Lebensdaten
1866 bis 1950
Geburtsort
Brülisau Kanton Appenzell
Sterbeort
Freiburg (Schweiz)
Beruf/Funktion
Dominikaner ; katholischer Philosoph und Theologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 132092018 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Manser, Joseph Anton (Taufname)
  • Manser, Josef Anton (Taufname)
  • Manser, Gallus Maria
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Zitierweise

Manser, Gallus Maria, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd132092018.html [12.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus Bauernfam.;
    V Johann Baptist;
    M Anna Maria Fuster.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Gymnasiums der Benediktiner in Einsiedeln studierte M. in Monza Philosophie und in Mailand Theologie (1888–90); er beendete seine theologischen Studien an der Univ. Freiburg (Schweiz), wo er 1892 Lizentiat wurde. Die Dominikaner Joachim-Joseph Berthier und Thomas Coconnier führten ihn zu vertieftem Thomasstudium; dies veranlaßte ihn, sich vom Molinismus, den er zunächst vertreten hatte, abzuwenden. Nach seiner Priesterweihe im Aug. 1892 lehrte M. Philosophie in Wenersh (England) und beendete seine Doktorarbeit mit dem Thema „Possibilitas praemotionis physicae in actibus liberis naturalibus iuxta mentem Divi Aquinatis“. Anschließend arbeitete er zwei Jahre in der Pfarrei zu Glossau. Im Juni 1897 wurde M. in Venlo (Niederlande) als Mitglied der Provinz Teutonia in den Dominikanerorden aufgenommen. 1898 dozierte er kurze Zeit Moraltheologie am Dominikanerstudium zu Düsseldorf und wurde dann durch den Generalmeister Andreas Frühwirth als Vizepräfekt des Konvikts Canisianum nach Freiburg zurückgeholt, wo er 1899 zum Professor für Logik, Ontologie und Geschichte der mittelalterlichen Philosophie an der dortigen Universität ernannt wurde. Seinen Lehrstuhl sollte er 43 Jahre innehaben. Zweimal bekleidete er das Amt des Dekans der Theologischen Fakultät und viermal das des Rektors der Universität (1914–18). 1941 wurde M. zum Präsidenten der neugegründeten Freiburger Philosophischen Gesellschaft ernannt. 1942 zog er sich nach Wil zurück, lebte aber seit 1946 wieder in Freiburg.

    M. darf zu den bedeutendsten Thomisten des 20. Jh. gerechnet werden. Sein Ziel war es, den Thomismus als universales, geschlossenes System darzustellen, das sich aus dem Prinzip von Potenz und Akt ableitete, welches M. im Anschluß an die Kommentatoren recht eigenständig erklärt. Ihm folgt das Kontradiktionsprinzip, das M., gestützt auf zahlreiche Texte von Thomas und →Aristoteles, gegen den Vorrang des Identitätsprinzips verteidigt. In seiner Darstellung der fünf Gottesbeweise schließt M. die Möglichkeit eines sechsten, der sich auf das Glücksbedürfnis des Menschen stützt, kategorisch aus, da in diesem Fall Gott nicht Gegenstand freier Wahl sein könne. Hinsichtlich des Rahmens der fünf Wege, der Analogie, entscheidet sich M. für die „analogia proportionalitatis“, gegen Suárez' „analogia mixta attributionis“, da diese gleichzeitig „ab extrinseco et intrinseco“ sein müßte.

  • Werke

    Weitere W Das Wesen d. Thomismus, 1932, 31949;
    Das Naturrecht in thomist. Beleuchtung, 1944;
    Angewandtes Naturrecht, 1947.

  • Literatur

    Stud. z. Philos. u. spekulativen Theol., Festgabe P. G. M. M. O. P. z. 70. Geb.tag dargebracht v. Schülern u. Freunden, 1936;
    St. De Andrea, in: Sapienza, Rivista di Filosofia e di Teologia 3, 1950, S. 366-72 (W-Verz.);
    P. Wyser, in: Civitas V. Jg., 94. Jg. d. Monatrosen, 1950, S. 397-406;
    W. Büchi, ebd., S. 407-12;
    Enc. Catt.;
    LThK2.

  • Autor/in

    Ambrosius Eßer OP
  • Empfohlene Zitierweise

    Eßer OP, Ambrosius, "Manser, Gallus Maria" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 77 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd132092018.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA