Lebensdaten
1877 bis 1962
Geburtsort
Bendorf/Rhein
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Ägyptologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118714198 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Junker, Hermann
  • Junker, H.

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Zitierweise

Junker, Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118714198.html [18.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Stefan, Buchhalter;
    M Katharina Friesenhahn.

  • Leben

    J. besuchte seit Ostern 1896 das Priesterseminar in Trier und beschäftigte sich schon hier neben dem Hebräischen mit Syrisch, Arabisch, Äthiopisch und Sanskrit. 1900 wurde er zum Priester geweiht und ging als Kaplan nach Ahrweiler. Zugleich hörte er in Bonn Vorlesungen und beschloß bald, sich der Ägyptologie zuzuwenden. Seit 1901 studierte er in Berlin und promovierte dort zum Dr. phil. mit dem Hauptfach Ägyptologie. 1907 habilitierte er sich an der Wiener Universität für Ägyptologie und wurde hier 1909 ao., 1912 o. Professor. 1921/22 war er Dekan der Philosophischen Fakultät. 1923 wurde auf seinen Wunsch hin das Institut für Ägyptologie und Afrikanistik an der Wiener Universität gegründet, dessen erster Leiter er wurde. 1929 folgte J. einem Ruf nach Ägypten. Er wurde Direktor des Deutschen Archäologischen Instituts in Kairo und gleichzeitig Professor für Ägyptologie an der dortigen Universität. In seiner Wahlheimat Wien lehrte er bis 1938 als Honorarprofessor, eine Tätigkeit, die er nach dem 2. Weltkrieg bis 1953 abermals ausübte. 1908-11 unternahm er Expeditionen nach Nubien im Auftrag der Preuß. Akademie der Wissenschaften; bereits damals erfolgten Bearbeitungen der Inschriften des großen Isistempels von Philä, gleichzeitig unternahm er nubische Sprachstudien und Ausgrabungen in Nubien. Die beiden letzten Unternehmungen erfolgten im Auftrage der Akademie der Wissenschaften in Wien. 1912–29, nur mit einer Unterbrechung während des 1. Weltkriegs, leitete er die großen Ausgrabungen bei den Pyramiden von Giza, wieder im Auftrag der Wiener Akademie. 1929-38 war er der Leiter prähistorischer Ausgrabungen in Unterägypten.|Mehr als hundert Publikationen bilden J.s Oeuvre. Das bedeutendste Werk ist die 12-bändige Giza-Publikation (1929–55), weit mehr eine Kulturgeschichte des Alten Reichs darstellend als einen bloßen Grabungsbericht. Überhaupt war J. befähigt, alle Zweige seines Faches schöpferisch zu bearbeiten und ebenso alle Zeitperioden der ägypt. Kultur von der Prähistorie bis in die ptolemäische und christlich-koptische Zeit. Seine nubischen Textausgaben zeigen, daß die Ägyptologie, insbesondere ihre linguistische Seite, auch der afrikanistischen Ergänzung bedarf. J. war als Mensch ein stets nachwirkendes Vorbild für alle seine Freunde und Schüler|.

  • Auszeichnungen

    o. Mitgl. d. Ak. d. Wiss. Wien (1919); korr. Mitgl. d. Ak. d. Wiss. Berlin (1922), München (1932), Stockholm (1933) u. Leipzig (1954); Dr. theol. h. c. (Würzburg 1931 u. Dublin 1953).

  • Werke

    Weitere W u. a. Grammatik d. Dendera-Texte, 1906 (Habil.schr.);
    Kopt. Poesie d. 10. Jh., 2 T., 1908/11;
    Berr. üb. d. v. d. Kgl. Ak. d. Wiss. in d. Wintern 1908/09 u. 1909/10 nach Nubien entsendeten Expedition, in: SB d. Preuß. Ak. d. Wiss., phil. hist. Kl. 31, 1910, S. 579-90 (mit H. Schäfer), u. in: Anz. d. Wiener Ak. 48, 1911, S. 159-64;
    Die Stundenwachen in d. Osirismysterien, in: Denkschr. d. phil. hist. Kl. d. Wiener Ak. d. Wiss. 54/1, 1910;
    Ber. üb. d. Grabungen d. Kaiserl. Ak. d. Wiss. in Wien auf d. Friedhof in Turah, Winter 1909/10, ebd. 56/1, 1912;
    Das Götterdekret üb. d. Abaton, ebd. 56/4, 1913;
    Die Onurislegende, ebd. 59/1 f., 1917;
    Ermenne, Ber. üb. d. Grabungen d. Ak. d. Wiss. auf d. Friedhöfen v. Ermenne (Nubien) im Winter 1911/12, ebd. 67/1, 1925;
    Toschke, Ber. üb. d. Grabungen d. Ak. d. Wiss. in Wien auf d. Friedhof v. Toschke (Nubien) im Winter 1911/12, ebd. 68/1, 1926;
    Ber. üb. d. v. d. Ak. d. Wiss. in Wien nach d. Westdelta entsendete Expedition (20.12.1927-25.2.1928), ebd. 68/3, 1928;
    Der große Pylon d. Temples d. Isis in Philä, ebd. 77, 1953;
    Der Auszug d. Hathor-Tefnut aus Nubien, in: Abhh. d. Preuß. Ak. d. Wiss., 1911;
    Die pol. Lehre v. Memphis, ebd., 1941, Nr. 6;
    Kordofan-Texte im Dialekt v. Gebel Dair, in: SB d. Wiener Ak. d. Wiss., phil. hist. Kl. 174/3, 1913 (mit W. Czermak);
    Das erste Auftreten d. Neger in d. Gesch., in: Alm. d. Ak. d. Wiss. Wien 70, 1920, S. 289-305 (engl. Übers. 1921);
    Texte im Kenzi-Dialekt I, 1921 (mit H. Schäfer);
    Die Kultkammer d. Prinzen Kanjnjswt im Wiener Kunsthist. Mus., 1925;
    Wiss. Unternehmungen in Ägypten und Nubien 1929/30, in: Mitt. d. Dt. Inst. f. Ägypt. Altertumkde. 1, 1930, S. 158-63;
    Die Grabungen d. Ak. d. Wiss. in Wien auf d. vorgeschichtl. Siedlung Merimde-Benisalâme, ebd. 3, 1932, S. 168 f.;
    Die Ägypter, in: H. J. u. L. Delaporte, Die Völker d. Antiken Orients, 1933;
    Pyramidenzeit, Das Wesen d. Altägypt. Rel., 1949;
    Das lebenswahre Bildnis in d. Rundplastik d. Alten Reiches, in: Anz. d. phil. hist. Kl. d. Wiener Ak. d. Wiss. Jg. 1950, Nr. 19, 1951. -
    Leben u. Werk in Selbstdarst., 1963 (W-Verz., P).

  • Literatur

    Wiener Zs. f. d. Kunde d. Morgenlandes 54, 1957 (= Festschr. z. 80. Geb.tag v. H. J., vollst. W-Verz. zus.gest. v. E. Winter, S. VII-XV, P);
    A. Grohmann, in: Alm. d. Österr. Ak. d. Wiss. in Wien 112, 1962, S. 329-55 (W, L, P);
    H. W. Müller, in: Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss., 1963, S. 166-73 (P);
    S. Morenz, in: Jb. d. Sächs. Ak. d. Wiss. 1964, S. 403-05.

  • Autor/in

    Gertrud Thausing
  • Empfohlene Zitierweise

    Thausing, Gertrud, "Junker, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 692-693 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118714198.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA