Lebensdaten
1812 bis 1889
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Gmunden
Beruf/Funktion
österreichischer General ; Feldzeugmeister
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136505201 | OGND | VIAF: 80837837
Namensvarianten
  • Huyn, Johann Graf
  • Huyn, Johann Carl Graf
  • Huyn, Johann Graf
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Zitierweise

Huyn, Johann Carl Graf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136505201.html [23.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Joseph (1773–1836), Oberbaudir. d. Küstenlande zu Triest, S d. k.k. Gen.stabswachtmeisters Heinrich (1723–77) u. d. Carolina v. Alpmannshofen;
    M Henriette (1786–1862), T d. Joh. Prokop Gf. Lažansky (1740-1804), Oberstkanzler in Böhmen, u. d. Barbara Gfn. Kolowrat;
    Gerstburg b. Bozen 1850 Natalie (1826–1904), T d. Ludwig Gf. v. Sarnthein (1792–1867), auf Gerstburg, k.k. GR, u. d. Anna v. Menz; Schwägerin Virginia ( Georg Rr. v. Toggenburg-Sargans, 1888, k. u. k. GR, Minister u. Statthalter);
    4 S, 3 T, u. a. Karl (1857–1938), k. u. k. Gen.-Oberst, 1917 /18 letzter Statthalter in Galizien (s. L), Paul (1868–1946), Fürst-EB v. Prag (s. L).

  • Leben

    H. wurde in der Theresianischen Militär-Akademie zu Wiener Neustadt erzogen. Er diente bei den Fußtruppen und im Generalquartiermeisterstab. Die Feldzüge 1848/49 und 1859 machte er in Ungarn und Italien mit. Bereits mit 45 Jahren erreichte H. Generalsrang. Er ist nicht allein auf dem rein militärischen Gebiet verwendet worden. Mehrmals besuchte er in politischer Mission die Höfe von Parma und Modena. Ferner betätigte er sich wissenschaftlich. Er nahm an der Militärlandesbeschreibung sowohl in Tirol als auch in Lombardo-Venetien teil. 1860 wurde H. mit der Leitung des wissenschaftlichen Büros des Generalquartiermeisterstabes betraut. Einige Monate vor dem Ausbruch des Krieges von 1866 wurde er nach München entsandt. Er sollte den bayer. Ministerpräsidenten Frhr. v. der Pfordten ersuchen, das bayer. Heer möge sich mit der österr. Armee in Böhmen vereinigen. Dieser lehnte den Vorschlag entrüstet ab. Im Verlaufe des Feldzuges war H. zuerst dem 8. Bundeskorps, sodann dem bayer. Hauptquartier zugeteilt. Nach Kriegsende kommandierte H. kurz nacheinander die Armeekorps in Prag und Ofen. 1874 wurde er zum Präsidenten des Obersten Militär-Justizsenats bestellt. Zwei Jahre danach ging er auf eigenes Ersuchen in den Ruhestand. H. war Feldzeugmeister, Geh. Rat und Kämmerer, lebenslängliches Herrenhausmitglied.

  • Literatur

    ADB 50;
    E. Glaise-Horstenau, Franz Josephs Weggefährte, 1930;
    Wurzbach IX (auch f. Fam.);
    ÖBL (auch f. S Karl u. Paul);
    GHdA 23 (P). - Zu S Karl: E. Glaise-Horstenau, Die Katastrophe, 1929.

  • Autor/in

    Nikolaus von Preradovich
  • Empfohlene Zitierweise

    Preradovich, Nikolaus von, "Huyn, Johann Carl Graf" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 106 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136505201.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Huyn: Johann Graf H., k. und k. Feldzeugmeister, entstammte einer lothringischen Familie, deren Ursprung bis in das 13. Jahrhundert zurückreicht und wurde am 10. Februar 1812, als Sohn des Grafen Josef H. und dessen Gemahlin, geb. Gräfin Lazansky geboren. Im J. 1830 als Fähnrich aus der Wiener-Neustädter Militärakademie zum Infanterieregimente Nr. 54 ausgemustert, 1831 als Lieutenant bei der Cordonaufstellung in Galizien, 1832 als Grenadier-Bataillonsadjutant in Prag verwendet, kam H. 1835 als Oberlieutenant in den Generalquartiermeisterstab. Im J. 1840 wurde er Hauptmann in der italienischen Armee des FM. Radetzky, dessen Vertrauen sich der junge Officier bald zu erwerben wußte; auch war er ein gern gesehener Gast am Hofe des Vicekönigs Erzherzog Rainer. Während der Jahre 1840—1845 wiederholt zu Missionen an den Höfen von Parma und Modena verwendet, war dann H. bei der Militärlandesbeschreibung von Tirol, 1846 bei jener im lombardisch-venetianischen Königreich thätig und lernte dabei diese Gebiete in den verschiedensten Richtungen kennen. Im J. 1847 wurde H. dem Wiener Generalcommando zugetheilt, aber schon im März 1848, als die Lage in Italien kritisch zu werden begann, nach Mailand zurückberufen und von|Radetzky zum Erzherzog Rainer gesandt, der inzwischen sein Hauptquartier nach Bozen verlegt hatte. Nach dem Rücktritt des Erzherzogs kam H., am 13. Mai 1848 zum Major befördert, an die Seite des FML. Lichnowsky und leitete hierauf den schleunigen Anmarsch der Verstärkungen durch Kärnten und Krain. Im October desselben Jahres von Radetzky an das kaiserliche Hoflager und an den FM. Fürsten Windisch-Graetz gesendet, brachte er später den Act des Thronwechsels in das Hauptquartier nach Italien und kehrte dann wieder an das kaiserliche Hoflager in Olmütz zurück. Am 19. März 1849 rückte er in San Angelo ein, übernahm den Dienst des Generalstabschefs beim dritten Corps und zeichnete sich namentlich in der Schlacht bei Novara aus. Hierfür mit dem Ritterkreuz des Leopoldordens decorirt, wurde H., nachdem er am 20. Mai 1849 Oberstlieutenant geworden war, am 5. November des nächsten Jahres Oberst und am 25. Juli 1857 Generalmajor und Brigadier beim 4. Armeecorps. Im Feldzuge des Jahres 1859 commandirte H. eine Brigade in Tirol und wurde für seine Leistungen mit dem Orden der eisernen Krone zweiter Classe ausgezeichnet. Nachdem H. von 1860—65 das wissenschaftliche Bureau des Generalstabes geleitet hatte, wurde er am 3. Juni 1865 zum Feldmarschalllieutenant befördert, als welcher er beim Beginne des Feldzuges 1866 zuerst dem 8. deutschen Bundescorps und dann dem königl. baierischen Hauptquartier zugetheilt wurde. Am 4. October 1867 erhielt H. die Inhaberschaft des Infanterieregiments Nr. 79 und das Commando der 13., später das der 4. und am 3. Januar 1869 jenes der 3. Infanterie-Truppendivision und das Militärcommando in Linz. Am 30. April 1870 wurde H. commandirender General in Prag, einen Monat später wirklicher Geheimer Rath, am 28. November 1871 Feldzeugmeister und commandirender General in Ofen und am 28. October 1874 Präsident des Obersten Militär-Justizsenates. Am 1. Juli 1876 auf eigene Bitte in den Ruhestand versetzt, wurde H. das Großkreuz des Leopoldordens verliehen. Graf H., der auch lebenslängliches Mitglied des Herrenhauses und Mitglied der k. k. Staatsschuldencentralcommission des Reichsrathes war und besonders eifrig für das Zustandekommen eines Militärwittwen- und Waisenversorgungsgesetzes wirkte, starb am 1. September 1889 in Gmunden. H. war seit 28. Januar 1850 mit Natalie, geb. Gräfin von Sarntheim vermählt.

    • Literatur

      Acten d. k. u. k. Kriegsarchivs. — Swoboda, Die Theresianische Militärakademie und ihre Zöglinge. I. —
      Oester.-ungar. Wehrzeitung „Der Kamerad“. Jahrg. 1889. — Helfert, Die Tiroler Landesvertheidigung im Jahre 1848. Wien und Leipzig 1904.

  • Autor/in

    Criste.
  • Empfohlene Zitierweise

    Criste, Oscar, "Huyn, Johann Carl Graf" in: Allgemeine Deutsche Biographie 50 (1905), S. 525-526 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136505201.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA