Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
böhmische und brandenburgische Adelsfamilie
Konfession
evangelisch,katholisch
Normdaten
GND: 139805095 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schmettow
  • Schmettau, Freiherren und Grafen von
  • Schmettow

Orte

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Zitierweise

Schmettau, Freiherren und Grafen von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139805095.html [22.09.2019].

CC0

  • Leben

    1480 wird Georg Smed ( um 1508), Stadtpfarrer bei St. Jakob in Neiße und Domherr in Breslau, genannt, seit 1565 erscheinen weitere Mitglieder der Familie urkundlich als Bürger und Kaufleute in Neiße, Ungar.-Hradisch, Brieg und Breslau. Die Stammreihe beginnt mit Georg Smete ( vor 1604), der 1592 einen böhm. Wappenbrief erhielt. Sein Sohn Simon Schmete (1552–1610), wie sein Vater Kaufmann in Neiße, wurde dank seiner 3. Eheschließung Herr auf Ober- und Niederhansdorf (b. Glatz). Georg (1615–72), Kaufmann in Breslau, Gottfried (1620–68), Kaufmann in Brieg, und Ernst (1622–87), auf Ober-Drömling, Kaufmannsältester in Breslau, Söhne des liechtenstein. Forstmeisters Georg S. (1585–1636), auf Ober- und Niederhansdorf, wurden 1668 in den böhm. Adelsstand erhoben. Zusammen mit ihrem Bruder Heinrich (1628–1704, s. L), Hof- und Domprediger in Berlin, bildeten sie eigene Linien, von denen die Gottfriedsche (gfl.) und Heinrichsche (in der Adelsführung nicht beanstandete) noch bestehen.

    Zur 1. Linie gehört Ferdinande (1798–1875, s. L), Tochter des preuß. Oberst August Heinrich Christoph (1753–1817), seit 1866 Ehrenstiftsdame des Klosters Zehdenick; sie spielte in der preuß.-patriotischen Geschichtslegende zu den Freiheitskriegen eine gewisse Rolle. Gottfrieds Enkel Gottfried Wilhelm (1686-1728), dän. Oberstleutnant, stiftete das Fideikommiß Pommerzig. 1717 wurden er und sein Vetter Carl Friedrich (1691–1728) in den böhm. Freiherrenstand erhoben. Carl Friedrichs Sohn Hermann Woldemar (1717–85, s. L), Neffe des Feldherrn Woldemar Gf. v. Löwendahl (1700–55) war dän. General der Kavallerie und Generalgouverneur von Norwegen. Woldemar Friedrich (1749–94, s. L) war dän. Diplomat in Madrid, Warschau und Dresden und schließlich Generaladjutant des Königs. Nach ausgedehnten Reisen und einem längeren Parisaufenthalt, lebte er als Schriftsteller und Übersetzer in Plön in bescheidenen Verhältnissen. Gottfried Wilhelms Sohn und Nachfolger auf Pommerzig, der preuß. Staatsminister und Oberjägermeister Gottfried Heinrich (1710–62), erhielt 1742 die Reichsgrafenwürde. Dessen Sohn Bernhard Alexander Gottfried (1748–1816), auf Brauchitschdorf, war preuß. Generalmajor. Ab der folgenden Generation dieser 2. Linie wurde die Namensvariante „Schmettow“ gewählt. Bernhard (1787–1872), auf Pommerzig und Brauchitschdorf, war preuß. Oberstleutnant und Mitglied des Herrenhauses sowie Stiftsverweser von Rietschütz. Auf Pommerzig und im Amt des Stiftsverwesers folgte ihm sein gleichnamiger Sohn (1818–89) nach, auf Brauchitschdorf (und Oberau) Maximilian (1824–86). Dieser sowie Richard (1828–1914) und Rudolf (1831–70) sowie die Nachfahren der beiden ersteren standen in preuß. Militärdienst. Eberhard (1861–1935), Richard (1865–1939) und Rudolf (1891–1970) brachten es bis zum Generalleutnant; Eberhard, Träger des „Pour le mérite“ mit Eichenlaub, diente Ks. Wilhelm II. als Generaladjutant. Bernhards Söhne Bernhard (1846–1912, s. BJ 18, Tl.), auf Pommerzig, Willibald (1848–1927), auf Schles.-Drehnow, und Egon (1856–1942), auf Oberwolmsdorf, fungierten als Stiftsverweser von Rietschütz; Bernhard gehörte außerdem dem preuß. Herrenhaus an, Willibald war preuß. Generalmajor, Egon preuß. General der Kavallerie und Träger des „Pour le mérite“. Auch die folgende Generation stand in preuß. Militärdienst; Bernhard (1875–1956) führte das Majorat in Pommerzig fort, Lazarus (1878–1967) und Hubertus (1896–1983), Dr. iur., konvertierten zum Katholizismus, ebenso Bernhards Sohn, der Mineralkaufmann Alexander (* 1914). Dessen Sohn Axel (* 1949), Arzt in Marne, ist Vorsitzender des „Familienverbands der Grafen v. Schmettow und Schmettau e. V.“ Willibalds Enkel Matthias (1925–78), Dr. phil., war Bibliotheksdirektor in Düsseldorf, sein Urenkel Johannes (* 1962) ist Dipl.-Mathematiker.

    Ernsts ( 1687) Söhne Samuel (1657–1709), auf Ober- und Nieder-Drömling, preuß. Kammerrat, brandenburg. Intendant und Resident in London, und Friedrich Wilhelm (1663–1735), dän. Generalleutnant und Gesandter in Schweden, wurden 1701 in den Reichsfreiherren-, seine Enkel Samuel (1684–1751, s. ADB 31) und Leopold (1714–77), dän. Kammerherr und Regierungsrat in Oldenburg, 1742 in den Reichsgrafenstand erhoben. Samuel stand als Offizier in dän., markgfl.-ansbach., hessen-kassel., kursächs., seit 1717 in ksl. (1733 FML, 1735 GFZM, 1741 FM) und seit 1741 in preuß. Diensten (GFM u. Grand maître d'artillerie). 1743 wurde er Kurator der preuß. Akademie der Wissenschaften; er machte sich durch seine kartographischen Arbeiten (u. a. auf Sizilien u. Genua) verdient. Sein Bruder Karl Christoph Gf. (1696–1755, s. ADB 31), der unter dän., ksl. und preuß. Fahne diente (1743 Gen. major, 1754 Gen. lt.), stand bei Ausbruch des Siebenjährigen Kriegs an der Spitze des Generalquartiermeisterstabs, fiel jedoch wegen der Aufgabe Dresdens 1759 in Ungnade. Samuels Sohn Friedrich Wilhelm Carl Gf. (1742–1806, s. L) führte als preuß. Offizier eine präzise Landesaufnahme in Mecklenburg-Strelitz durch. Er war Adjutant des Prinzen Ferdinand von Preußen (1730–1813) und gilt als Vater des Prinzen Louis Ferdinand (1772–1806). Nachdem er wegen einer kritischen Veröffentlichung über den bayer. Erbfolgekrieg in Ungnade gefallen war, nahm er 1790 seinen Abschied und widmete sich militärwissenschaftlichen Studien. 1806 übernahm er als Generalmajor eine Division und fiel bei Auerstädt.

    Heinrichs ( 1704) Sohn Friedrich Wilhelm (1670–1732) war Oberamtmann des Joachimsthalschen Gymnasiums und seit 1724 Schulrat, sein Enkel Ernst (1703–64, s. ADB 31) brachte es in der preuß. Armee 1757 zum Generalmajor, sein Urenkel Karl Wilhelm Friedrich (1734–98) zum Generalleutnant (Rr. d. Ordens Pour le mérite).

  • Literatur

    E. v. Bertouch, in: Der Dt. Herold 3, 1872, S. 92 f.;
    C. Tielsch, in: Fam. geschiehtl. Bll. 36, 1938, Sp. 81-88;
    H. Banniza v. Bazan u. Rich. Müller, Dt. Gesch. in Ahnentafeln 2, 1942, S. 220 f.;
    Matthias G. Gf. v. Schmettow, Schmettau u. Schmettow, Gesch. e. Geschl. aus Schlesien, 1961;
    Rößler-Franz2;
    GHdA VI u. 94 (Gfl. Häuser B I u. XII [P u. a. zu Gottfried, 1883–1953, Hubertus, 1896-1983 u. Matthias, 1925-78]), 1953 u. 1988, IX u. 32 (Adelige Häuser B I u. VI), 1954 u. 1964, 125 (Adelslex. XII), 2001;
    zu Heinrich:
    R. v. Thadden, Die brandenburg.-preuß. Hofprediger im 17. u. 18. Jh., 1959;
    Brandenburg. Gel. I (W, L);
    zu Ferdinande:
    ADB 31;
    Altpreuß. Biogr. II;
    Breslau-Lex.;
    zu Woldemar ( 1785):
    ADB 31;
    Biogr. Lex. SchleswigHolstein III (W, L);
    zu Woldemar ( 1794):
    ADB 31;
    Matthias v. Schmettow, in: FS O. E. Schramm, II, 1965, S. 83 ff.;
    Biogr. Lex. Schleswig-Holstein (W, L);
    Killy (W, L);
    zu Friedrich Wilhelm Carl:
    ADB 31;
    B. Schulze, in: Mitt. d. Reichsamtes f. Landesaufnahme VI, 1933/34;
    ders., in: Jb. f. d. Gesch. Mittel- u. Ostdtld.s V, 1956. S. 227-49;
    H.-H., Lawatsch. Goethe u. d. Andenken d. preuß. Gen. S., in: Goethe-Jb. 109, 1992, S. 191-98;
    Biogr. Lex. Brandenburg.

  • Autor/in

    Franz Menges
  • Empfohlene Zitierweise

    Menges, Franz, "Schmettau, Freiherren und Grafen von" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 134-135 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139805095.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA