Lebensdaten
1847 bis 1923
Geburtsort
Burbach Kreis Siegen
Sterbeort
Münster (Westfalen)
Beruf/Funktion
Mathematiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119097117 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Killing, Wilhelm
  • Killing, Guilelmus
  • Killing, W.
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Zitierweise

Killing, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119097117.html [20.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Josef (1812–98), Gerichtssthreiber in B., seit 1862 Bgm. in Rüthen, aus Steinbruchbes.fam. in Anröchte Kr. Lippstadt;
    M Katharina Kortenbach (1815–83);
    1875 Anna, T d. Musikwiss. Franz Commer ( 1887, s. NDB III) u. d. Anna-Maria v. Aster;
    2 S, 3 T, u. a. Josef (1883–1910 [?]), Musikhist.

  • Leben

    Killing begann mit dem Studium der Mathematik an der theologisch-philosophischen Akademie in Münster (1865–67), wo E. Heis die Mathematik und Astronomie vertrat; hier studierte er auch die Werke von J. Plücker und L. O. Hesse sowie die „Disquisitiones arithmeticae“ von Gauß. 1867-69 und 1871-72 studierte er in Berlin, unter anderem bei E. E. Kummer, K. Weierstraß und H. Helmholtz. 1871/72 leitete er die Höhere Schule in Rüthen und wurde mit einer von Weierstraß angeregten Arbeit „Der Flächenbüschel zweiter Ordnung“ 1872 zum Dr. philosophiae promoviert. K. schloß seine Studien mit der Prüfung für das höhere Lehramt (1873) und dem pädagogischen Probejahr (1873/74) ab und wurde Gymnasiallehrer, zunächst in Berlin (Friedrich Werder-Gymnasium; katholisches Progymnasium zu Sankt Hedwig), seit 1878 in Brilon. 1882 wurde er auf Empfehlung von Weierstraß als ordentlicher Professor nach Braunsberg i. Pr. an das Lyceum Hosianum berufen, 1892 schließlich als ordentlicher Professor für Mathematik und als Nachfolger von R. Sturm nach Münster (seit 1902 Universität), wo er bis zu seiner Emeritierung (1920) lehrte.

    K. war besonders vielseitig. In Braunsberg las er über Botanik, Chemie, Optik, Infinitesimalrechnung, analytische Geometrie, Geschichte der Mathematik und Naturwissenschaften, philosophisch-mathematische Grundlagenfragen sowie alljährlich über „Die Übereinstimmung der Naturgesetze mit der göttlichen Offenbarung“, K. übte sowohl in Braunsberg als auch in Münster das Amt des Rektors aus und war Mitglied der Braunsberger Stadtverordnetenversammlung. K.s erste Arbeiten über die Grundlagen der Geometrie gehen auf Weierstraß zurück. Dabei gelangte K. auf eigenen Wegen zu den infinitesimalen Transformationen, die jedoch – ihm nicht bekannt – schon 1869 von Sophus Lie eingeführt worden waren, worüber ihn nachträglich F. Klein verständigte. An die von K. geleisteten Beiträge, zum Beispiel über die Zusammensetzung der endlichen kontinuierlichen Gruppen (K.sches Theorem für einfache Lie'sche Gruppen) bildeten die Grundlage für E. Cartan („Killing-Cartansche Klassen einfacher Lie'scher Ringe“). 1900 trug ihm sein 2bändiges Hauptwerk „Einführung in die Grundlagen der Geometrie“ (1893/98) den Lobatschewskij-Preis und 1913 die Goldmedaille der Physiko-Mathematischen Gesellschaft der Universität Kasan ein; ebenso bedeutsam war sein „Lehrbuch der analytischen Geometrie in homogenen Koordinaten“ (2 Bände, 1900/01). In Münster lag der Schwerpunkt seiner Arbeit in der Ausbildung der Lehramtskandidaten. Neben den Seminaren und Vorlesungen für ältere Semester hielt er auch außerhalb der Universität abendliche Repetitorien ab und kümmerte sich durch Einrichtung von Ferienkursen um die Fortbildung der Gymnasiallehrer. Bedeutung für die Didaktik des mathematischen Unterrichts erlangte sein im Zusammenwirken mit Praktikern entstandenes und mit H. Hovestadt herausgegebenes „Handbuch des mathematischen Unterrichts“ (2 Bände, 1910/13). Durch den Ausbau des mathematischen Fachbereichs (Errichtung einer 2. Professur, Habilitation von tüchtigen Privatdozenten) bereitete er die Ära internationaler Geltung vor, die die Universität Münster unter seinen Nachfolgern erlangte.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. u. Ehrenmitgl. zahlr. wiss. Ges.; Vors. d. mathemat.-naturwiss. Abt. der Görres-Ges.

  • Werke

    Weitere W u. a. Erweiterung d. Raumbegriffes, 1884;
    Die nicht-euklid. Raumformen in analyt.|Behandlung, 1885;
    Ausbildung d. Gymnasiallehrer, in: Jber. d. Dt. Math. Vereinigung 22, 1913.

  • Literatur

    P. Oellers, in: Academia 39, 8, 1923, S. 163-65, 9, S. 181 f.;
    ders., W. K., ein Univ.-Prof. im Tertiarenkleid, 1925;
    ders., W. K.s wiss. Bedeutung, in: Franziskas Stud. 14, 1927;
    ders., W. K., e. modernes Gel.leben mit Christus, 1928;
    ders., in: Rel. Quellenschr. 53, 1929;
    Zs. f. Hochschulpäd. 15, 6, 1923;
    R. v. Lilienthal, Gedenkrede auf W. K. in d. Math. Ges. Münster v. 24.2.1923;
    Stimmen d. Zeit 107, Aug. 1924, S. 399;
    Jber. d. Dt. Math. Vereinigung 53, 1929;
    Altpreuß. Biogr.;
    W. Schulte, Westfäl. Köpfe, 1963, S. 152 f. (P);
    DBJ V (L, u. Tl.);
    Pogg. III-VI.

  • Autor/in

    Otto Volk
  • Empfohlene Zitierweise

    Volk, Otto, "Killing, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 607 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119097117.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA