Lebensdaten
1761 – 1806
Geburtsort
Imst (Tirol)
Sterbeort
Einöd bei Graz
Beruf/Funktion
Maler ; Graphiker ; Verleger ; Lithograph ; Künstler ; Kupferstecher
Konfession
katholisch?
Normdaten
GND: 132362775 | OGND | VIAF: 19626611
Namensvarianten
  • Kapeller, Josef Anton
  • Kapeller, Jos.
  • Kapeller, Josef Anton, der Jüngere
  • mehr

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Zitierweise

Kapeller, Josef Anton, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd132362775.html [13.06.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Josef Anton ( 1763), Maler in I.;
    M Brigitte Oberhofer;
    Innsbruck 1799 Maria Anna v. Sigowski, Miniaturmalerin (s. ThB).

  • Biographie

    1775-81 war K. Schüler von Johann Georg Witwer in Imst und Franz Anton Zeiller in Reutte. 1782 ging K. an die Wiener Akademie (Füger und Maurer) und wurde 1787 mit dem 1. Preis (schlafender Faun) ausgezeichnet. 1787-94 weilte er in Polen, vornehmlich am Hof des Fürsten Jablonowski in Warschau (Malunterricht, Porträts), 1794 kehrte er nach Tirol zurück; 1799 übersiedelte er nach Wien und begründete zusammen mit dem Imster Advokaten Dr. Jakob Holer ein Kunstkontor. Die offizielle Firmengründung „Kunst- und Industrie-Comptoire zu Wien“ erfolgte 1801. Bereits im ersten Geschäftsjahr konnten berühmte Kupferstecher und Schabkünstler wie Pichler, Wrenk, Rhein, Pfeiffer, Piringer, Leichner, Beckenkam, Durmer, Geiger, Bernard, Weindl und Kininger verpflichtet werden. 1802/03 kamen die ersten vier Landkarten (von Böhmen) für den geplanten Österreichischen Nationalatlas, gestochen von dem damals bekanntesten Kartenstecher Joseph Karl Kindermann, heraus. Nach eigenen Zeichnungen und Aquarellen lithographierte K. eine Serie von 8 Trachtenbildern aus Tirol. Seine Trachten und Volksszenen in der Art der Tiroler Genremaler Altmutter, Schädler und Ortner ließ er von Simon Warnberger in 16 Blättern nachzeichnen und lithographieren („Trachten aus Tirol, Costumes de Tirol“, 1803). Die Handkolorierungen besorgten Joseph Kranewitter und Witwer mit ihren Schülern in Imst. Diese Serie wurde von J. Laminit für die Verleger Zanna in Augsburg, Campe in Nürnberg und Lecompte in Paris nachgezeichnet. K.s Studien sind autonome Trachtenbilder, die in klassizistisch-biedermeierliches Milieu gestellt sind. K. selbst lithographierte Porträts nach Grassi (Czartoryski, Kosciusko, Poniatowski) und nach Füger (Feldmarschall Laudon, 1788), seine Schüler C. H. Rahl Bildnisse K.s (General de Kray, 1800, J. A. Schmidt, 1801) und David Weiß (A. R. Vetter), die der klassizistischen Bildnismalerei Fügers und Johann Baptist Lampis nahestanden.

    In Konkurrenz zum Verlagshaus Artaria in Wien verlegte K. Erstdrucke der Komponisten Beethoven, Förster, Krommer und Henneberg. Den Landschaftsmalern M. von Molitor und Jakob Gauermann wurde vom Verlag eine Sommerreise durch Tirol finanziert (1801), deren Landschaften von Duttenhofer für eine Tirolserie lithographiert wurden. Als Nachstecher von Tierstilleben nach Roos und Potter waren A. Bartsch und J. Dorffmeister beschäftigt. 1802 trat K. aus der Firma aus.

  • Werke

    Weitere W Selbstporträt in einem Gruppenbildnis, 1798 (Imst, Privatbes.);
    Porträt d. Gfn. Creszentia Trapp mit Kindern (Innsbruck, Privatbes.);
    Zeichnungen u. Aquarelle von Tiroler Trachten (Innsbruck, Tiroler Landesmus.).

  • Literatur

    P. Denifle u. A. Dipauli, Nachrr. v. d. berühmten tirol. bildenden Künstlern, 1801 (Hs. im Tiroler Landesmus., Dip. 1104);
    H. Schmölzer, Placidus Altmutter, in: Tiroler Bote, 1887, S. 1857;
    J. Stava, J. A. K. als Gründer d. „Kunst- u. Industrie-Comptoire zu Wien“, in: Tiroler Alm., 1926, S. 93 ff.;
    G. Pesendorfer, Das tirol. Trachtenbild, in: Tiroler Anz., 1932, Nr. 100, S. 5;
    H. Hochenegg, Die Tiroler Kupferstecher, in: Schlern-Schrr. 227, 1963, S. 117;
    E. Egg, Kunst in Tirol II, 1972, S. 232, 254;
    J. Ringler, Die barocke Tafelmalerei in Tirol, in: Tiroler Wirtsch.stud. 29, 1973, S. 149, 222;
    A. Lemmen, Tirol. Künstlerlex., 1830, S. 107 (auch f. Fam.);
    G. C. Nagler, Neues allg. Künstler-Lex. VI, 1838;
    G. Ammann, Kunst in Imst, Stadtbuch Imst, 1976, S. 55 f. (P);
    Wurzbach X;
    ThB (auch f. Fam.).

  • Autor/in

    Gert Ammann
  • Zitierweise

    Ammann, Gert, "Kapeller, Josef Anton" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 129-130 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd132362775.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA