Lebensdaten
um 1144 bis 1167
Beruf/Funktion
Herzog von Schwaben
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119522195 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Friedrich IV. von Schwaben
  • Friedrich IV. von Rothenburg
  • Friedrich IV. von Hohenstaufen

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Zitierweise

Friedrich IV., Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd119522195.html [27.08.2016].

CC0

Friedrich IV. von Rothenburg

Herzog von Schwaben, * um 1144, 19.8.1167, Ebrach.

  • Genealogie

    V Kg. Konrad III. ( 1152), S d. Hzg. Friedrich I. v. Sch. ( 1105, s. NDB V); M Gertrud ( 1146), T d. Gf. Berengar II. v. Sulzbach ( 1125); B Heinrich ( 1150), Mitkg.: Gertrud ( 1196), T d. Hzg. Heinrich d. Löwen v. Sachsen u. Bayern ( 1195); kinderlos.

  • Leben

    Die Wahl Herzog Friedrichs III. von Schwaben zum deutschen König bedingte eine neue Ordnung im staufischen Hause. Sein Vetter F. erhielt nicht nur das Herzogtum Schwaben, das der König während der Zeit der Minderjährigkeit des jungen Herzogs selbst verwaltete, sondern auch ein Großteil der staufischen Hausgüter, namentlich die um die Burgen Rothenburg, Weißenburg im Nordgau und Weinsberg gelegenen Besitzungen. Dux oder princeps de Rothenburg wird er in den Quellen genannt. Etwa 13 Jahre alt, empfing F. 1157 auf dem Hoftag zu Würzburg die Schwertleite; fast stets ist er in den folgenden Jahren im königlichen Heer anzutreffen, so beim Italienzug Barbarossas 1158–62, wo er besonders bei den Belagerungen von Crema und Mailand hervorgetreten ist. Durch seine erste eigenständige Handlung brachte er den Kaiser in schwere Bedrängnis. In der Auseinandersetzung des Pfalzgrafen Hugo von Tübingen mit den welfischen Herzogen, der sogenannten Tübinger Fehde, hatte sich F. auf die Seite des Tübingers geschlagen. Hierdurch wurde, in diesem an sich unbedeutenden Besitzstreit, der staufisch-welfische Gegensatz erneut aufgerissen. Alle schwäbischen Großen ergriffen Partei („Schlacht bei Tübingen“ September 1164). Als die Welfen und ihre Anhänger die Oberhand zu gewinnen drohten, rief F. ein Heer des Böhmenkönigs zur Hilfe herbei, das in Schwaben furchtbar gehaust haben soll. Der Kaiser, der die Interessen des Reiches den Machtansprüchen seines Verwandten nicht zu opfern gewillt war, schlichtete den Streit auf dem Hoftag von Ulm (1166). Dort wurde den Welfen Genugtuung getan; F. selbst jedoch entging der Bestrafung. Er nahm an dem 4. Italienzug Barbarossas teil. In dessen Verlauf ist er, bei der schweren Seuche, die die Blüte des deutschen Adels hinwegraffte, gestorben. Der frühe Tod des ehrgeizigen und begabten Staufers hat wohl das Aufbrechen einer Kluft im staufischen Hause verhindert, das von nun an allein vom Königtum her geprägt war.

  • Literatur

    s. Friedrich V.

  • Autor

    Hansmartin Schwarzmaier
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwarzmaier, Hansmartin, "Friedrich IV." in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 590 [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd119522195.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

Friedrich IV.

  • Leben

    Friedrich IV. (von Hohenstaufen), Herzog von Schwaben, geboren ums J. 1144, 1167, Sohn König Konrads III. und der Gertrud von Sulzbach. Da er bei seines Vaters Tode im J. 1152 als dessen einziger noch lebender Sprosse kaum acht Jahre zählte, wurde von Konrad selbst dessen Neffe, der seitherige Herzog von Schwaben, Friedrich III., zum Nachfolger im Reiche empfohlen, welcher denn auch, als Kaiser Friedrich I. seinem Vetter alsbald sein Herzogthum übergab, während dessen Minderjährigkeit für ihn die Verwaltung führte, ja sogar im J. 1160, damals noch föhnelos, ihn zu seinem nächsten Nachfolger bestimmte, während Heinrich der Löwe in zweiter Reihe folgen sollte. Herzog F. hatte aber auch von seinem Vater einen ansehnlichen Besitz geerbt, namentlich Rotenburg a. d. Tauber, Weinsperg, Weissenburg im Nordgau und das Gebiet um diese Festen; nach ersterer Stadt, wol seinem Haupt- oder Lieblingsgut, wird er von den Geschichtsschreibern seiner Zeit gewöhnlich Herzog von Rotenburg genannt. In Würzburg Ende Septembers 1157 auf einem glänzend gefeierten Reichs- und Fürstentage mit dem Ritterschwert umgürtet, folgte er im J. 1158 dem Kaiser über die Alpen zu seinem zweiten italienischen Heereszuge (1158—62) und wird trotz seiner Jugend bei den wichtigsten Kämpfen, welche in Italien statt hatten, unter den Anführern erwähnt, namentlich bei der Belagerung und Eroberung von Crema (1159—60) und bei der Einnahme von Mailand (1162). Im J. 1164 betheiligte er sich an den Fehden des Pfalzgrafen Konrad und Landgrafen Ludwig von Thüringen mit dem erwählten Erzbischof von Köln, Rainald v. Dassel, und im genannten und den folgenden Jahren an denjenigen des Pfalzgrafen Hugo von Tübingen mit den Herzogen Welf VI. und VII. Bei dem vierten, im J. 1166 unternommenen Zuge des Kaisers, welcher hauptsächlich Rom galt, erbrach die Abtheilung, welche F. führte, bei der Erstürmung der Stadt die Peterskirche und pflanzte das Siegeszeichen auf den Altar. Allein als eine pestartige Seuche zum Rückzug zwang, wurde mit über 2000 Rittern der etwa 23jährige Herzog den 19. Aug. 1167 in Etrurien ein Opfer derselben, überall tief betrauert, da Schönheit, Anmuth, Verstand, Muth und Kraft den blondgelockten Jüngling zum Gegenstand allgemeiner Bewunderung gemacht hatten. — Nicht lange vor seinem Tode vermählte er sich mit Gertrud, Tochter Heinrichs des Löwen und Clementias von|Zähringen, von welcher er jedoch keine Kinder hinterließ, wenigstens keine, die ein Mannesalter erreichten. Sein ganzes Vermögen fiel daher an seinen Vetter, Kaiser Friedrich L; er selbst hatte sich durch Stiftung des Nonnenklosters Scheftersheim ein Verdienst um die Kirche erworben.

    • Literatur

      Vgl. Chr. Fr. v. Stälin, Wirtembergische Geschichte, Bd. II. — H. Prutz, Kaiser Friedrich I., Bd. I. u. II.

  • Autor

    P. Stälin.
  • Empfohlene Zitierweise

    Stälin, P., "Friedrich IV." in: Allgemeine Deutsche Biographie 8 (1878), S. 34-35 [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd119522195.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA