Lebensdaten
1801 bis 1883
Geburtsort
Eisleben (Sachsen-Anhalt)
Sterbeort
Augsburg
Beruf/Funktion
Industrieller ; Maschinenfabrikant ; Mitbegründer der MAN
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 119538881 | OGND | VIAF: 37728906
Namensvarianten
  • Reichenbach, Carl
  • Reichenbach, Carl August
  • Reichenbach, Carl
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Zitierweise

Reichenbach, Carl August, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119538881.html [05.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Christian Friedrich. Seilermeister in E.;
    M Rosina ( 1] N. N. Helbig, Bergmann), T d. Johann Christoph Koenig (1741–91), Ackerbürger in E., u. d. Sophie Christiane Rohse (1735–1822);
    Om Friedrich Koenig (1774–1833), Erfinder d. Schnellpresse (s. NDB XII);
    Halb-B Fritz Helbig (* 1793), 1832 Gründer d. Schnellpressenfabr. Helbig & Müller in Wien;
    1) Augsburg 1829 Sophie (1805–59), T d. N. N. Sprinzing, Expeditor d. Cotta'schen Druckerei in A., 2) Augsburg 1866 Margarete Bühlmeyer (* 1842); Schwägerin Auguste Sprinzing ( 1] Gottlieb Ulrich Geiger, 1841, Buchdrucker in A., 2] Karl Buz, 1803–70, Ing.-Offz.);
    8 K aus 1), u. a. Karl (1835–75), Sophie (1836–1914, Heinrich Rr. v. Buz, 1833–1918, bayer. Personaladel 1913, trat 1857 in R.s Masch.fabr. ein, 1864 Dir., 1898-1913 Gen.dir. d. MAN, s. NDB III; Stadtlex. Augsburg), Georg August Gottlieb (1838–81), Ing., 5 K aus 2), u. a. Karl (* 1867), Polytechniker, Friedrich (1868–1915), Julie (* 1873, Jakob Imbihl, Fahrikdir.).

  • Leben

    R. absolvierte nach der Drechslerlehre in Leipzig eine zweite Lehrzeit als Maschinenbauer. Diese Ausbildung bei seinem Onkel Friedrich Koenig in Würzburg-Oberzell, der als Erfinder der Schnellpresse gilt, umfaßte die üblichen Lehr- und Wanderjahre, die ihn über Frankfurt/M., Straßburg und Nancy nach Paris führten (1821-24). Die Firma „Koenig & Bauer“ stellte 1824 bei der „Cotta'-schen Buchdruckerei“ in Augsburg die erste Schnellpresse in Süddeutschland auf. Im selben Jahr wurde R. bei Cotta als Nachfolger seines Halbbruders Fritz Helbig Mechaniker und Oberaufseher (bis 1844). Im Auftrag von „Koenig & Bauer“ unternahm R. 1827/28 eine Reise in die Druckereizentren des Rheinlands, Hollands, Belgiens und Frankreichs, die der Erforschung des Marktes, Erkundungen über engl. Maschinen und der Werbung von Kunden diente.

    Seit 1835 war R. stiller Teilhaber der Buchdruckerei seines Schwagers Gottlieb Ulrich Geiger in Augsburg; nach dessen Tod 1841 wurde sein Schwager Karl Buz neuer Teilhaber. Mit diesem pachtete R. 1844 die vier Jahre zuvor gegründete „Sander'sche Maschinenfabrik“ in Augsburg, die 1845 nun unter dem Namen „C. Reichenbach'sche Maschinen-Fabrik“ ihre erste Schnellpresse auslieferte, die – je nach Bogengröße – zwischen 1000 und 1400 Exemplare pro Stunde (bisher die Tagesleistung) drucken konnte. Die Produktionspalette umfaßte daneben ein breites Sortiment u. a. an Dampfmaschinen, Wasserräder und Turbinen. Nach dem Kauf des Unternehmens durch R. und Buz 1855 erfolgte bereits zwei Jahre später die Umwandlung zur „Maschinenfabrik Augsburg AG“. Buz wurde alleiniger Direktor, während R. lediglich „die spezielle Branche der Fabrikation der Schnellpressen“ leitete. Zwar konnte R. als bisheriger Konzessionsnehmer seine Schnellpressen weiterhin mit dem Markenzeichen „Construction von C. Reichenbach“ versehen, trat aber in der Unternehmenshierarchie hinter Buz zurück. 1861 schied R. aus der unmittelbaren Leitung des Betriebs aus, blieb aber bis 1883 im Aufsichtsrat. Seit 1861 betrieb er die „G. Geiger'sche Buchdruckerei“, den Verlag des Augsburger Tagblattes, zu dem 1862-76 eine Buchhandlung gehörte. Der Druckmaschinenbau bildet heute eine eigene Sparte des MAN-Konzerns (MAN Roland Druckmaschinen AG).

  • Literatur

    Augsburger Tagbl. v. 21.8.1883 (Nachruf);
    K. Wolf, Gesch. d. M.A.N.-Druckmaschinenbaues, 1. Teil: Der Schnellpressenbau 1845-1859, o. J. (Typoskr. im Hist. Archiv d. MAN AG Augsburg);
    F. Büchner, Hundert J. Gesch. d. Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg, 1940;
    H. Hesse, in: Lb. Bayer. Schwaben 13, 1986, S. 218-50 (P);
    ders., C. A. R. u. d. Beginn d. Druckmaschinenbaus in Augsburg, in: H. Gier u. J. Janota (Hg.), Augsburger Buchdruck u. Verlagswesen, 1997, S. 1081-100;
    D. Schumann, Bayerns Untern. in Ges. u. Staat, 1992;
    Augsburger Stadtlex (L, P).|

  • Quellen

    Qu Hist. Archiv d. MAN AG Augsburg (Gründungsakten Sander'sche u. C. Reichenbach’sche Maschinenfabrik 1840-1858 [A 11.1], Statuten u. Verträge d. AG [A 11.2], Copierbuch R.s 1858-1861, biogr. Skizzen).

  • Portraits

    Ölgem., anonym, um 1870 (Augsburg, MAN Mus.).

  • Autor/in

    Jürgen Schmid
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmid, Jürgen, "Reichenbach, Carl August" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 307 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119538881.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA