Lebensdaten
1649 bis 1727
Geburtsort
Schloß Train bei Abensberg (Niederbayern)
Sterbeort
Freising
Beruf/Funktion
Bischof von Freising
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118712365 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Eckher von Kapfing und Lichteneck, Johann Franz
  • Ecker von Kapfing und Liechteneck, Johann Franz
  • Johann Franz
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Zitierweise

Johann Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118712365.html [23.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    Die Fam. gehört zum altbayer. Landadel;
    V Joh. Christoph (1608–85), freising. Pfleger z. Eisenhofen, S d. Ulrich u. d. Regina v. Kürmreith;
    M Maria Salome (1622–1704), T d. Hans Siegmund v. Kading (1587–1664), Gen.kriegskommissär u. Hofrat z. Passau, u. d. Afra Pfeil;
    B Joh. Christoph (1664–1723), freising. Obriststallmeister;
    Halb-B Oswald Ulrich ( 1712), freising. Obristhofmarschall.

  • Leben

    J. begann als Page bei Fürstbischof Albrecht Sigismund von Bayern in Freising. 1671 absolvierte er das Münchner Jesuitengymnasium und studierte Theologie bei den Freisinger Franziskanern, erhielt 1673 ein Freisinger Kanonikat und empfing 1674 die Priesterweihe. Seit 1684 Domdekan, war er das Haupt der Kapitelopposition gegen den Dompropst Zeller von Leibersdorf, der für den bayer. Prinzen Josef Clemens, Bischof von Freising und Regensburg, dann auch Kurfürst von Köln, das Hochstift administrierte. Als Josef Clemens auf Drängen Roms wegen Pfründenkumulation Freising zurückstellen mußte, wurde J. am 29.1.1695 mit großer Mehrheit zum Fürstbischof gewählt. Die röm. Bestätigung konnte er sich freilich erst nach einem einjährigen, hitzig geführten Elektionsstreit gegen den von Kurbayern gedeckten Zeller erkämpfen. – In seiner 30jährigen glanzvollen Regierung repräsentierte J. den Typ des süddeutsch-barocken Kirchenfürsten, ausgezeichnet durch Seeleneifer, Nächstenliebe, kernige Frömmigkeit. Durch ausgedehnte Hirtenreisen und die systematische Arbeit seines Geistlichen Rats verhalf er der tridentinischen Reform in der ganzen Diözese zu einem späten Durchstoß. Mit dem 1697/1713 fundierten Benediktiner-Lyzeum erhielt Freising seine eigene Diözesanhochschule, eine wichtige Pflegestätte des Salzburger Thomismus und des barocken Schultheaters. Als Bauherr errichtete der Fürstbischof in rascher Folge den Lyzeumsbau am Hauptplatz, die Maximilianskapelle am Dom, ein neues Krankenhaus an der Herrenmosach und ein großes Waisenhaus; die Armenpflege wurde im „Liebesbund“ von 1710 mustergültig zusammengefaßt. Den Ausgleich mit der bayer. Staatskirchenpraxis brachten die Rezesse von 1718 bzw. 1723. – Nebenher lief ein reiches Mäzenatentum, das in der Jahrtausendfeier des Bistums von 1724 und in der durchgreifenden Erneuerung des Doms durch die Brüder Asam gipfelte. Selber ein bedeutender genealogischer Sammler, holte J. 1722 den Benediktiner Karl Meichelbeck nach Freising und öffnete ihm die Archive zur Abfassung der „Historia Frisingensis“, der ersten vollständigen und kritischen Bistumsgeschichte in Deutschland.

  • Werke

    Hss. Slgg. v. abgezeichneten Grabsteinen, z. Genealogie d. bayer. Adels, Bayer, genealog. Lex., Wappenbuch d. bayer. Adels, Wappenslg. aus Archiven in Freising u. bayer. Klöstern (München, Bayer. Staatsbibl.).

  • Literatur

    C. Meichelbeck, Hist. Frisingensis II, 1, 1729, S. 418-91;
    L. H. Krick, Stammtafeln adeliger Familien, denen geistl. Würdenträger d. Bistums Passau entsprossen sind, 1924, S. 79 ff.;
    B. Hubensteiner, Die geistl. Stadt - Welt u. Leben d. J. F. E. v. K. u. L., 1954 (L, P);
    R. Sellier, Die Münzen u. Medaillen d. Hochstifts Freising, 1966, S. 82-89;
    K. Mindera, Die Erneuerung d. Doms im J. 1724 nach d. Tagebuch v. P. Karl Meichelbeck, in: J. A. Fischer, Der Freisinger Dom, 1967, S. 197-219;
    K. L. Lippert, Giovanni Antonio Viscardi, 1969, S. 123-26.

  • Autor/in

    Benno Hubensteiner
  • Empfohlene Zitierweise

    Hubensteiner, Benno, "Johann Franz" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 485-486 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118712365.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA