Lebensdaten
1768 bis 1817
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
Gera
Beruf/Funktion
Buchhändler und Bibliograph in Leipzig
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116673451 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Heinsius, Johann Wilhelm Immanuel
  • Heinsius, Wilhelm
  • Heinsius, Johann Wilhelm Immanuel

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Zitierweise

Heinsius, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116673451.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Samuel (1734–1807), Buchhändler. S d. Joh. Samuel (1686–1750), Mag., Pfarrer in Plaußig, 1725 Gründer d. Buchhandlung, u. d. Joh. Regina Wintzer;
    M Joh. Juliane Holle (1738–1804);
    Leipzig 1792 Charlotte, T d. Joh. Carl Heun (1735–98), Amtmann in Dobrilugk; Schwager Heinr. Clauren (eigtl. Carl Heun, 1854), Schriftsteller (s. NDB III).

  • Leben

    Mit dem Eintritt in die von seinem Großvater 1725 in Leipzig gegründete Buchhandlung übernahm H. auch die Weiterführung der von der Firma 1748 und 1760 herausgegebenen Universalkataloge. Dem Grundsatz seines Vaters, „er habe mehr auf die Vollständigkeit aller herausgekommenen Bücher als auf die Einrichtung seines Sortiments gesehen“, blieb H. so erfolgreich treu, daß sein 1793-98 in 4 Bänden erschienenes „Allgemeines Bücher-Lexicon oder (später Vollständiges) alphabetisches Verzeichnis der in Deutschland und den angrenzenden Ländern gedruckten Bücher“ zum Beginn der deutschen nationalen Allgemeinbibliographien wurde.

    Von grundsätzlicher Bedeutung erwies sich einmal die von H. gewählte Anlage des Werkes mit einer möglichst vollkommenen alphabetischen Ordnung: Jedes Buch, auf dessen Titel sich der Verfasser nennt, steht unbedingt unter dem Namen seines Verfassers (ausgenommen Romane und Schauspiele), alle anonymen Schriften aber unter dem ersten bestimmenden Wort des Titels. Zum anderen war auch die laufende Berichterstattung über die Buchproduktion durch die Fortsetzung des Kataloges in Mehrjahresbänden erstmals gewährleistet. – Von H. bearbeitet erschien noch 1812-13 eine vermehrte und durchgesehene Auflage mit den Berichtsgrenzen 1700-1800 im Verlag J. F. Gleditsch, da H. 1805 die eigene Firma und die 1793 erworbene Gleditsch'sche Handlung au Enoch Richter verkauft hatte. H. zog nach Gera, wo er 1810 eine eigene Buchhandlung eröffnete, und bearbeitete noch den 5. Band, der die 1811-15 erschienenen Bücher verzeichnet und 1817 veröffentlicht wurde. Unter dem Namen seines Begründers fortgesetzt, umfaßt der „Heinsius“ 19 Mehrjahresbände, dessen letzter, bis 1892 weitergeführt, 1894 erschienen ist. Trotz einzelner Mängel namentlich in den ersten Bänden bildet er für den Zeitraum 1700-50 die einzige brauchbare deutsche Bibliographie.

  • Literatur

    Lex. d. ges. Buchwesens II, 1936.

  • Autor/in

    Dietmar Debes
  • Empfohlene Zitierweise

    Debes, Dietmar, "Heinsius, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 442 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116673451.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA