Lebensdaten
1899 bis 1965
Geburtsort
Zürich
Sterbeort
Duisburg (auf einer Reise)
Beruf/Funktion
Kunsthistoriker ; Schriftsteller
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 118711954 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Jedlicka, Gotthard

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Zitierweise

Jedlicka, Gotthard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118711954.html [20.04.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Franz (1873–1909), aus Zliv/Böhmen, Malermeister in Z., S d. Jan u. d. Therese Dubsky;
    M Elisabeth (1865–1951), T d. Friedrich Maier in Herzogsweiler Kr. Freudenstadt u. d. Elisabeth Reger;
    Zürich 1931 Frida (* 1899), T d. Beamten Adolf Wegmann; kinderlos.

  • Leben

    Als Sekundarlehrer in Zürich, Grenoble und Paris ausgebildet, beschäftigte sich J. hauptsächlich mit der franz. Kunst der 2. Hälfte des 19. Jh. Er organisierte als in Winterthur angestellter Lehrer 1924 eine Toulouse-Lautrec-Ausstellung im dortigen Kunstmuseum und lernte dabei Karl Scheffler kennen. Scheffler ermutigte J. zum Studium der Kunstgeschichte und verpflichtete ihn als Korrespondenten der Zeitschrift „Kunst und Künstler“ in Paris, wo J. 1925-32 wohnte und über Kunst auch für die „Frankfurter Zeitung“ berichterstattete. Er schloß sein Studium in Zürich unter J. Zemp mit einer in Paris erarbeiteten Dissertation über Toulouse-Lautrec ab, die 1929 bei Bruno Cassirer als eine der ersten großen Monographien über den franz. Maler erschien. Weitere bedeutende Monographien galten Pieter Bruegel (1938), Edouard Manet (1941), Amedeo Modigliani (1953) und Max Gubler (aus dem Nachlaß, 1970). Ihnen allen eignet eine unverwechselbare akribische Beschreibung des Kunstwerks; die Interpretation der Hauptwerke eines Künstlers erschließt zugleich dessen Biographie und Stil.

    J. erlangte in Paris und in der Schweiz ein enges Verhältnis zu vielen Künstlern seiner eigenen Generation; als Berater der Galerie Toni Aktuaryus in Zürich und Redaktor ihrer Hauszeitschrift „Galerie und Sammler“ (1932-45) förderte er durch Ausstellungen und Aufsätze eine Reihe zeitgenössischer Maler und Bildhauer, vor allem den Zürcher Maler Max Gubler, mit dem ihn eine schicksalhafte Freundschaft verband. J. veröffentlichte über Gubler und weitere Künstler zahlreiche Berichte und Kritiken, von denen die Sammelbände „Begegnungen“ (1933) und „Zur schweizer. Malerei der Gegenwart“ (1947) in der persönlichen Charakterisierung der Künstler und ihrer Umgebung viele ähnliche Versuche zur Folge hatten. In „Pierre Bonnard, ein Besuch“ (1949) zeichnet J. in der ihm eigenen überscharfen Beobachtung Persönlichkeit und Umwelt des franz. Meisters. Die Vermittlung eigenen Erlebens und ein ausgefeilter fließender Stil sicherten J.s Schriften eine große Verbreitung. Zu entdecken bleiben noch kostbar geformte Erlebnisnovellen, die als Privatdrucke erschienen (Das span. Bettelmädchen, 1954).

    J. habilitierte sich 1934 an der Univ. Zürich, wurde 1939 zum ao. und 1945 zum o. Professor für neuere Kunstgeschichte ernannt. Er war ständiger Mitarbeiter der „Neuen Zürcher Zeitung“.

  • Literatur

    E. Hüttinger, in: Neue Zürcher Ztg. (NZZ) v. 21.11.1965, Nr. 4951 (P);
    W. Weber, Gedenkbl. f. G. J., ebd. v. 28.7.1968, Nr. 458;
    H. A. Lüthy, in: Jber. 1965 d. Schweizer. Inst. f. Kunstwiss., 1966 (P);
    Gedenkschr. G. J., hrsg. v. E. Hüttinger u. H. A. Lüthy, 1974 (mit Bibliogr.).

  • Portraits

    Bleistiftzeichnung v. A. Giacometti, Abb. in NZZ 1965, s. L;
    mehrere Gem., Pastelle u. Zeichnungen v. M. Gubler, Beispiel abgeb. b. Lüthy, s. L.

  • Autor/in

    Hans A. Lüthy
  • Empfohlene Zitierweise

    Lüthy, Hans A., "Jedlicka, Gotthard" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 383 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118711954.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA