Lebensdaten
1866 bis 1919
Geburtsort
Schloß Wissen Kreis Geldern
Sterbeort
Düsseldorf
Beruf/Funktion
Ordenshistoriker ; Dominikaner
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 138907803 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Loë, Ludwig Freiherr von (Taufname)
  • Loë, Paulus von
  • Loë, Ludwig Freiherr von (Taufname)
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Zitierweise

Loë, Paulus von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138907803.html [21.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Maximilian Gf. (1817–79), Fideikommißherr auf W., Mitgl. d. Reichstags d. Norddt. Bundes, S d. Friedrich (s. Gen. 1);
    M Therese (1835–1906), T d. Maximilian Gf. v. Arco-Zinneberg, auf Schönburg, u. d. Leopoldine Gfn. zu Waldburg-Zeil u. Trauchburg;
    Ov Felix (s. 1), Walter (s. 2);
    B Friedrich (1861–99), Mitgl. d. Reichstags (Zentrum) 1892–93, übernahm 1896 d. Vorsitz d. Rhein. Bauernver.;
    Vt Clemens (s. 3); Cousine Mechtilde Fürstin Lichnowsky geb. Gfn. Arco-Zinneberg ( 1958), Schriftstellerin (s. NDB 14).

  • Leben

    Nach dem Elementarunterricht im elterlichen Schloß besuchte L., der eine „milde, zarte Gemütslage“ (Wilms) besaß, das Gymnasium der „Stella Matutina“ in Feldkirch (1876–82) und das Gymnasium zu Vechta (1882–84). Anschließend studierte er Theologie in Eichstätt (1884–86) und Münster (1886/87) und trat unter dem Einfluß des Thomisten E. Commer im Nov. 1887 zu Venlo (Niederlande) in den Dominikanerorden ein. Noch vor der Feierlichen Profeß (11.11.1891) erhielt er in Löwen durch den Apostolischen Vikar der Mongolei, Hubert Hamer, die Priesterweihe (1.1.1891). Sein Theologiestudium schloß er mit dem Lektoratsexamen ab. Ostern 1899 legte er in Rom das anspruchsvolle Examen „ad gradus“ ab und konnte daher 1907 zum Magister der Theologie ernannt werden. Neben den normalen Seelsorgearbeiten mußte L. wegen der schwierigen Lage der wieder erstehenden Ordensprovinz „Teutonia“ im Verlauf seines Ordenslebens die verschiedensten Ämter ausüben und in praktisch allen theologischen Fächern Vorlesungen halten, wodurch seine historischen Forschungen stark gehemmt wurden. So war er Studentenmagister in Venlo und Düsseldorf (1893), Subprior (1899) und Prior in Düsseldorf (1902/03, 1906-09), Sozius des Provinzials in Köln (1903–06) und später mehrmals in derselben Funktion in Düsseldorf, weshalb er oft längere Zeit hindurch die „Teutonia“ regieren mußte. Von 1912 bis zu seinem Tode wirkte L. darüber hinaus als Studienregens des Ordensstudiums zu Düsseldorf. Die von ihm 1890 gegründete, bei seinem Tode 10 000 Bände umfassende Thomasbibliothek zur Lehre und Geschichte des Ordens sollte später den Grundstock der Albertus-Magnus-Bibliothek zu Bornheim-Walberberg bilden.

    Da die Geschichte der deutschen Dominikaner im Mittelalter noch kaum erforscht war, mußte L. aus dem Nichts heraus beginnen. Zunächst wandte er sich dem Leben und den Schriften des bedeutendsten „Teutonen“, Albertus Magnus, zu, um sich später mit der Geschichte der „Teutonia“ und „Saxonia“ im Mittelalter zu befassen. Dafür rief er die „Quellen und Forschungen zur Geschichte des Dominikanerordens“ ins Leben, von denen zwischen 1907 und 1951 40 Hefte erschienen und denen sogleich ein lebhaftes Echo aus Kreisen der Wissenschaft zuteil wurde. L. selbst ist mit drei Werken in dieser Reihe vertreten. Kurz vor seinem Tode trat L. dem Ausschuß zur Gründung der Gesellschaft des „Corpus Catholicorum“ bei.

  • Werke

    Die Dominikaner in Wesel, 1896;
    Reformationsversuche im Dominikanerkloster zu Wesel, in: Jb. d. Düsseldorfer Gesch.ver., 1897, S. 82-130;
    Das Sterbebüchlein d. Jakobus Sprenger, in: Kölner Pastoralbl., 1898, S. 276-83;
    Das Kalendarium d. Univ. zu Köln, in: Ann. d. hist. Ver. f. d. Niederrhein, 1899, S. 109-27;
    Krit. Streifzüge auf d. Gebiete d. Albertus-Magnus-Forschung, ebd. 1902, S. 115-26;
    De vita et scriptis Alberti Magni, in: Analecta Bollandiana 19, 1900, S. 257-84, 20, 1901, S. 273-316, 21, 1902, S. 361-71;
    Das Nekrologium d. Aachener Dominikanerklosters, in: Aus Aachens Vorzeit 17, 1904;
    Verz. d. alten Hss. u. Drucke im Dominikanerkloster zu Düsseldorf, 1904;
    Statistisches üb. d. Ordensprovinz Teutonia, in: Qu. u. F. z. Gesch. d. Dominikanerordens in Dtld. I, 1907;
    Statistisches üb. d. Ordensprov. Saxonia, ebd. IV, 1910;
    Johs. Meyer, Liber de viris illustribus O. P., ebd. XII, 1918. -
    Mehrere Zeitungsaufsätze, u. a. im Düsseldorfer Tagebl. (üb. Oswald Achenbach u. Franz Müller, 1912, Nr. 331, sowie üb. Kunst u. Leben, 1913, Nr. 115) u. in d. Literar. Beil. d. Köln. Volksztg., 1912, Nr. 28;
    zahlr. Lexikonart. (u. a. im Päd. Lex. d. Herder-Verlags).

  • Literatur

    Analecta O. P. 14, 1919, S. 206 f.;
    Acta capituli gen. 1920, S. 78-80;
    H. Wilms, P. P. v. L. O. P. u. s. Verdienste um die Gesch. d. Dominikanerordens, in: Qu. u. F. z. Gesch. d. Dominikanerordens in Dtld., 18. H., 1923;
    LThK;
    Enc. Catt. VII.

  • Autor/in

    Ambrosius Eßer OP
  • Empfohlene Zitierweise

    Eßer OP, Ambrosius, "Loë, Paulus von" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 16-17 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138907803.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA