. Krystallographie u. Mineral. 28, 1897, S. 1-35, 414-51;  Krystallograph. Winkeltabellen, 1897;  Farben in d. Kunst, 1919;  Materialien z. Musiklehre, in: Heidelberger Akten d. v. Portheim-Stiftung 5, 8, 9, 11, 14/15, 1923-26.

  • Literatur

    Festschr. z. 75. Geb.tag, 1928 (W-Verz., ca. 180 Titel, P);  H. Himmel, in: Zbl. f. Mineral. (A), 1933, S. 391-98 (W);  A. E. H. Tutton, in: Nature 131, London 1933, S. 791 f.;  Ch. Palache, in: American Mineralogist 19, Menasha, Wis., 1934, S. 106-11 (W, P);  L. J. Spencer, in: Mineralogical Mgz. 24, London 1936, S. 287 (P);  P. Ramdohr, Zum 100. Geb.tage v. V. G., in: Ruperto Carola 5, Nr. 9/10, 1953, S. 160 f. (P);  F. Herrmann, Die Portheim-Stiftung u. ihre Völkerkde.-Slg., ebd., S. 162-64;  Pogg. III-VII a.

  • Autor

    Ferdinand Herrmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Herrmann, Ferdinand, "Goldschmidt, Victor" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 612 [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd116757264.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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