Lebensdaten
1719 bis 1794
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
Typograph ; Verleger ; Historiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118809873 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Breitkopf, Johann Gottlob Immanuel
  • Breitkopf, Gio. Gottl. Iman.
  • Breitkopf, Giov. Gottl. Emanuele
  • mehr

Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Breitkopf, Johann Gottlob, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd118809873.html [23.09.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Bernhard Christoph (1695–1777), Buchdrucker und Verleger, S des Georg Andreas, Bergmann in Claustal, und der Cath. Maria Reuss; M Maria Sophia, T des Sattlermeisters Johann Paul Hermann, Witwe des Johann Caspar Müller, Inhaber der Druckerei Georgi (seit 1542 bestehend); Leipzig 25.9.1746 Friderica Constantia Brix; 5 S, u. a. Bernhard Theodor (* 1749, zwischen 1810 und 1820 in Petersburg), Freund Goethes und Komponist seiner Gedichte im „Leipziger Liederbuch“, Christoph Gottlob (1750–1800), Erbe und Leiter des väterlichen Geschäftes, gleichfalls mit Goethe befreundet; 4 T, u. a. Theodora Sophia Constantia (1748–1818), die erste Egle in Goethes „Laune des Verliebten“, Schriftstellerin.

  • Leben

    B. legte in der väterlichen Druckerei, in die er nach Universitätsstudien bei dem Verlagsautor und Freund seines Vaters Johann Chr. Gottsched, sowie bei Johann Friedrich Christ und Johann Jak. Mascow 26jährig eintrat, den Grund zu seinen Kenntnissen und Reformbestrebungen auf dem Gebiet der Schriftgestaltung und zu seinen genialen, z.T. gewagten Versuchen, dem Lettern-Hochdruck neue Gebiete zu erschließen. Als Schriftschneider, Schriftgießer und künstlerisch-ästhetisch empfindender Buchdrucker schuf er, einer der Exponenten des schönen Buches der deutschen Klassik, die nach ihm benannte|B.-Fraktur“. Als experimentierendem Typographen gelang ihm die geniale Erneuerung des Notentypendruckes, zu der ihn die Beschäftigung mit Dürers mathematischen Schriftberechnungen und ältere Versuche, Musiknoten im Letternhochdruckverfahren herzustellen (Petrucci, Attaignant), anregten. 1756 verließ die Inkunabel dieser Drucktechnik, das Musikdrama „Il trionfo della fedeltà“ der sächsischen Kurprinzessin Maria Antonia Walpurgis, seine Presse. Dieser Druck mit beweglichen und bis zu kleinsten Strichen und Punkten zerlegbaren Typen wurde von den Musikern der Zeit wegen des sauberen, nahtlosen Bildes und auch wegen seiner Rentabilität erfreut aufgenommen. Johann Mattheson, G. Ph. Telemann, J. J. Quantz, Leopold Mozart und besonders Carl Philipp Emanuel Bach und Johann Adam Hiller ließen alsbald zahlreiche Werke bei B. erscheinen. Dieser Erfolg spornte ihn zu Experimenten des Druckes von Landkarten mit Lettern, von chinesischen Schriftzeichen und sogar von Bildern an, die allerdings keinen kommerziellen Erfolg brachten, da derartige Aufgaben im Tiefdruck besser zu lösen waren. Der Notendruck hingegen belebte den väterlichen Buchverlag, in den B. 1762 aufgenommen wurde, nicht wenig, zumal da er mit klugem Blick für musikverlegerische Möglichkeiten ein großes Lager von handgeschriebenen Musikalien aufbaute und seinen Inhalt mit den gedruckten „Cataloghi delle Sinfonie“ (6 Bände mit 16 Supplementen, 1762–87), Verzeichnissen mit Musikthemenanfängen im Typendruck, weithin bekannt machte. In seinen späteren Lebensjahren beschäftigte sich B., der bereits einige kleinere Schriften zumeist typographischen Inhaltes veröffentlicht hatte, mit einer groß angelegten, von der gelehrten Welt (besonders von J. Winckelmann, G. E. Lessing und Ch. G. von Murr) mit Spannung erwarteten, leider aber nicht vollendeten Geschichte der Buchdruckerkunst. B. genoß als Drucker-Verleger und hervorragender Kenner aller typographischen Techniken in Vergangenheit und Gegenwart allenthalben hohes Ansehen. Leipzig wählte ihn zum Mitglied der Gesellschaft der freien Künste und der Ökonomischen Societät.

  • Werke

    Nachricht v. d. Stempelschneiderei u. Schriftgießerei, Leipzig 1777; Üb. d. Druck d. geogr. Charten, ebenda 1777; Üb. d. Gesch. d. Erfindung der Buchdruckerkunst [Abriß], ebenda 1779; Versuch, den Ursprung der Spielkarten.. . zu erforschen, T. 1, ebenda 1784 (T. 2 hrsg. von Roch, 1804); Üb. Buchdruckerei u. Buchhandel, ebenda 1793; Üb. Bibliogr. u. Bibliophilie, ebenda 1793.

  • Literatur

    ADB III; H. v. Hase, in: Bach-Jb., 1911; O. v. Hase, B. & Härtel, Gedenkschrift, Bd. 1, 1917; W. Schmieder, in: Festgabe O. Glauning, Bd. 2, 1938; W. Hitzig, B. Ch. u. J. G. I. B., in: Sächs. Lb. II, 1938, S. 13-20 (P); Riemann; W. Schmieder, in: MGG (L, P); Moser, 31951. P Gem. (Slg. B. & Härtel, Leipzig); Holzschnitt in: LIZ 52, 1869, S. 61.

  • Autor

    Wolfgang Schmieder
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmieder, Wolfgang, "Breitkopf, Johann Gottlob" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 578-579 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd118809873.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

Artikel noch nicht erschlossen.