Lebensdaten
1700 bis 1755
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
Paris
Beruf/Funktion
Feldherr
Konfession
lutherisch,katholisch
Normdaten
GND: 1019745568 | OGND | VIAF: 54192674
Namensvarianten
  • Lowendahl, Woldemar Graf von
  • Loevental, Woldemar Graf von
  • Lowendal, Woldemar Graf von
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Zitierweise

Löwendahl, Woldemar Graf von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1019745568.html [06.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Woldemar Frhr. v. L. (1660-1740), sächs.-poln. Oberhofmarschall u. Min., S d. Ulrich Friedrich Gyldenlöwe ( 1704, seit 1662 Frhr. v. L., illeg. S d. Kg. Friedrich III. v. Dänemark, 1609–70) u. d. Sophie v. Uhren;
    M Dorothea (1672–1706) T d. Cai Bertram Gf. v. Brockdorff (1619–89), auf Kletkamp usw., schwed. Oberst, u. d. Hedwig Gfn. v. Rantzau;
    1) 1722 ( 1736) Theodora Eugenia (1705–68), T d. sächs.-poln. Gen.-Lt. Gottlieb Frhr. v. Schmettau (1665–1722) u. d. Anna Christine v. Schmettau, 2) Paris 1736 Barbara (1709–62), T d. Franz Gf. v. Szembek (1667–1712), Starost v. Bieck, u. d. Magdalena Gfn. Tarlowna;
    2 T aus 1), 2 S, 2 T aus 2), u. a. Franz-Josef (1746–1808), franz. Marschall, seit 1806 in dän. Diensten (unter d. Namen Danneskjold-Loevental, s. Dipl. Vertr. III).

  • Leben

    L. verbrachte seine Kindheit in Dresden und auf Gut Bothkamp b. Preetz (Schleswig-Holstein). Mit 14 Jahren trat er in das Heer Augusts d. Starken ein, kämpfte drei Jahre später auf österr. Seite und kehrte 1721 als Oberst nach Sachsen zurück. 1732 wurde er Generalmajor und Inspekteur der Infanterie. An den Kämpfen im poln. Thronfolgestreit 1733-35 zwischen Stanislaus Leszczynski und Kf. Friedrich August II. von Sachsen beteiligte sich L. mit den sächs. Truppen auf Kriegsschauplätzen in Polen und am Rhein. Als 1735 der Krieg zwischen Rußland und der Türkei ausbrach, trat L. unter Feldmarschall Bernhard Christoph Gf. v. Münnich in russ. Dienste. Nachdem der Krieg mit der Hohen Pforte im Sept. 1739 beigelegt war und sich das Verhältnis zu Schweden rapide verschlechtert hatte, wurde L. 1740 zum Generalgouverneur von Estland ernannt. Nach der schwed. Kriegserklärung an Rußland im Juli 1741 ließ er sich als Gouverneur meist von Hans v. Rosen und Gotthard Johann Zoege v. Manteuffel vertreten, während er sich selbst auf dem Kriegsschauplatz aufhielt. Im Frieden von Åbo vom Aug.August 1743 wurde die Zugehörigkeit Liv- und Estlands sowie weiter Teile Finnlands zum Russ. Reich anerkannt. Außerdem wurden Karl Peter Ulrich von Holstein-Gottorf zum russ. und dessen Onkel Adolf Friedrich zum schwed. Thronprätendenten bestimmt. L. war – zusammen mit Schack Gf. Rantzau – in den vorausgegangenen Familienstreit zwischen der kgl.-dän. Linie und der herzogl. Linie der Holsteiner verwickelt, indem er tatkräftig, jedoch erfolglos, die Kandidatur des dän. Kronprinzen Friedrich unterstützte. Da er somit in Widerspruch zur Zarin Elisabeth stand, mußte er seinen Dienst quittieren und einem Mitglied der siegreichen Linie, Peter August Friedrich von Holstein-Beck, Platz machen. Durch Vermittlung Moritz' von Sachsen trat L. im Sept. 1743 als Generalleutnant in die franz. Armee ein. Während des Österr. Erbfolgekriegs konnte er in den mit Österreich verbündeten Niederlanden bedeutende Erfolge erzielen. Die „Barriere“ von sieben Festungen wurde 1744 von den franz. Truppen überrannt. Im April 1747 fiel L. in Flandern ein und nahm nach der siegreichen Schlacht bei Laffeld (2.7.) in der Nacht vom 15./16. Sept. im Handstreich die Festung Bergen op Zoom. In Anerkennung dieser Tat wurde ihm der franz. Marschallstab überreicht. 1748 belagerte und eroberte L. zusammen mit Moritz von Sachsen Maastricht. – In der folgenden Friedenszeit versuchte Dänemark wiederholt, L. zum Übertritt in das dän. Heer zu gewinnen. Die Verhandlungen scheiterten jedoch an den zu hohen Forderungen des berühmt gewordenen Marschalls, der in Paris einem anspruchsvollen Lebensstil huldigte.

  • Literatur

    Sinety, Vie du Maréchal de Lowendal, 1867;
    O. Nilsson, Danmarks uppträdande in den svenska tronföljarefrågan 1739-1743, 4 Bde., 1874-1905;
    F. Wagner, Kaiser Karl VII. u. d. großen Mächte 1740–45, 1938;
    M. Braubach, Versailles u. Wien, 1952;
    O. Jägerskiöld, Den svenska utrikespolitikens historia, II, 2: 1721-92, 1957;
    O. Klose u. C. Degen, Die Herzogtümer im Gesamtstaat, 1721–1830, 1960;
    J. E. M. White, Marshal of France, The Life and Times of Maurice, Comte de Saxe, 1962;
    H. Neuschäffer, U. F. W. Frhr. v. L., Ein Gen.-gouverneur v. Estland, in: Festschr. f. Hellmuth Weiss, hrsg. v. J. v. Hehn u. C. J. Kenéz, 1980,|S. 17-25;
    Biogr. Universelle 25, 1820, S. 314-17;
    Nouv. Biogr. 32, 1863;
    Dansk Leks. II, 1923.

  • Portraits

    Kupferstiche n. Gemälden v. A. Couder u. M. A. de Latour (1748) u. n. Medaillen v. M. G. Arbien (1754).

  • Autor/in

    Franz Menges
  • Empfohlene Zitierweise

    Menges, Franz, "Löwendahl, Woldemar Graf von" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 89-90 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1019745568.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA