Lebensdaten
1876 bis 1949
Geburtsort
Köln-Mülheim
Sterbeort
Kaiserswerth
Beruf/Funktion
Schriftsteller ; Dichter
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118682636 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Eulenberg, Herbert

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Zitierweise

Eulenberg, Herbert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118682636.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hugo (um 1843-1913), Maschinenfabrikant;
    M Laura Bornemann; Großonkel väterlicherseits Hermann (1814–1902), Mediziner (s. BLÄ);
    Hedda Maase (1876-1960, kath., 1] Arthur Moeller van den Bruck, 1925, Schriftsteller), Schriftstellerin;
    2 S.

  • Leben

    E. studierte Rechtswissenschaften in Berlin, München (wo er 1898 sein erstes Stück „Dogenglück“ schrieb) und Bonn, wurde dort Referendar, promovierte in Leipzig und war|3 Jahre lang Gerichtsreferendar in Köln und Opladen. 1901 verpflichtete Ferdinand Bonn ihn als Dramaturgen an sein Berliner Theater. 1902 wurde er Dramaturg bei L. Dumont und G. Lindemann in Düsseldorf, denen er Morgenfeiern einrichtete. Seit 1904 lebte er in Kaiserswerth, seit 1908 als freier Schriftsteller. – E., der mit einem Protest gegen den Naturalismus begann, schien zunächst ein Neuromantiker, aber er war der Verkünder eines Weltgefühls der Leidenschaft. Seine Jugenddramen, die tragischen und auch die komischen, kreisen um Helden, die sich der Macht ihres Gefühls überlassen und deshalb mit der Umwelt zusammenstoßen (Anna Walewska, 1899, Münchhausen, 1900, Leidenschaft, 1901, Ritter Blaubart, 1905, Ulrich Fürst von Waldeck, 1906, Der natürliche Vater, 1907, Alles um Liebe, 1910, Alles um Geld, 1911). Später entwickelte E. eine Weltanschauung monistischer Natur im Theologischen, pazifistisch-friedestiftender im Politischen und versuchte mit seinen Dramen zu verkünden, auch zu überreden (Belinde, 1912 [Schillerpreis des deutschen Volkes], Frauentausch, 1914, Die Insel, 1917, Mückentanz, 1920, Der rote Mond, 1925). In den Alterswerken schwingt ein neuer Ton rebellischer Empörung (Tilman Riemenschneider, 1934) oder der Ergebenheit (Johannes auf Patmos, 1945). E.s „Deutsche Sonette“ (1910) enthalten die Quintessenz seines Denkens („Biogenetisches Grundgesetz“) und Empfindens, auch sonst ist er ein Lyriker kunstvoller Formen. Mit den aus den Morgenfeiern hervorgegangenen „Schattenbildern“, 1910 (102. tausend 1946) und den folgenden Bänden, sowie dem „Guckkasten“ (1921, 21948) entwickelte E. eine Sonderart deutscher Essayistik, die ihm sein stärkstes Echo brachte. In E.s Romanen und Erzählungen ist am ehesten das Erbe der Romantik zu spüren, auch wo sie in der Gegenwart spielen (Kathinka, die Fliege, 1911, Sonderbare Geschichten, 1910, 18. tausend 1947, Auf halbem Wege, 1922). Seine Schillerrede (1905) und seine Streitschrift „Gegen Shaw“ (1925) sind die temperamentvollen Äußerungen eines Freimütigen, der nicht aufhörte, für das zu kämpfen, was ihm richtig erschien.|

  • Auszeichnungen

    Dr. med. h. c. (Düsseldorf).

  • Werke

    Weitere W insges. 100 Bühnenwerke; Ausgew. Werke, 1925 f.; Ein rhein. Dichterleben, 1927 (Selbstbiogr.), neu u. d. T. So war mein Leben, 1948. – Qu.: Nachlaß im E.-Archiv Düsseldorf-Kniserswerth.

  • Literatur

    P. Hamacher, H. E., 1911;
    G. Hecht, H. E. od. e. Traktat üb. Kritik, 1912;
    J. G. Hagens, H. E., 1913;
    R. Sexau, Die schöne Lit., 1927, H. 9 (mit Bibliogr. v. E. Metelmann);
    R. vom Endt, Der Dichter H. E. ganz menschlich gesehen, 1946 (P);
    R. Drews, Nationalpreisträger H. E., in: Börsenbl. Leipzig 116, 1949, 336;
    E. Alker, Gesch. d. dt. Lit. v. Goethes Tod bis z. Gegenwart II, 1950, S. 291 f.;
    J. Winckler, H. E. als Mensch, in: Lit. Dtld. 2, 1951, Nr. 4, S. 3;
    H. Frentz, Romant. Erinnerungen an H. E., in: Heute u. Morgen, 1951, S. 352-55;
    H. Eulenberg, Der Dichter u. Volksbildner H. E., z. 80. Wiederkehr s. Geburtstages, in: Geist u. Zeit, 1956, H. 2, S. 137-42;
    O. Brües, H. E. z. Gedächtnis, 1956 (bes. z. E.s Verhältnis z. Malern u. Malerei, P);
    ders., Louise Dumont, 1956;
    Rhdb. (L);
    Kosch, Lit.-Lex. (W, L);
    K. A. Kutzbach, Autorenlex. d. 20. Jh., 1952, S. 38 (W). – Zum E.-Archiv: R. Adolph, in: Börsenbl. Frankfurt/M. 7, 1951, 432.

  • Portraits

    2 Bildn. v. L. Corinth (u. a. Mus. d. Stadt Düsseldorf), weitere v. M. Pechstein O. Dix u. a.; Büste v. J. Enseling (Düsseldorf, Staatl. Kunstak.), Abb. b. O. Brües (s. L).

  • Autor/in

    Otto Brües
  • Empfohlene Zitierweise

    Brües, Otto, "Eulenberg, Herbert" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 678 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118682636.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA