Lebensdaten
1873 bis 1937
Geburtsort
Ansbach
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Internist
Konfession
katholische Familie
Normdaten
GND: 116142308 | OGND | VIAF: 47506158
Namensvarianten
  • Kerschensteiner, Hermann
  • Cerschensteiner, Hermann

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Zitierweise

Kerschensteiner, Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116142308.html [17.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Joseph v. K. (bayer. Personaladel 1881, 1831-96), Dr. med., Bez.arzt in Augsburg, 1874 Medizinalrat in A., 1874 in M., 1879-95 Obermedizinalrat u. Referent üb. d. Medizinalwesen im bayer. Min. d. Innern, veröff. Arbb. üb. sanitätspolizeil. gerichtsmed. u. med. hist. Themen (s. ADB 51; BLÄ; Schärl), S d. Anton (s. Gen. 1) u. d. Barbara Haltmair;
    M Juliana (1846–1925), T d. Rentbeamten Anton Reisenegger u. d. Mathilde Müller;
    Ov Georg (s. 1);
    Halb-B Joseph (1864–1936), Maler;
    Schw Julie ( Ernst Reisinger, 1884–1952, Dir. d. Landerziehungsheims Schondorf am Ammersee), Hedwig ( Ludwig Seitz, 1872–1961, Prof. d. Gynäkol. in Frankfurt);
    - 1) Anna Buchholz, 2) München 1914 Fanny (* 1876), T d. Michael Albrecht (1843–1917), Dir. d. Tierärztl. Hochschule in M. (s. DBJ II, Tl.), u. d. Amalie Jul. Hofer; Schwäger Hans Albrecht (1878–1944), Prof. d. Frauenheilkde., Dir. d. Rotkreuz-Krankenhauses in M., Eugen Albrecht (1872–1908), Biologe, patholog. Anatom, Gründer u. Hrsg. d. „Frankfurter Zs. f. Pathol.“ (s. Fischer,, W, P);
    T aus 2) Jula (* 1917), Prof. d. klass. Philol.

  • Leben

    In K. entwickelte sich bereits auf dem Wilhelmsgymnasium in München eine außergewöhnlich große Vorliebe für die Antike. Er studierte aber Medizin, und zwar in München und Würzburg. 1896 promovierte er in|München zum doctor medicinae und war anschließend Assistent bei Hugo von Ziemssen im Allgemeinen Krankenhaus links der Isar. 1899 unternahm er eine Studienreise nach Argentinien; nach seiner Rückkehr im selben Jahre war er im Hamburger Hygienischen Institut und im Institut für Infektionskrankheiten in Berlin bei Robert Koch tätig. Dann arbeitete er in München im Medizinisch-klinischen Institut und an der Medizinischen Klinik bei Joseph Bauer. 1902 habilitierte er sich für das Fach Innere Medizin. Zu dieser Zeit veröffentlichte er zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, die vorwiegend bakteriologische und neurologische Probleme behandelten. 1909 wurde K. als Oberarzt an das neue Schwabinger Krankenhaus berufen, 1920 zum Direktor ernannt. In dieser Stellung wirkte er bis zu seinem Tode.

    K. entwickelte sich zu einem der hervorragendsten Kenner des Krankenhauswesens; viele Jahre lang war er Mitglied des Gutachterausschusses für das öffentliche Krankenhauswesen. In zahlreichen Publikationen befaßte er sich mit dem Neubau, Umbau und der Einrichtung von Krankenanstalten. Doch nicht nur Fragen der Krankenpflege im Hospital veranlaßten ihn zur Suche nach befriedigenden Lösungen, vielmehr widmete er sich nahezu allen großen ärztlichen Zeitfragen. Als verantwortungsbewußten Standespolitiker beschäftigten ihn die Ärzteorganisation, das Ärztegesetz und die Ärzteversorgung. An der Universität München hielt K. Vorlesungen über klinische Bakteriologie, physikalische Diagnostik, Therapie innerer Krankheiten und über ausgewählte Kapitel aus der pathologischen Physiologie. In Verbindung mit seinen archäologischen und medizingeschichtlichen Kenntnissen konnte seine Arbeit „Antike Heilstätten. Neue Ausgrabungen“ (1934) entstehen, in welcher er die Heilungszeremonien in den Asklepiosheiligtümern schildert. K. hielt viele Jahre lang Vorlesungen über Geschichte der Medizin.

  • Werke

    Weitere W u. a. Gesch. d. Münchener Krankenanstalten, insbes. d. Krankenhauses links d. Isar, in: Ann. d. städl. allg. Krankenhäuser zu München 15, 1910, S. 1-298, 21939 (P);
    Die Neuordnung d. med. Studiums, in: Münchener Med. Wschr. 66, 1919;
    Ärztl. Voraussetzungen beim Neubau v. Krankenanstalten, in: Zs. f. Krankenanstalten 16, 1925;
    Maßnahmen z. behebenden od. z. erwartenden Bettennot, in: Jb. d. Ludwig-Maximilian-Univ. München 1926/27. -
    Verz. (ca. 70 Arbb.) in: G. Bachmann, Personalbibliogr. d. Professoren u. Dozenten d. Inneren Med. an d. Med. Fak. d. Univ. zu München im ungefähren Zeitraum v. 1870-1920, mit kurzen biogr. Angaben u. Oberblick üb. d. Sachgebiete, Diss. Erlangen 1971.

  • Literatur

    Martin Müller, in: Münchener Med. Wschr. 84, 1937, S. 1041 f.;
    ders., in: H. K., Gesch. d. Münchener Krankenanstalten, 21939 (P);
    A. Schlick, H. K., Gedächtnisrede, 1937 (P);
    J. Bauer, Schwabinger Krankenhaus im Wandel, 1962 (P).

  • Autor/in

    Karl-Ludwig Sailer
  • Empfohlene Zitierweise

    Sailer, Karl-Ludwig, "Kerschensteiner, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 536 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116142308.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA