Lebensdaten
1808 bis 1868
Geburtsort
Rotterdam
Sterbeort
Duisburg
Beruf/Funktion
Chemieindustrieller
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 136670091 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Matthes, Mathieu Elie

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Zitierweise

Matthes, Mathieu Elie, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136670091.html [25.04.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Ernst (1773–1824), Kaufm. in R., S d. Jacobus Andreas (1753–1811) u. d. Gertruda Maria Ficken-Huymann ( 1812);
    M Maria Gysberta Johanna Snoeck (1780–1857);
    Duisburg 1839 Bertha Anna Wilhelmina (1816–84), T d. Friedrich Wilhelm Curtius (1782–1862), Chemieindustrieller (s. NDB III);
    1 S, 1 T.

  • Leben

    M. war als kaufmännischer Angestellter in der Duisburger Schwefelsäurefabrik seines späteren Schwiegervaters Friedrich Wilhelm Curtius tätig, bevor er 1838 auf dessen Anregung zusammen mit dem Kaufmann Carl August Weber die Sodafabrik „Matthes & Weber“ in Duisburg errichtete. M. war der eigentliche Leiter des Unternehmens, während sich Weber hauptsächlich auf seine finanzielle Partnerschaft beschränkte.

    Die Sodaherstellung erfolgte nach dem bereits 1794 von Nicolas Leblanc entwickelten Verfahren, bei dem von Kochsalz und Schwefelsäure ausgegangen und das bei dieser Reaktion entstandene Natriumsulfat mit Kohle zu Natriumsulfid reduziert wird. Dieses ergibt beim Glühen mit Kalkstein Rohsoda und Calciumsulfid. Die Schwefelsäure wurde von der Firma Curtius bezogen. Salzsteuer und Salzmonopol in Preußen bereiteten anfangs erhebliche Schwierigkeiten und beeinträchtigten den Wettbewerb der inländischen Sodafabrikation mit den ausländischen Konkurrenten. Doch durch Verbesserung technischer Verfahren vor allem beim Kalzinieren und Raffinieren der Soda sowie durch die Erweiterung der Produktpalette, auch indem durch verschiedene Verarbeitungsweisen die bisherigen Nebenprodukte und Abfallstoffe veredelt wurden, konnte der Ertrag gesteigert werden. Neben wasserfreier („calcinierter“) wurde kristallisierte und „kaustische“ (ätzende) Soda, d. h. Natriumhydroxid, hergestellt sowie Natriumsulfat und in geringem Umfang Bariumchlorid, Aluminiumchlorid und Kupferchlorid. Aus dem Calciumsulfid gewann man Schwefel, den man in den Kreislauf der Schwefelsäurefabrikation zurückführen konnte. 1848 errichtete M. in Duisburg eine Chlorkalkfabrik, die vierte ihrer Art in den Rheinlanden. Dort wurde die bei der Sodaherstellung anfallende Salzsäure zu Chlor und Chlorkalk verarbeitet. 1863 wurde dort auch die Sodafabrikation aufgenommen. Die Zahl der Beschäftigten stieg von etwa einem Dutzend in der Anfangszeit auf 110 im Jahre 1877. M. konnte sich rasch an die Spitze der rhein. Sodafabrikation setzen. Als eine Reihe von Neugründungen in der Rheinprovinz sowie brit. Konkurrenz, die den deutschen Markt infolge billiger Wasserfrachten und niedriger Eingangszölle mit Sodaprodukten überschwemmte, eine gegenseitige Preisunterbietung bewirkten, die den Absatz erschwerte und zu Verlusten bei allen rhein. Sodaproduzenten führte, wurde 1856 die Sodakonvention unter dem Vorsitz von M. abgeschlossen. Ziel war die Aufteilung der Absatzmärkte und die Festlegung einheitlicher Verkaufspreise unter den vier Mitgliedern. Auch eine Quotenregelung zur Verteilung der erzielten Überschüsse wurde vereinbart. Danach erhielt „Matthes & Weber“ 27% des Gewinns.

    Nach dem Tod M.s trat zunächst seine Witwe als Teilhaberin ein, bis 1874 ihre beiden Brüder Julius und Friedrich Eduard Curtius Gesellschafter wurden. Julius Weber hatte bereits 1870 die Nachfolge seines Vaters angetreten. Unter den neuen Inhabern wurde Anfang der 80er Jahre der Übergang zum modernen Ammoniaksoda-Verfahren (Solvay-Prozeß) vollzogen. 1901 erhielt das Unternehmen die Rechtsform einer Aktiengesellschaft; diese wurde 1916 vom Waschmittelkonzern Henkel in Düsseldorf übernommen.

  • Literatur

    W. Däbritz, E. Matthes & Weber AG Duisburg, Die Entwicklung e. chem. Fabrik in 100 J., 1938;
    V. Krieg, 1938-1988 Matthes & Weber, 150 J. Sodaspezialist, 1988;
    C. vom Berg, Btrr. z. Gesch. d. Fam. Curtius, 1923, S. 87, 95 f., 197;
    E. Schwoerbel, F. W. Curtius, in: Rhein.-Westfäl. Wirtsch.biogrr. IX, 1967, S. 1-15. – Eigene Archivstud.

  • Autor/in

    Elisabeth Komar
  • Empfohlene Zitierweise

    Komar, Elisabeth, "Matthes, Mathieu Elie" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 401 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136670091.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA