Lebensdaten
um 1600 bis 1662
Geburtsort
München (?)
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Hofmaler in München
Konfession
katholische Familie
Normdaten
GND: 12914942X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Loth, Hans Ulrich
  • Loth, Ulrich

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Zitierweise

Loth, Johann Ulrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd12914942X.html [10.12.2016].

CC0

Loth, Johann (Hans) Ulrich

* um 1600 München (?), 1662 München.

  • Genealogie

    V Paulus ( 1642), aus Weilheim, Glasmaler in M. (Bürgerrecht 1605); M N. N.; B Georg, Kammermaler d. Erzhzg. Leopold Wilhelm in Wien; - München 1624 Libia ( 1661), Miniaturmalerin, T d. Joh. Krumper ( 1634), Bossierer, Dekorateur, Architekt (s. NDB 13); S Johann Carl (s. 2), Franz (1639–1710), Maler in Venedig.

  • Leben

    Seit 1615 arbeitete L. als Malergehilfe unter Peter Candid an Ausmalungen in der Münchener Residenz und im Alten Schloß Schleißheim. Durch die Unterstützung Maximilians I. konnte er nach der Lehrzeit bei Candid seine Ausbildung in Italien fortsetzen. In Rom und Venedig lernte er 1619-23 die neuartige Malerei des Kreises um Caravaggio kennen, wobei er besonders von Carlo Saraceni beeinflußt wurde. Nach seiner Rückkehr arbeitete L. als Hofmaler, schied 1629 aus kurfürstl. Diensten aus und erhielt als Mitglied der Münchener Malerzunft öffentliche und kirchliche Aufträge. 1634 floh er vor den Wirren des 30jährigen Kriegs für kurze Zeit nach Wien. In seinen letzten Schaffensjahren, in denen er sich verschuldete und der Trunksucht verfiel, büßte seine Malerei erheblich an Qualität ein.

    Der Schwerpunkt von L.s Schaffen liegt in religiösen Altar- und Galeriebildern, die in keine gesicherte Chronologie einzuordnen sind, da L. nur einen Teil seines Werkes mit Datierungen versehen hat. Er gehörte zu den ersten deutschen Künstlern, die mit der neuen Barockmalerei Roms in Berührung kamen. In seinen frühen Werken der 20er Jahre setzte L. die Gestaltungsmittel Caravaggios ein. In der „Anbetung der Könige“ (1628, Frauenkirche München) und dem „Tod der Maria“ (1629, Dom Freising) schildert er das Thema in der neuartigen, naturnahen Malweise Caravaggios, allerdings ohne dessen scharfe Licht-Schatten-Kontraste, sondern mehr mit indirekter Beleuchtung in der Manier Saracenis.

    Seit etwa 1630 lehnte er sich stärker an den Stil von Rubens an, der ihm als Vorbild für seine Altargemälde diente. 1641 führte er das Altarblatt „Himmelfahrt und Krönung Mariens“ für die Stadtpfarrkirche in Weilheim aus, 1642 sein Meisterstück für die Malerzunft, „Abendmahl“ für St. Peter in München und 1644 das Hochaltarbild „Der Hl. Geist offenbart sich“ für die Heiliggeistkirche in München. Die allegorischen Darstellungen „Pallas“ und „Victoria“ (um 1636, Steinzimmer der Münchener Residenz) zählen zu den Höhepunkten in Ls. Werk, die durch die klare Definition der Gestalten und durch ihre malerische Wirkung überzeugen. – L. entwickelte keinen ausgeprägt persönlichen Stil, der eine Fortsetzung hätte finden können. Er machte jedoch die Malweise der Italiener, besonders Caravaggios, in Bayern bekannt. Am Münchener Hof löste er die bis dahin dominierenden Niederländer ab und war seit dem Tod Peter Candids einer der meistbeschäftigten Maler. In seiner Nachfolge standen Kaspar Amort und Nikolaus Prugger, die ebenfalls in Italien gelernt hatten.

  • Werke

    Weitere W Der Drachenkampf d. Hl. Georg, 1630, (Freising, Diözesanmus.); Hll. Georg u. Margaretha, 1632 (ebd.); Hll. Rupert u. Maximilian, 1631 (Traunstein, Salinenkapelle); Hll. Franz v. Paula, Sebastian u. Rochus, 1634 (Bad Tölz, Pfarrkirche); Hl. Maria, 1642 (Lindkirchen, Pfarrkirche); Apokalyptisches Weib, 1652 (Isen, Pfarrkirche); - Altargemälde aus d. Münchner Frauenkirche (Freising, Diözesanmus.); Gal.bilder (München, Bayer. Staatsgem.slgg.).

  • Literatur

    H. Nasse, in; Kal. d. bayr. u. schwäb. Kunst, 1925, S. 12-15; ders., in: Zs. d. Hist. Ver. f. Schwaben u. Neuburg 7, 1927, S. 208-16; M. Reinold-Kohrs, Nachfolger Caravaggios in Dtld., Diss. Freiburg 1956 (ungedr.); A. Moir, Caravaggio and his copyists, 1976; H. Geissler, Zeichnungen in Dtld., Dt. Zeichner 1540-1640, Ausst. Kat. Stuttgart, 2 Bde., 1979 f.; P. Pfister u. H. Ramisch, Die Frauenkirche in München, 1983; ThB.

  • Autor

    Claudia Schumann
  • Empfohlene Zitierweise

    Schumann, Claudia, "Loth, Johann Ulrich" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 205-206 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd12914942X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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