Lebensdaten
1770 bis 1830
Geburtsort
Mannheim
Sterbeort
Karlsruhe
Beruf/Funktion
Maler ; Radierer
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118725440 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kuntz, Karl
  • Kuntz, Carl
  • Kuntz, Karl

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Kuntz, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118725440.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Rudolph (1745–1811), Schreinermeister, S d. Schreinermeisters Joh. Carl in M. u. d. Anna Eleonore N. N.;
    M Anna Maria ( 1829), T d. Bauern Johannes Neumann in Odernheim b. Alzey;
    Mannheim 1795 Anne Marie (kath.), T d. Georg Ludwig Oßwald, Stadthauptm. u. Hofglasermeister in M.;
    8 K (3 früh †), u. a. Rudolf (1797–1848), bad. Hofmaler (s. ADB 17), Ludwig (1803–76), Maler u. Zeichenlehrer in K. (beide s. ThB), Gustav (1807–86), preuß. Gen.-Lt.

  • Leben

    K. besuchte die Mannheimer Zeichnungsakademie. Jakob Rieger, ein Schüler Ferd. Kobells, unterrichtete ihn in der Landschaftsmalerei nach dem Vorbild der Niederländer des 17. Jh. Obwohl K. räumlich von den Kobells (München) getrennt war, durchlief er eine ähnliche künstlerische Entwicklung wie die „Münchner Landschaftsmaler“. In den Jahren 1791/92 bereiste er die Schweiz und Oberitalien. Er erwarb dabei gründliche Kenntnisse in der Druckgraphik, vor allem in der Aquatintaradierung. Gleichzeitig entstanden hervorragende., plein-air“-Studien. Nach der Rückkehr in seine Vaterstadt festigte er seinen Ruf als Graphiker durch die Serie der „Schwetzinger Stiche“ (1793). Eine feste Anstellung fand K. bei der 1796 ins Leben gerufenen Chalkographischen Gesellschaft in Dessau. Dort wurde er als Zeichner beschäftigt, fertigte aber auch selbst Aquatintaradierungen. 1804, nachdem er beim bad. Hof vergebliche Versuche unternommen hatte, die Mannheimer Zeichnungsakademie vor der Auflösung zu bewahren, wurde ihm ein Wartegeld zugeteilt und die Ernennung als Hofmaler in Aussicht gestellt. Um diese Zeit entstand eine Reihe von Landschaftsgemälden, meist im Auftrag des bad. Hofes. Genaue Schilderung der Gegend, atmosphärische Feinheiten und duftige, lichtdurchflutete Farbigkeit sichern ihnen eine bedeutende Stellung in der bad. Vedutenmalerei. 1806 entstanden Wandgemälde für die Innendekoration des Schlosses Bauschlott b. Pforzheim (Karlsruhe, Bad. Landesmus.). Dem Geschmack des Hofes Rechnung tragend, malte K. bad. Landschaften, wobei die niederländ. Formensprache des 17. Jh. Beachtung fand. 1808 siedelte er, inzwischen Hofmaler, nach Karlsruhe über, wo er für das Hochbergsche Palais vier Bodenseelandschaften malte. Diese 2 auf 3 Meter großen Ansichten zeigen Bodenseemotive zu verschiedenen Tageszeiten (2 in Salem). Auch hier wurde die Naturbeobachtung wieder mit der niederländ. Tradition verknüpft. Diesen Aufträgen liegt eine große Anzahl Naturstudien zugrunde. 1812 wurde K. dazu ausersehen, der Ghzgn. Stéphanie Beauharnais täglich Zeichenunterricht zu erteilen. Ein von K. nach Paulus Potter kopiertes Tierbild, „Der Frühlingsmorgen“ (Mannheim, Städt. Kunsthalle), erregte 1815 ungewöhnliches Aufsehen wegen seiner Ähnlichkeit mit dem Original. Man war voll des Lobes, Hof- und Geldadel bestellten fortan Tierbilder. Diese auf der niederländ. Tradition basierenden Tierstücke steigerte K. zu einer außergewöhnlichen Perfektion. 1818 wurde er zum Mitbegründer des Karlsruher Kunstvereins, 1829 ernannte ihn Ghzg. Ludwig zum Galeriedirektor, doch konnte er dieses Amt nur ein Jahr bekleiden. Schüler K.s waren seine beiden Söhne Rudolf und Ludwig, sowie der Heidelberger Ernst Fries.

  • Werke

    Weitere W u. a. Schlafender Hirtenjunge auf d. Alm, 1792 (Kiel, Stiftung Pommern);
    Hirt u. Herde am Brunnen, 1801 (Kassel, Staatl. Kunstslg.);
    Landleute am Ufer e. Gebirgssees, 1791 (München, Bayer. Staatsgem.slgg.);
    Kämpfende Kühe b. e. Gehöft, 1815 (ebd.);
    Hirt v. e. Stier angegriffen, 1815 (ebd.);
    Blick vom Häßlich, 1816 (Baden-Baden, Stadtgeschichtl. Slgg.);
    Landschaft mit Rindern, 1821 (Berlin[-Ost], Staatl. Mus.);
    Schwarzwaldlandschaft, 1824 (ebd.);
    zahlr. Zeichnungen, Aquarelle u. Radierungen in d. Staatl. Kunsthalle Karlsruhe;
    Tierstud. in Öl sowie Radierungen im Städt. Reiss-Mus. Mannheim;
    weitere W in Privatbes. u. vermutl. in Leipzig, Dresden u. Moskau. - Nachlaß
    ;
    Mannheim, Städt. Kunsthalle.

  • Literatur

    ADB 17;
    J. Beringer, Kurpfälz. Kunst u. Kultur im 18. Jh., 1907;
    F. Hirsch, 100 J. Bauen u. Schauen, 1928;
    A. v. Schneider, K. K., in: Mein Heimatland 29, 1942;
    ders., Bad. Malerei d. 19. Jh., 21968;
    L. Benedict, Bad. Hofmaler K. K. 1770-1830, Diss. Karlsruhe 1980;
    ThB.

  • Portraits

    Selbstbildnis (Öl), 1789 (Mannheim, Staatl. Kunsthalle).

  • Autor/in

    Lieselotte Benedict
  • Empfohlene Zitierweise

    Benedict, Lieselotte, "Kuntz, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 305 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118725440.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Kuntz: Karl K., Maler und Radirer, geb. in Mannheim im J. 1770, als Hofmaler und Galeriedirector zu Karlsruhe am 8. September 1830. Nachdem er seine ersten Lehrjahre in Mannheim verlebt hatte, ging er 1790 nach der Schweiz und Oberitalien. Als die Pfalz an Baden fiel, kam er durch Weinbrenner's Vermittlung nach Karlsruhe. Vorzüglich naturtreu und lebendig war er in der Darstellung von Rindern, Schafen, Ziegen und Pferden, von denen er Thonmodelle nach der Natur zu machen Pflegte. Er zeichnet streng, seine Farbe ist klar, die Lüfte zart, doch fehlt es bei Glätte der Darstellung oft an Kraft. Bedeutender als z. B. in den Bildern dieser Art, welche die Karlsruher Kunsthalle besitzt, erscheint er in seinen unmittelbar nach der Natur gemachten Studien, deren man z. G. in der Mannheimer Galerie findet. Außerdem hat er zahlreiche Ansichten von Mannheim, Baden, Heidelberg, Schwetzingen etc. in Aquatinta verfertigt und nach Paul Potter, Roos, v. d. Dres, v. d. Velde radirt. — Sein Sohn Rudolf K., geb. 1797. zu Karlsruhe 1848, malte in der Weise des Paters, ohne ihm gleichzukommen und war zugleich Kupferstecher und Lithograph.

    • Literatur

      Vgl. Woltmann in Weech's Bad. Biogr. I. S. 487.

  • Autor/in

    v. L.
  • Empfohlene Zitierweise

    L., von, "Kuntz, Carl" in: Allgemeine Deutsche Biographie 17 (1883), S. 397 unter Kuntz, Karl [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118725440.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA