Konrad von Waldhausen
- Lebensdaten
- um 1320 – 1369
- Geburtsort
- in oder um Waldhausen (Oberösterreich)
- Sterbeort
- Prag
- Beruf/Funktion
- Sittenprediger ; Prediger
- Konfession
- katholisch
- Normdaten
- GND: 119285010 | OGND | VIAF: 47568035
- Namensvarianten
-
- Konrad
- Conradus de Austria
- Waldhauser, Konrad
- Waldhausen, Konrad von (von ist kein Adelsprädikat)
- Konrad de Austria
- Konrad von Waldhausen
- Konrad
- Conradus de Austria
- Waldhauser, Konrad
- Waldhausen, Konrad von (von ist kein Adelsprädikat)
- waldhausen, konrad von
- Konrad de Austria
- Konrad, von Waldhausen
- Konrad, Waldhauser
- Conrad, von Waldhausen
- Conradus, de Waldhausen
- Conradus, Pragensis
- Waldhausen, Conradus de
- Waldhauser, Konrad von
- Waldhauser, Conrad
- Conrad, Waldhauser
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- Conrad von Waldhausen
- Conrad
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- Waldhausen, Conrad von (von ist kein Adelsprädikat)
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- Conrad, Waldhäuser
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Konrad von Waldhausen (Conradus de Austria)
Sittenprediger, * um 1320 in oder um Waldhausen (Oberösterreich), † 8.12.1369 Prag.
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Biographie
K. ist einer der ersten Vorläufer des Hussitismus. Er trat in das Augustinerchorherrnstift Waldhausen¶ ein, das in den Hussitenkriegen 1432 zerstört wurde. 1343 wurde er zum Priester geweiht. 1349 weilte er in Bologna, von wo damals die große Reform der Augustinerklöster im frühhumanistischen Geiste ausging. 1350 von einer Romreise zurückgekehrt, predigte er im Dienste des Bischofs von Passau. In Wien wurde 1354 Kaiser Karl IV. auf ihn aufmerksam; er berief ihn ein Jahr später wegen seiner großen Beredsamkeit nach Prag und machte ihn zu seinem Beichtvater. K. predigte zuerst in der Kirche von Sankt Gallus und seit 1364 in der Teynkirche, der Hauptkirche Prags. „So viele Menschen“, berichtet Benesch von Weitmühl in seiner Chronik, „besuchten seine deutschen Predigten, daß er aus der Kirche auf den freien Markt gehen mußte. Wucherer ließen ihre Geschäfte fahren, wenn sie die Macht seiner Predigt traf, Leichtsinnige durchschauerte sein Wort so tief, daß sie innigste Reue ergriff. Frauen, die weite und sehr teuere Kleider aus seltenen Stoffen getragen hatten, legten diese ab und gingen in schlichten Gewändern einher.“ Ein Nürnberger, der viel in der Welt herumgekommen war, schrieb, daß er „niemals einen gleich hinreißenden Prediger wie K. gehört habe“. K., der die tschechische Sprache nicht beherrschte, predigte in deutscher und lateinischer Sprache. Seine Predigten, die nicht im Wortlaut überliefert sind, zeichnen sich durch hohen sittlichen Ernst und Anwendbarkeit aufs Leben, durch Liebe zur Wahrheit und großen Mut aus. Er schreckte selbst davor nicht zurück, die Kaiserin öffentlich zu rügen, als sie einmal in die Kirche eintrat und die Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Er verurteilte das üppige Leben der vornehmen Stände und reichen Bürger und wandte sich gegen Luxus und Prunk, gegen den Verfall der Sitten, gegen das Karten- und Würfelspiel sowie gegen Trunksucht und Unzucht. Er entzündete in den Menschen das Feuer der Liebe zum armen und demütigen Christus und wirkte durch sein persönliches Vorbild mehr als durch seine Gelehrsamkeit. Er führte in der Teynkirche den Kirchengesang ein. Heftigen Widerstand erregte er bei den Bettelmönchen, gegen deren Habgier und Reliquienhandel er zu Felde zog. Sie verbreiteten Verleumdungen gegen ihn auch in seiner österreichischen Heimat und am Hofe Rudolfs IV. K. aber versäumte es nicht, in einer Verteidigungsschrift seine Landsleute über die dunklen Machenschaften seiner Gegner aufzuklären; diese schalten ihn sogar als Antichrist und strengten einen Ketzerprozeß gegen ihn an. Als K. als kaiserlicher Kaplan Karl IV. auf der Romfahrt 1368 begleitete, wurde ihm in Rom wegen seiner angeblich ketzerischen Ansichten der Prozeß gemacht; es ging dabei um die Frage der „Visio Dei“, ob man Gottes Angesicht gleich nach dem Tode oder erst beim Jüngsten Gericht schauen werde. Zermürbt durch die dauernden Angriffe, starb K. in Prag, noch ehe der Prozeß entschieden war. Eine Reihe von Reformgesinnten stand in seinem Bann, so sein Freund Militsch von Kremsier, aber auch|Mathias Janow und →Adalbert Ranconis. Jan Hus hat in seiner lateinischen Postille ganze Absätze und Auslegungen aus den Postillen K.s übernommen, ebenso benützte er bei seiner Abhandlung über den Tanz die letzte Schrift K.s (Detestatio choreae) über die Verwünschung des Tanzes.
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Werke
Postilla studentium universitatis Pragensis (Slg. v. 73 Musterbeispielen, weitverbreitet);
Apologia (Accusationes mendicatium), 1364, in: Fontes rerum Austr. 2, VI, hrsg. v. K. Höfler, 1856, S. 17-39;
Predigt auf d. Tod d. EB Ernst v. Pardubitz, 1364 (Stiftsbibl. St. Pölten);
Applicatio sententiarum Valerii Maximi ad Theologiam (Klosterbibl. Göttweig). -
Literatur
ADB 45 (unter Waldhauser);
F. Palacky, Předchudcové husitství v Čechách, 1869;
F. Mencik, in: Abh. d. kgl. böhm. Ges. d. Wiss. IV, 11, 1909;
F. Loskot, K. W., předchudce místra J. Hus, 1909;
F. M. Bartoš, K. W. a ohlas jeho díla u nás (Kostnické jiskry), 1942;
A. Zerlik, in: Oberösterr. Heimatbll. 23, 1969, H. 3/4;
K. F. Richter, in: Lb. z. Gesch. d. böhm. Länder III, 1978 (L). -
Autor/in
Alfred Zerlik -
Zitierweise
Zerlik, Alfred, "Konrad von Waldhausen (Conradus de Austria)" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1980), S. 552 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119285010.html#ndbcontent