Lebensdaten
1564 bis 1632 oder 1634
Geburtsort
München
Sterbeort
Weilheim
Beruf/Funktion
Bildhauer
Konfession
katholisch?
Normdaten
GND: 123193869 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Degler, Hans
  • Degeler, Hans
  • Degler, Johann
  • mehr

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Zitierweise

Degler, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd123193869.html [20.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Christian od. Hans, beide Ende des 16. Jh. in München als Maler und Farbenreiber tätig (s. ThB);
    B Heinrich, Bildhauer in Wien, Christoph ( um 1625), Maler u. Bildhauer;
    1) 1590 Helene ( 1627), T des Bildhauers Adam Krumper (1538 bis n. 1620), Schw des Plastikers Hans ( 1634, s. ThB), 2) 1627 Ursula;
    S David, Andreas, beide Bildhauer.

  • Leben

    D.s Herkunft hat sich bisher ebenso wenig ermitteln lassen wie sein Lehrherr. Seit seiner 1. Ehe finden wir ihn in Weilheim in der Werkstatt seines Schwiegervaters arbeiten. In dieser Zeit übernahm D. die Ausstattung einiger ländlicher Kirchen der Umgebung (erhalten: Salvator mundi, 1601 in der Sakristei zu Rottenbuch). 1600 erging an den Künstler einer der größten Aufträge seiner Zeit, für das mächtige Reichsgotteshaus Sankt Ulrich und Afra in Augsburg drei große Altäre zur 1300 Jahrfeier der Namenspatronin zu erstellen. 1604 wurde der voluminöse Hauptaltar fertig, 1607 die beiden stattlichen Seitenaltäre, 1608 die ornamental besonders sorgfältig ausgeführte Kanzel. Die gewaltigen Holzaufbauten dieser drei Altäre tragen in fast verwirrend ikonographischem Aufwand eine Überfülle von nicht weniger als 270 Einzelfiguren. Es ging D. im Aufbau der Altäre nicht so sehr um eine eindeutig plastische Wirkung, sondern in fast manieristischer Weise um die Umsetzung zeitgenössischer Stichwerke in die Formensprache der Plastik und zugleich um die Schaffung einer malerischen Illusion. Diese Augsburger Altäre wurden weithin gerühmt und wirkten in gewissem Sinne schulbildend. So gingen aus D.s Werkstatt Schüler wie Christoph Angermayer, Georg Petel und Hans Spindler hervor. Auch an Ehrungen fehlte es D. nicht. Seit 1607 saß er im äußeren Rat, seit 1617 gehörte er zum „Beisitz“ des inneren Rates von Weilheim. Von den zahlreichen Arbeiten D.s sind leider viele verloren gegangen, wie der größte Teil, den er auf Empfehlung von H. Krumper für das österreichische Stift Kremsmünster anfertigte. (Der Rest heute in Grünau im Almtal [Oberösterreich]) Auch die Arbeiten für das Stift Wilhering|/Oberdonau, die durch Akten belegbar sind, hat ein Brand zerstört. Von dem umfangreichen Auftrag, den der Künstler 1619 für die Zisterzienserabtei Aldersbach (Niederbayern) ausführte, ist nur eine lebensgroße Madonna erhalten. Zu den verlorenen Werken gehören auch die Rosenkranzmadonna von 1608 für Polling, sowie Arbeiten für Altötting, Reichersberg und Seefeld (Tirol). Nach 1623 geriet D. wie viele seiner Zeitgenossen in materielle Not und wachsende Schuldenlast. Selbst der Turm blieb ihm nicht erspart. Die Werkstatt führte sein Sohn David zusammen mit seinen Söhnen weiter. Eigentliche Spätwerke des Künstlers sind nicht mehr faßbar. D. ist der typische Vertreter der Übergangszeit, der an die späte Gotik mit ihrer splitterigen Kleinteiligkeit und der von außen auferlegten Form anknüpft. Er bleibt bis zuletzt der Stilstufe des Manierismus verhaftet und vollzieht weder im Gesamtaufbau noch in den Einzelteilen seiner Altäre den Schritt zum Barock.

  • Literatur

    P. v. Stetten, Kunst-Gewerbe- und Handwerksgesch. d. Reichsstadt Augsburg, 1779;
    R. Hoffmann, Der Altarbau im Erzbistum München u. Freising, 1905;
    A. E. Brinkmann, Barockskulptur, 1917;
    C. Feuchtmayr, Schwäb. u. bayr. Bildhauer d. Spätrenaissance u. d. Frühbarocks, 1922;
    N. Pevsner, Gegenref. u. Manierismus, in: Repert. f. Kunstwiss., Bd. 46, 1925;
    A. Feulner, Die dt. Plastik d. 17. Jh., 1926;
    M. Hartig, Reichsstift St. Ulrich, in: Münchner Jb., NF 3, 1926;
    F. J. Lipowsky, Bayr. Künstlerlex., 1810;
    ThB.

  • Autor/in

    Friedrich Wilhelm Schiele
  • Empfohlene Zitierweise

    Schiele, Friedrich Wilhelm, "Degler, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 561-562 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123193869.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA