Lebensdaten
1889 bis 1936
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Mödling bei Wien
Beruf/Funktion
Anthropologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 121637638 | OGND | VIAF: 20543011
Namensvarianten
  • Lebzelter, Viktor
  • Lebzelter, V.
  • Lebzelter, Victor
  • mehr

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Zitierweise

Lebzelter, Viktor, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd121637638.html [18.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Ferdinand (1852–1913), Polizeirat in W., S d. Rel.lehrers Ferdinand in W. u. d. Rosalie Stöger v. Schöntal;
    M Maria (1868–1947), T d. Kaffeesieders Matthäus Springauf in W. u. d. Barbara Benz;
    Wien 1925 Marie (1895–1947), T d. Wenzel Franz Grammetbauer, Altphilol., Beamter im Finanzmin., u. d. Franziska Kraft;
    1 S, 1 T.

  • Leben

    L. studierte in Wien Anthropologie bei Rud. Pöch, Völkerkunde bei Wilh. Schmidt, Prähistorie bei H. Bayer sowie Medizin und Naturwissenschaften. Nach der Promotion zum Dr. phil. 1914 rückte er zum Kriegsdienst an die Ostfront und nach Albanien ein. 1919 trat er in das Ministerium für Soziale Verwaltung (Abt. Gesundheitsamt) ein. Schon seit 1923 ehrenamtlich am Naturhistorischen Museum in Wien tätig, wurde L. 1926 hauptamtlich in die Anthropologische Abteilung dieses Museums übernommen. 1926-28 unternahm er eine Expedition nach Südafrika. Von seinem Lehrer Schmidt gefördert und von Papst Pius XI. finanziell unterstützt, widmete er sich besonders der Erforschung der Buschmänner und Bantuneger, aber auch die Völkerkunde, Urgeschichte und die Sprachen Südafrikas schloß er in seine Erhebungen ein. Diese Sammelreise sollte in erster Linie dem Missionsmuseum in Rom zugutekommen. Im April 1934 wurde L. zum Direktor der Anthropologischen Abteilung des Naturhistorischen Museums ernannt, nachdem er sie bereits zwei Jahre lang kommissarisch geleitet hatte. Er erweiterte die Sammlung um viele Schädel und Skelette, die aus österr. Karnern stammten, bzw. die er aus Afrika mitgebracht hatte. – Seit 1910 war L. Mitglied, seit 1932 Ausschußrat der Anthropologischen Gesellschaft in Wien. 1935 wurde er zum Leiter eines Arbeitskreises des Kulturreferats des Bundesministeriums für Unterricht ernannt, der sich mit Fragen des Musealwesens, speziell mit dem Musealwesen im Dienst der christlichen Weltanschauung, beschäftigte.

    L. war ein enger Mitarbeiter der Steyler Missionare Wilh. Schmidt, Paul Schebesta und Martin Gusinde und der von diesen herausgegebenen Zeitschrift „Anthropos“. Eine Reihe seiner über 160 Aufsätze und fast 400 Rezensionen sind in dieser Zeitschrift erschienen. L.s Forschungen erstreckten sich zunächst auf die Gebiete der allgemeinen physischen Anthropologie und Somatologie, wobei Konstitution und Kondition im Mittelpunkt seines Interesses standen, sowie der Anthropologie Österreichs, Ungarns, Osteuropas und der Balkanländer. Auf der Internationalen Woche für Religionsethnologie 1926 in Mailand trat er erstmals mit dem problematischen Versuch hervor, die Beziehungen zwischen Rasse und Kultur zu ergründen. „Rassen und Kulturen in Süd- und Südwestafrika“ (3 Bde., 1931 ff.) wurde zu einem seiner Hauptwerke. In seinen späten Jahren machte sich L. auch Gedanken „Zur Methodik menschheitsgeschichtlicher Forschung“ (in: Zs. f. Ethnol. 64, 1932, S. 190-204), wobei er die Methode des Historikers in der Anthropologie zur Anwendung bringen wollte, um eine Annäherung an die kulturhistorische Ethnologie zu erreichen. – Den Plan, eine Expedition nach Kenia durchzuführen, konnte er nicht mehr verwirklichen.

  • Werke

    Weitere W u. a. Morpholog. Unterss. üb. d. Jochbogengegend u. deren Beziehungen z. Frankfurter Horizontalebene, in: Mitt. d. Anthropolog. Ges. Wien 43, 1913, S. 325-42;
    Anthropolog. Unterss. an serb. Zigeunern, ebd. 52, 1922, S. 23-42;
    Btrr. z. phys. Anthropol. d. Galkflnhalbinsel, ebd. 53, 1923, S. 1-48, 63, 1933, S. 233-51;
    Rasse u. Volk in Südosteuropa, Eine paläo-ethnolog. Studie, ebd. 59, 1929, S. 61-126;
    Anthropolog. Unterss. an Tiroler Kaiserjägern, ebd. 59, 1929, S. 209-28;
    Das Pygmäenproblem, ebd. 63, 1933, S. 20-27;
    Rekonstruktion d. Alten v. Cro-Magnon. ebd. 65, 1935, S. 4;
    Die permanente Schauslg. üb. Fam.biol., Fam.hygiene u. Fam.schutz im Naturhist. Mus., ebd. 66, 1936, S. 7;
    Art u. Rasse b. Menschen, ebd. 67, 1937, S. 5-30;
    Eine rassenkundl. Übersichtsaufnahme d. Burgenlandes, ebd. 67, 1937, S. 294-350;
    Anleitung z. Vornahme konstitutionsanthropolog. Unterss., in: Mitt. d. Volksgesundheitsamtes, 1920, S. 384-89;
    Konstitution u. Kondition in d. ailg. Biol., in: Zs. f. Konstitutionslehre 8, 1921, S. 184-90;
    Ein Onaschädel aus Feuerland, in: 21. Congrés Internat, des Americanistes, 1924, S. 422-34;
    Konstitution u. Rasse, „Die Biol. d. Person“, in: Hdb. d. allg. u. speziellen Konstitutionslehre I, 1925, S. 749-858;
    Eine Expedition z. umfassenden Erforschung d. Buschmänner in Südafrika, in: Anthropos 21, 1926, S. 952-58, 22, 1927, S. 244 ff., 571-75;
    Zur Gesch. d. Bergdama, ebd. 23, 1928, S. 817-20;
    Zusammenfassender Ber. üb. meine Reisen u. Forschungen in Südafrika 1926–28, ebd. 24, 1929;
    Schädel aus Persien, in: Ann. d. Naturhist. Mus. Wien 45, 1931, S. 137-57;
    Persönlichkeit u. Weltanschauung b. d. Eingeborenen Südwestafrikas, in: Jb. d. Österr. Leo-Ges., 1932, S. 41-58: Das energet. Weltbild d. Primitiven, ebd., 1934, S. 117-32;
    Rassengesch. d. Menschheit, 1932;
    Steinzeitl. Funde aus d. nördl. Transvaal, in: Prähist. Zs. 25, 1934, S. 105-11;
    Kl. Rassenkde. Österreichs, in: Mschr. f. Kultur u. Pol. 1, 1936, S. 708-16;
    Unsere rassenhygien. Aufgabe, ebd. 2, 1937, S. 19-24.

  • Literatur

    W. Schmidt, in: Anthropos 32, 1937, S. 271-75 (W).

  • Autor/in

    Johann Szilvássy
  • Empfohlene Zitierweise

    Szilvássy, Johann, "Lebzelter, Viktor" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 23 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd121637638.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA