Lebensdaten
1819 bis 1879
Sterbeort
Prag
Beruf/Funktion
Journalist ; Politiker
Konfession
jüdische Familie
Normdaten
GND: 137415532 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Dornau, Emil (Pseudonym)
  • Dr. Merk (Pseudonym)
  • Merk, Dr. (Pseudonym)
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Zitierweise

Kuh, David, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137415532.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Samuel Rafael, Schnittwarenhändler in P.;
    M Henriette N. N.; Schwager d. Bruders Fritz Mauthner ( 1923), Schriftsteller;
    - 1851 Johanna Graf (1831–95) aus P.;
    3 S, 5 T, u. a. Emil (s. Gen. 2), Oskar (1858–1930), Bes. u. Redakteur d. Ztg. „Montagbl. in Böhmen“, Vors. d. Verbandes d. dt. Journalisten in Böhmen, Vorstandsmitglied d. Dt. Fortschrittspartei in Böhmen ( Else Lehmann, 1940, Schauspielerin);
    E Anton (s. 2).

  • Leben

    K. studierte in Prag und Wien Medizin und Jurisprudenz. 1842-44 war er Hauslehrer und schloß sich dann einer Schauspielertruppe an. Mit der Herausgabe des Blattes „Der Volksredner“ in Fünfkirchen wandte er sich dem politischen Journalismus zu. 1848 wurde er in Pest als Anhänger Ludwig Kossuths zu sechs Jahren Haft verurteilt, 1850 jedoch amnestiert. K. kehrte nach Prag zurück und gründete mit Wilh. Kühe die „Prager Zeitschrift, Chronik für österr. Literatur, Kunst und Geschichte“, die ihr Erscheinen allerdings bald wieder einstellen mußte. Bestand hatte hingegen der „Tagesbote aus Böhmen“, der von 1852 bis zum Tode K.s erschien und als Kampfblatt der Liberalen und Deutschnationalen einen hervorragenden Platz in der Prager Publizistik behauptete. Der Redaktion gehörten zeitweise Alfred Klaar und Fritz Mauthner an;|dieser berichtet in seinen Erinnerungen über „den starken Geist und den schwachen Betrieb“ des „Tagesboten“, der ganz von der Persönlichkeit K.s geprägt war: Neben dem Enthusiasmus des Journalisten und dem Idealismus des Politikers die Unfähigkeit, wirtschaftlich zu denken und zu handeln. Großes Aufsehen erregte K., als er 1860 in seinem Blatt Hankas „Entdeckung“ böhm. Handschriften als Schwindel aufdeckte. Seinen Informanten – Anton Zeidler – verriet er nicht, auch nicht im Gerichtsprozeß, den Hanka wegen Ehrenbeleidigung gegen ihn angestrengt hatte. Durch den „Tagesboten“, für den er täglich den Leitartikel verfaßte, erwies sich K. als wirkungsvoller Förderer Anton v. Schmerlings und als Befürworter des Dualismus in der Donaumonarchie. Im Kampf für das Deutschtum stand er neben Franz Klutschak (Bohemia; Konstitutionelles Blatt aus Böhmen) und Ed. Bruna (Prager Zeitung, später umbenannt in „Prager Abendblatt“) auf der einen Seite gegen die tschech. Journalisten Havliček, Sabina, Liblinsky, Arnold und Jireček auf der anderen Seite. Während sich die „Bohemia“ und die „Prager Zeitung“ – beide aus dem Verlag Haase und somit personell und materiell gut ausgestattet – um Ausgewogenheit und Konzilianz bemühten, lag K. Kompromißbereitschaft gegenüber den Tschechen fern. Als Mitbegründer der Deutschen Freiheitlichen Partei gehörte er 1862-73 dem Böhm. Landtag und seit 1872 kurze Zeit dem Reichsrat an.

  • Literatur

    H. Teweles, in: Mitt. d. Ver. f. d. Gesch. d. Deutschen in Böhmen 17, 1879;
    H. J. Landau, Prager Necrologe, 1883;
    A. G. Przedak, Gesch. d. dt. Zs.wesens in Böhmen, 1904;
    F. Mauthner, Prager Jugendjahre, 21969;
    L. Brod, Fam. K., literarhist. Entdeckungen, in: Die Gemeinde, Offizielles Organ d. Israelit. Kultusgem. Wien, v. 29.4.1970;
    Wurzbach 13;
    Nagl-Zeidler- Castle III;
    ÖBL;
    Enc. Jud.

  • Autor/in

    Franz Menges
  • Empfohlene Zitierweise

    Menges, Franz, "Kuh, David" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 248 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137415532.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA