Lebensdaten
1899 bis 1977
Geburtsort
Hannover
Sterbeort
Hannover
Beruf/Funktion
Landesbischof von Hannover
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11872827X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lilje, Hanns
  • Lilje, Hans
  • Lilje, Johannes
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Zitierweise

Lilje, Hanns, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11872827X.html [16.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Theodor (1869–1967), Diakon a. d. Apostelkirche in H.;
    M Maria Gottschalk (1872–1942);
    Hannover 1926 Erna (1902–69), T d. Pastors Aug. Eduard Heinr. Fehly in H.;
    1 S, 2 T.

  • Leben

    L. nahm nach dem Abitur an der Leibniz-Schule in Hannover noch für kurze Zeit als Soldat am 1. Weltkrieg teil. Als Student der Theologie besuchte er die Universitäten Göttingen und Leipzig und schloß seine Ausbildung im Predigerseminar in Loccum ab. 1924 wurde er zum Studentenpfarrer in Hannover berufen, 1927 zum Generalsekretär der Deutschen Christlichen Studentenvereinigung gewählt, 1932 zum Vizepräsidenten des Christlichen Weltstudentenbundes. Im selben Jahr wurde er auf Grund seiner Dissertation über „Luthers Geschichtsanschauung“ in Zürich zum Dr. theol. promoviert. 1935-45 wirkte L. als Generalsekretär des Luth. Weltkonvents. 1944 von der Gestapo verhaftet und vom Volksgerichtshof in Berlin zu 4 Jahren Gefängnis verurteilt, wurde er bei Kriegsende aus dem Gefängnis in Nürnberg befreit. In Hannover übernahm er die Aufgabe eines Oberlandeskirchenrats und gehörte 1945-73 dem Rat der Ev. Kirche in Deutschland an, 1949-67 als stellvertretender Vorsitzender. 1947 wurde er als Nachfolger von Aug. Marahrens Landesbischof der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers. Dieses Amt hatte er bis 1971 inne, das des Abtes zu Loccum von 1950 bis zu seinem Tode. 1945-57 wirkte er als Präsident des Centralausschusses für die Innere Mission, 1947-70 war er Mitglied des Exekutivkomitees des Luth. Weltbundes und amtierte 1952-57 als dessen Präsident. Seit 1948 Mitglied des Zentralkomitees des Weltrats der Kirchen, seit 1961 seines Exekutivkomitees, war er 1968-75 einer der Präsidenten des Ökumenischen Rates der Kirchen. Mit außergewöhnlicher Tatkraft hat L. die ökumenische Bewegung gefördert und die Arbeit des Weltrats der Kirchen mitgestaltet. Durch die vielen Verbindungen, die er vor dem 2. Weltkrieg hatte knüpfen können, konnte er nach dessen Beendigung alsbald die von gegenseitigem Vertrauen getragene Zusammenarbeit zwischen den Kirchen in aller Welt wieder aufnehmen.

    L. war ein Mann von hohen intellektuellen Gaben, der nicht nur die Probleme der wissenschaftlichen Theologie auf das genaueste kannte, sondern auch in der modernen Literatur bestens bewandert war. In der Predigt wußte er sich einer schlichten und zupackenden Sprache zu bedienen. Sein unermüdlicher Einsatz galt der Aufgabe, die Botschaft der Kirche in einer weiten Öffentlichkeit glaubhaft zu bezeugen. Die Gründung der Ev. Akademie in Loccum und die des Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatts waren sein Werk. Ihm war bewußt, daß es in der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Krieg nicht nur darauf ankam, die zerstörten Kirchenmauern wieder aufzurichten, sondern daß neue Wege gefunden werden mußten, um den christlichen Glauben als Antwort auf die vielfältigen Fragen der Zeit darstellen zu können. Von Anfang an hat er deshalb an der Bewegung des Deutschen Ev. Kirchentags mitgewirkt. In seinem weitgespannten Wirken erfüllte er selbst, was er als Aufgabe|des Bischofsamtes beschrieb: „Ein Bischof muß predigen können, er muß das Evangelium glaubhaft der Welt von heute weitersagen können, er muß Hirte nicht nur der Pastoren, sondern auch der Gemeinden sein, er muß der breiten Öffentlichkeit weit über die Grenzen des offiziellen, anerkannten, traditionellen Kirchentums hinaus deutlich machen können, was es heißt, daß es eine Kirche gibt und wo ihre Aufgaben liegen.“ (Memorabilia S. 152).|

  • Auszeichnungen

    D. theol. (Edinburgh 1947, Göttingen 1947, Helsinki 1963).

  • Werke

    Weitere W u. a. Das techn. Zeitalter, 1928;
    Das letzte Buch d. Bibel, 1940 (amerikan. u. franz. Übers.);
    Luther, Anbruch u. Krise d. Neuzeit, 1946 (amerikan., schwed., norweg. Übers.);
    Im finstern Tal, 1947 (engl., amerikan., schwed., finn., chines., Japan. Übers.);
    Freiheit u. Bindung in d. Ordnung d. dt. Wirtsch., 1955;
    Welt unter Gott, Rechenschaft einer Reise, 1956;
    Kirche u. Welt, 1956;
    Atheismus - Humanismus - Christentum, 1962 (engl., ital., jap. Übers.);
    Martin Luther, Eine Bildmonogr., 1964 (holl., schwed., amerikan. Übers.);
    Wanderer auf d. Wege, 1967 (engl., holländ. Übers.);
    Gloria Deo in desertis, Predigten, 1968;
    Memorabilia, Schwerpunkte eines Lebens, 1973. -
    U. Gröger, Bibliogr. H. L., 1979.

  • Literatur

    H. Zahrnt, in: Dt. Allg. Sonntagsbl. 24, 1971, Nr. 30, S. 1 f.;
    H. Hoyer, H. M. Janssen, M. Niemöller u. W. A. Visser't Hooft, Laudatio auf H. L., ebd., S. 11 f.;
    E. Maseberg, ebd. 30, 1977, Nr. 3, S. 1;
    E. Lohse, H. Zahrnt, G. Müller-Fahrenholz, W. A. Visser't Hooft u. P.-W. Scheele, ebd., S. 3 f.

  • Portraits

    Ölgem. v. C. Wittenbecher, 1953 (Kloster Loccum);
    dass. v. M. Bittner-Simmet, 1973 (Versicherungsgruppe Hannover);
    Bronzebüste v. S. Zimmermann, 1979 (Landeskirchenamt Hannover).

  • Autor/in

    Eduard Lohse
  • Empfohlene Zitierweise

    Lohse, Eduard, "Lilje, Hanns" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 562 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11872827X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA