Lebensdaten
1839 bis 1913
Geburtsort
Bielefeld
Sterbeort
Troisdorf bei Bonn
Beruf/Funktion
Industrieller
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 137122683 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mannstaedt, Louis
  • Mannstaedt, Ludwig Emil
  • Mannstaedt, Louis

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Zitierweise

Mannstaedt, Ludwig Emil, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137122683.html [12.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm ( 1858), Baumeister, Ing. d. Köln-Mindener Eisenbahn, seit 1831 Lehrer an d. Bielefelder, später an d. Hagener Gewerbeschule, entwarf d. Synagoge in Bielefeld;
    M Adelheid, T d. Kapellmeisters Heinrich Aloys Präger (1783–1854) in Leipzig, Magdeburg u. Hannover;
    Om Ferdinand Präger (1815–71), Musiklehrer u. Komponist in London;
    B Wilhelm (1837–1904), Dirigent, Bühnenschriftsteller, Hrsg. d. Zs. „Der Kunstfreund“ (s. Riemann), Franz (1852–1932), Pianist, Komp., Hofkapellmeister in Meiningen, Prof. am Konservatorium in Wiesbaden u. am Sternschen Konservatorium in Berlin, 1893-97 Leiter d. Berliner Philharmoniker (s. Riemann);
    Lili Baethgen;
    K, u. a. Carl Wilhelm (* 1867), Ing., Vorstandsmitgl. d. Klöckner-Werke, Dir. d. Mannstaedt-Werke in T. (s. Rhdb., P), Ludwig (* 1880), Vorstandsmitgl. d. Klöckner-Werke u. Leiter d. Mannstaedt-Werke in T.

  • Leben

    M. wandte sich früh dem Hütten- und Walzwerkfach zu. Nach dem Besuch der Gewerbeschule in Hagen, an die sein Vater 1847 als Zeichenlehrer von Bielefeld aus gewechselt war, trat er seine erste Stelle in der Firma Funcke & Eibers in Hagen an. Nachdem er seine praktische Ausbildung durch Selbststudium, besonders im Hütten- und Walzwerkfach, ergänzt hatte, wurde M. 1862 Betriebsleiter des Walzwerkes der Berliner Firma Jakob Ravené Söhne & Co. in Greifswald und ein Jahr später bei der Aktiengesellschaft für Eisenindustrie und Maschinenbau in Varel (Ostfriesland). 1864-66 war er auf der Friedrich-Wilhelms-Hütte in Troisdorf beschäftigt. Die Leitung des dortigen Walzwerkes, das sich im Besitz der Zuckerindustriellen-Familie Langen aus Köln befand, gab M. dann auf, um zusammen mit Siegener Gewerken in Haardt bei Siegen das Puddlings- und Walzwerk Mannstaedt & Co. zu errichten. Dieses leitete er bis 1868, schied aber dann wegen Meinungsverschiedenheiten aus dem jetzt in Kaiser & Co. umbenannten Unternehmen aus und übernahm für kurze Zeit die technische Leitung der Firma Gabriel & Bergenthal in Soest. Weitere Stationen seines beruflichen Aufstieges waren das Walzwerk in Gunebo (Schweden) und nach 1872 die Abteilungen Nachrodt und Werdohl der Westfälischen Union in Hamm.

    1878 holte ihn der Kölner Bankdirektor E. Königs nach Kalk, um ihm die Leitung der Abteilung Walzwerk der Maschinenbau-Anstalt Humboldt zu übertragen. Dieses 1872 errichtete Walzwerk arbeitete aber wegen seiner Eingebundenheit in das Gesamtunternehmen nicht besonders erfolgreich, so daß sich M. zusammen mit Eugen Langen 1885 dazu entschloß, das Walzwerk in die selbständige Kommanditgesellschaft L. Mannstaedt & Co. umzuwandeln. M. stellte nun|auch die Produktion um und bezog Spezial-Profileisen und Ziereisen in die Fertigung mit ein. Nach wenigen Jahren waren diese Produkte als „Mannstaedt Eisen“ zu einem Begriff geworden. 1897 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und firmierte fortan als „Façoneisen-Walzwerk L. Mannstaedt & Cie. AG“. 1910 wurden von 1000 Arbeitern über 50 000 t Eisenteile produziert, die Musterbücher wiesen über 8000 Spezialprofile auf.

    Da in Köln-Kalk keine weiteren Ausdehnungsmöglichkeiten gegeben waren, entschloß man sich zu einer Verlagerung. Dazu boten sich die Anlagen der ohnehin nicht sehr erfolgreichen Friedrich-Wilhelms-Hütte in Troisdorf an. 1911-13 wurden dort umfangreiche Um- und Neubauten von Werksanlagen durchgeführt. Auch zwei große Wohnsiedlungen für die geschulte Stammmannschaft aus Köln wurden errichtet. Im neuen Werk waren schließlich über 3000 Arbeiter beschäftigt. M. begann sich bereits 1907 aus der eigentlichen Geschäftsführung zurückzuziehen und ließ allmählich seine beiden Söhne in diese Aufgaben hineinwachsen. Im Juli 1912 schied er aus dem Vorstand aus und wechselte in den Aufsichtsrat über. Nach M.s Tod wurden die Mannstaedt-Werke zunächst von seinen Söhnen als selbständiges Unternehmen weitergeführt. 1923 gingen sie im Klöckner-Konzern auf.

    M. war Mitglied des Verwaltungsrates des Lothringer Hütten-Vereins Aumetz-Friede, Vorsitzender der Hütten- und Walzwerksberufsgenossenschaft, Vorstandsmitglied des Vereins der Industriellen des Regierungsbezirks Köln, der Nordwestlichen Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und Stahl-Industrieller sowie des „Langnam-Vereins“ (Verein zur Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen im Rheinland und Westfalen). Er war bis zur Eingemeindung Kalks nach Köln auch Stadtverordneter sowie Ehrenmitglied des deutschen Gruben- und Hüttenbeamtenverbandes.

  • Literatur

    Hagener Kreisbl. v. 3.9.1851;
    J.berr. d. Handelskammer f. d. Kreis Siegen, 1868-70;
    Gesch. d. Hagener Gewerbeschule (1824–84), 1884;
    Festschr. z. Feier d. 100j. Bestehens d. Realgymnasiums u. Gymnasiums zu Hagen, 1899;
    Saling's Börsen-Jb. 1911/12, 1911, S. 1524 f.;
    Stahl u. Eisen 33, 1913, S. 2171 f. (P);
    Dt. Industrie-Ztg. 32, 1913, S. 962 f.;
    VDI-Zs. 58, 1914, S. 343;
    P. Steller, Führende Männer d. rhein.-westfäl. Wirtsch.lebens, 1930;
    E. Holdinghausen, Die geschichtl. Entwicklung d. Industrie Weidenaus im Zeitraum v. 1900 bis z. Gegenwart, 1963;
    E. Scheiffarth, Das Amt Menden, 1964;
    M. Dederichs, Troisdorf u. s. 700 Straßennamen, T. 1: Personennamen, 1987;
    Riemann;
    Wenzel. |

  • Quellen

    Qu.: Personalakte Wilhelm Mannstaedt (Stadtarchiv Bielefeld); Briefe v. Eugen Langen an L. M. 1884-90 (Rhein.-Westfäl. Wirtsch.archiv).

  • Autor/in

    Jürgen Weise
  • Empfohlene Zitierweise

    Weise, Jürgen, "Mannstaedt, Ludwig Emil" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 76 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137122683.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA