Lebensdaten
erwähnt 937, gestorben nach 985 oder 987
Sterbeort
Regensburg
Beruf/Funktion
Herzogin von Bayern
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 122191803 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Judith
  • Judith, Bayern, Herzogin, -987

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Zitierweise

Judith, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122191803.html [06.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Hzg. Arnulf d. Böse v. Bayern ( 937, s. NDB I);
    M vermutl. Judith, T d. Unruochingers Eberhard Gf. im Sülchgau;
    Ov Hzg. Berthold v. B. ( 947, s. NDB II);
    Vt Heinrich III. ( 989), Hzg. v. B. u. v. Kärnten (s. NDB VIII);
    - 936/37 Hzg. Heinrich I. v. B. ( 955, s. NDB VIII); Schwager Kaiser Otto I. ( 973);
    1 S, 2 T, Hzg. Heinrich II. v. B. ( 995, s. NDB VIII), Hadwig ( 994), Hzgn. v. Schwaben (s. NDB VII), Gerberga ( 1001), Äbtissin v. Gandersheim.

  • Leben

    J. wurde wohl vornehmlich durch Zutun Kg. Ottos I. kurz vor dem Tode ihres Vaters mit Ottos Bruder Heinrich vermählt, offensichtlich als Akt der Versöhnung zwischen den Ottonen und den Luitpoldingern. Da nach dem Tode ihres Onkels Hzg. Berthold von Bayern dessen Sohn und Erbe Heinrich noch ein unmündiges Kind war, übertrug Otto I. das bayer. Herzogtum seinem Bruder Heinrich. J. war an dessen süddeutscher Sonderpolitik entscheidend beteiligt. Seit 955 führte J. für ihren 4jährigen Sohn Heinrich die Regentschaft im Herzogtum Bayern und trieb dynastische Politik ganz im Sinne ihres verstorbenen Mannes. Sie vermählte 955 – kurz nach dem Tode ihres Mannes, der diese Eheverbindung vorbereitet hatte – ihre Tochter Hadwig mit Burchard II. von Schwaben und ihren Sohn Heinrich mit Gisela, der Tochter Kg. Konrads von Burgund. Durch diese Eheverbindungen wurden die Herzogtümer Bayern und Schwaben und das Kgr. Burgund dynastisch und politisch eng vereint; sie beherrschten insgesamt alle Zufahrtsstraßen nach Italien. Gleichzeitig aber bemühte sich J. stetig um engen Kontakt zur Kaiserin|Adelheid. Erst ihr Sohn Heinrich kam als Herzog von Bayern in empfindlichen Gegensatz zum Ottonischen Kaiserhaus. Er wurde besonders unterstützt von Bischof Abraham von Freising, der J.s engster Vertrauter war. J. zog sich nach dem Mißlingen der ersten Erhebung ihres Sohnes ins Stift Niedermünster in Regensburg (974) zurück. Damit endete offensichtlich ihr politischer Einfluß. Zwischen 966 und 973 unternahm sie eine Pilgerfahrt nach Jerusalem.

  • Literatur

    R. Köpke u. E. Dümmler, Kaiser Otto d. Gr., 1876, Neudr. 1962;
    E. v. Oefele, Urkundliches z. Geneal. d. Hzgn. J. v. B., in: Archival. Zs. NF 2, 1891, S. 27-32;
    L. A. Lerche, Die pol. Bedeutung d. Eheverbindungen in d. bayer. Herzoghäusern v. Arnulf bis Heinrich d. Löwen (907–1180), 1915;
    S. Riezler, Gesch. Baierns I, 1 21927;
    K. Reindel, Die bayer. Luitpoldinger 893-989, 1953.

  • Autor/in

    Wilhelm Störmer
  • Empfohlene Zitierweise

    Störmer, Wilhelm, "Judith" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 640 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122191803.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA