Lebensdaten
1864 bis 1952
Geburtsort
Lörrach (Baden)
Sterbeort
Lörrach (Baden)
Beruf/Funktion
Keramiker ; Maler ; Architekt
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118725882 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Läuger, Max
  • Laeuger, Max
  • Läuger, Max
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Porträt(nachweise)

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Zitierweise

Laeuger, Max, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118725882.html [19.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Tobias Läuger (1833–1904), Büchsenmacher in L., S d. Seilers Joh. Michael in Kandern u. d. Barbara Tanner;
    M Sofie (1841–1918), T d. Baumeisters Josef Adler in L. u. d. Catharina Schultheiß;
    Karlsruhe 1895 Marie, T d. Faktors Carl Pfau u. d. Natalie N. N.;
    1 S, 1 T.

  • Leben

    L. ging 1881 an die Kunstgewerbeschule nach Karlsruhe, um Malerei und Innendekoration zu studieren. Seit 1884 wirkte er hier als Hilfslehrer für „Zeichnen und Modellieren“, seit 1888 als Lehrer für „Flächenmalerei und kunstgewerbliches Zeichnen“, seit 1894 war er an der Architekturabteilung der TH Karlsruhe tätig, seit 1896 als ao. Professor des Figurenzeichnens und Aquarellierens (o. Professor 1898).

    Anfangs widmete sich L. vor allem der Malerei, was ihn zu Studienaufenthalten in Italien (1891) und an der Pariser Académie Julian (1892/93) veranlaßte. Seit 1892 galt jedoch sein besonderes Interesse der Keramik, 1893 entstanden erste datierte Keramiken in Form von einfachen Krügen und Wandtellern, die technisch wie auch künstlerisch die Volkskunst und die Tradition des Markgräfler Landes widerspiegeln. 1897 übernahm L. die künstlerische Leitung der auf seine Anregung hin errichteten kunstkeramischen Abteilung der Tonwerke Kandern AG. 1897-1913 wurden seine Modellentwürfe serienmäßig produziert und fanden unter der Bezeichnung „Professor L.sche Kunsttöpfereien“ weite Verbreitung. Führenden Entwerfern und Kunsthandwerkern seiner Zeit wie Behrens, Pankok, Riemerschmid ebenbürtig, weitete L. jetzt seine Tätigkeit auf andere Bereiche des Kunstgewerbes – z. B. Diplome, Bucheinbände, Glasgemälde, Teppiche, Tapeten, Möbel, Kachelöfen, Kaminumkleidungen sowie ganze Innenraumgestaltungen – aus; diese Beschäftigung führte zu einer intensiven Beteiligung an Ausstellungen (1897 Berlin, 1900 Paris, 1902 Turin, 1904 St. Louis/USA, 1906 Dresden, 1910 Brüssel). Eine Berufung zum Direktor der Zürcher Kunstgewerbeschule lehnte er 1900 ab. L. zählte zu den Gründern des Deutschen Werkbundes 1907. Zu jener Zeit entwarf er auch Gartenanlagen und Architekturen (1907 Generalplanung der Mannheimer Gartenbauausstellung; 1908 Gestaltung der Gönner-Anlage, Baden-Baden, 1909 Haus Albert, Wiesbaden, 1913 Landhaus Simons/Elberfeld, 1922 Landhaus Pradella/Weggis, 1927 Haus Wilmanns/Heidelberg). Kennzeichnend für seine Gartengestaltungen sind die Rezeption des franz., frühklassizistischen Gartens und für seine Architekturen „klassische“, strenge Lösungen. Auf dem Gebiet der Keramik beschäftigte L. das Suchen nach zeitloser Schönheit und Form. Hier glückte ihm Außergewöhnliches, er zählt zu den bedeutendsten Keramikern Deutschlands. Durch langes Studium gelangte er mit Hilfe verfeinerter keramischer Gestaltungsmittel zu völlig neuartigen Schöpfungen in den Bereichen der Gefäßkunst, der Bildplatten und der Skulptur. Im Verlauf fruchtbarer Zusammenarbeit mit der Karlsruher Majolika-Manufaktur (1921–29) entstand 1926 L.s bedeutendstes baukeramisches und plastisches Monument: eine Brunnenanlage mit lebensgroßen weiblichen Figuren für den Ehrenhof der Stadthalle Mülheim/Ruhr. Ein Oeuvre, das annähernd 5 000 numerierte Keramiken umfaßt, bezeugt sein unermüdliches Ringen um die Verwirklichung seiner Ideen. Die Nationalsozialisten enthoben L. 1933 seines Lehramtes. Seine umfangreiche didaktische Tätigkeit belegen drei Kunsthandbücher, die der Geschmacksbildung- und -schulung dienen sollten.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (Dresden 1927); Böttgerplakette d. Dt. Keram. Ges. (1932); zahlr. Ausstellungs-Goldmedaillen.

  • Werke

    Weitere W Kunstgewerbemus. Berlin;
    Hetjens-Mus. Düsseldorf;
    Schloßmus. Ettlingen;
    Kestner-Mus. Hannover;
    Bad. Landesmus. Karlsruhe;
    Mus. d. Stadt Lörrach;
    Kunsthalle Mannheim;
    Neue Slg. München;
    Kunstgewerbemus. Zürich;
    div. Privatslgg. - Schrr.:
    Farbe u. Form in d. Bau- u. Raumkunst, 1937;
    Grundsätzliches üb. Malerei, Städtebau, Gartenkunst u. Reklame, 1938;
    Keram. Kunst, 1939.

  • Literatur

    F. R. W. Rauschenberg, in: Dt. Kunst u. Dekoration 7, 1900/01, S. 211-37;
    F. Wiechert, Neue Werke v. M. L., ebd. 49, 1921/22, S. 152-56;
    O. Pelka, Keramik d. Neuzeit, 1924, S. 157-61;
    A. Albiker, H. Esch, O. Fiederling, G. F. Hartlaub, E. Zschimmer, Festschr. M. L., 1930;
    A. Klein, in: Berr. d. Dt. Keram. Ges. 38, 1961, H. 9, S. 367-77;
    H. Fuchs, Kat. M. L., Ausstellung Mannheim, 1964;
    H. Sprenger, M. L., Diss. Karlsruhe 1971;
    G. Reineking-v. Bock, C. W. Schümann, Kat. Slg. G. u. K. Funke-Kaiser, Keramik, Köln, 1975;
    E. Klinge, Kat. Dt. Keramik d. 20. Jh. II, Düsseldorf, 1978;
    G. Reineking-v. Bock, Kat. Meister d. Dt. Keramik 1900–50, Köln, 1978;
    E. Kessler, Kat. Karlsruher Majolika 1901–78, Karlsruhe, 1979;
    dies., Zum keram. Oeuvre v. M. L., Diss. (in Vorbereitung);
    ThB;
    Vollmer.

  • Autor/in

    Elisabeth Kessler-Slotta
  • Empfohlene Zitierweise

    Kessler-Slotta, Elisabeth, "Laeuger, Max" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 405-406 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118725882.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA