Lebensdaten
1795 bis 1874
Sterbeort
Groß-Strehlitz
Beruf/Funktion
Großindustrieller in Sielce bei Sosnowitz
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136856349 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Renard, Andreas Maria Graf

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Zitierweise

Renard, Andreas Maria Graf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136856349.html [23.04.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus ursprüngl. franz. Fam., um 1600 Kaufleute in Hamburg;
    V Johann Baptist II., besaß Güter in Polen, Österr. u. Preußen, S d. Johann Baptist (1726 poln. Adel, 1741 Reichsgf.), poln. Gen.lt.;
    M N. N. Comtesse Gaschin, aus oberschles. Hochadel (1653 Reichsgf.);
    Ur-Gvv Andreas ( Gfn. v. Waldstein), ging 1670 nach Warschau, wo er als Handelsherr zu Wohlstand gelangte;
    N. N. ( 1853);
    K u. a. Hippolyt (1831–55 [Jagdunfall], Laura Gfn. Henckel v. Donnersmarck, 1838–1931, 2] Arthur Gf. Saurma v. der Jeltsch-Lorzendorf, 1831–78, auf Lorzendorf mit Ober-Struse, T d. Hugo Gf. Henckel v. Donnersmarck, 1811–90, Montanindustr., s. NDB VIII), Johannes Maria (1829–74, 1] Anna Freiin|Spies v. Büllesheim, 1827–56, 2] Wilhelmine Ebel, 1819–1901), auf Kelsch u. Koschmieder, als Nachfolger seines Vaters 1868-74 Vors. d. Verw.rats d. Forst-, Hütten- u. Bergbauges. „Minerva“; Verwandter Philipp Gf. Colonna (1755–1807), Montanindustr. (s. NDB III).

  • Leben

    R. erbte 1815 den bedeutenden Grundbesitz seines Vaters, ergänzt durch die Herrschaft Groß-Strehlitz aus der Erbschaft Philipp Gf. Colonnas (1755–1807) aus seiner mütterlichen Verwandtschaft (NDB III). Auf dem enormen Besitz betrieb er v. a. die Weiterentwicklung der inbegriffenen Industrieanlagen. 1819-21 errichtete er an der Malapane die „Renardhütte“, die vier Frischfeuer, ein Blechwalzwerk und einen Blechhammer umfaßte und sich innerhalb weniger Jahre „zum zweitgrößten Blechproduzenten Oberschlesiens“ (A. Perlick) nach Gf. Henckel auf Siemianowitz entwickelte. Die aus dem Besitz von Gf. Colonna ererbten Anlagen zu Sandowitz (nordöstl. v. Groß-Strehlitz) modernisierte er und baute sie 1830-32 zu sehr leistungsfähigen Betrieben aus. 1836 errichtete R. das „Zawadskiwerk“ an der Malapane (südwestl. v. Lublinitz), das sich zum wichtigsten Stahlwerk Oberschlesiens entwickelte. Er förderte auch den Ausbau der Verkehrswege durch Beteiligung am Straßenbau. 1851 erwarb und vergrößerte er die 1840 durch die Bankiers Simon Levy (Beuthen), Moritz Friedländer (Gleiwitz) und David Löwenfeld (Breslau) im Beuthener Schwarzwald, einer seit dem Mittelalter zu Beuthen gehörenden Exklave, gegründete „Friedens-Eisenhütte“, zu welcher auch bedeutende Steinkohlegruben gehörten. Seitdem war er mit seinen Eisenproduktionsbetrieben nach Gf. Henckel auf Siemianowitz der zweitgrößte Eisenproduzent Oberschlesiens, der in seinen Betrieben wichtige technische Neuerungen wie geschlossene Öfen als erster in Schlesien einführte. 1853 besaß R. 22 kleinere und größere Eisenwerke und eine Drahthütte, jeweils auf hohem technischen Stand; deren Jahresproduktion belief sich auf 150 000 Ztr. Roheisen (10% d. gesamten Erzeugung Oberschlesiens), 130 000 Ztr. Frischeisen (25% d. oberschles. Gesamterzeugung) und 15 000 Ztr. Blech (50% d. oberschles. Produktion). 1855 faßte R. seine eisenindustriellen Unternehmen in einer Aktiengesellschaft zusammen: Im Herbst 1855 übernahm die „Schles. Hütten-, Forst- und Bergbaugesellschaft Minerva“ mit Sitz in Breslau für 3 493 275 Taler die gesamten Eisenproduktionsstätten R.s einschließlich Grundbesitz von beträchtlichem Umfang. Bis 1868 war R. Vorsitzender des Verwaltungsrats der „Minerva“. Ihm folgte in diesem Amt sein Sohn Johannes. 1871 ging die Minerva ohne ihren von R. übernommenen Grundbesitz in der „Oberschles. Eisenbahnbedarfs-AG“ auf, 1904 vereinigte sie sich mit den Huldschinskyschen Hüttenwerken in Gleiwitz.|

  • Auszeichnungen

    k. k. Kämmerer; WGR; Exzellenz.

  • Literatur

    Das Geschl. d. Gf. R., in: Breslauer Ztg., Nr. 25, 1870;
    H. Luppa, Denkmäler in Waldesfrieden, in: Oberschlesien 14, 1915/16, S. 443 f.;
    E. Mücke, Die Fam. d. Gf. A. v. R., in: Aus d. Chelmer Lande 4, 1928, Nr. 2, S. 3;
    H. Voltz, Die Bergwerks- u. Hüttenverwaltungen d. oberschles. Ind.bez., 1892, S. 37-42;
    B. Knochenhauer, Die oberschles. Montanind., 1927, S. 27 f.;
    A. Hempelmann, Die Minerva, Schles. Hütten-, Forst- u. Bergbau-Ges., in: Btrr. z. Gesch. d. oberschles. Ind. (1936);
    A. Perlick, Oberschles. Berg- u. Hüttenleute, Lb. aus d. oberschles. Ind.revier, 1953, S. 49 f., 238;
    K. Tanzer, 700 J. dt. Eisen in Oberschlesien, 1946, Bl. 44-48 (ungedr.);
    K. Fuchs, Vom Dirigismus z. Liberalismus, Die Entwicklung Oberschlesiens als preuß. Berg- u. Hüttenrevier, 1970, S. 7;
    ders., A. M. Gf. R. (1795-1874) u. seine Bedeutung f. d. oberschles. Ind., in: Jb. d. Schles. Friedrich-Wilhelms-Univ. zu Breslau 23, 1982, S. 215-24;
    ders., in: Btrr. z. Wirtsch.- u. Soz.gesch. Schlesiens, 1985, S. 107-16;
    H. Groß, Bedeutende Oberschlesier, 1995, S. 191 f.;
    GHdA Adelslex. XI, 2000.

  • Autor/in

    Konrad Fuchs
  • Empfohlene Zitierweise

    Fuchs, Konrad, "Renard, Andreas Maria Graf" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 421-422 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136856349.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA