Lebensdaten
1877 - 1949
Geburtsort
Bekenreihe Kreis Steinburg (Holstein)
Sterbeort
Bad Segeberg
Beruf/Funktion
Architekt
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118705474 | OGND | VIAF: 25396996
Namensvarianten
  • Höger, Fritz
  • Höger, Fritz
  • Höger, Johann Friedrich

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Zitierweise

Höger, Fritz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118705474.html [19.09.2021].

CC0

  • Genealogie

    Aus holländ. Deichbauerfam., die vor d. 30j. Krieg nach Nordfriesland einwanderte;
    V Martin (1851–1912), Zimmer- u. Tischlermeister u. Kätner in B.;
    M Dorothea Mackenthun (1856–1929);
    1) 1905 ( 1940) Annie, T d. Maurermeisters u. Baugeschäftsinhabers Fritz Oldenburg u. d. Dorothea Baumgarten, 2) Bekenreihe 1946 Gertrude-Ilse Tilsen;
    1 S, 1 T aus 1).

  • Leben

    Der aus dem Zimmererhandwerk hervorgegangene H. erlernte auch die übrigen Bauhauptberufe und war vor der Meisterprüfung 1899 zunächst als Zimmerpolier tätig. Daneben besuchte er die Baugewerkschule in Hamburg und leistete seit 1899 als Eisenbahnpionier seinen Wehrdienst ab. 1901-05 arbeitete er im damals bedeutendsten Hamburger Architekturbüro von Lundt und Kallmorgen, anschließend bis zur Eröffnung eines eigenen Architekturbüros in Hamburg 1907 als Architekt im Baugeschäft seines Schwiegervaters. Zunächst entwarf H. Siedlungshäuser, dann wandte er sich vornehmlich dem Kontor- und Geschäftshausbau in Hamburg zu, wobei er den niederdeutschen Backstein und den Oldenburger Klinker zu einer eigenwillig-expressionistischen Fassadengestaltung anwandte. Nach Teilnahme am Krieg 1914-18 gelang ihm mit dem Chilehaus zu Hamburg (1922–24) der künstlerische Durchbruch. Die durch den Bauplatz bedingte Gruppierung der Gebäudeteile führte zu einer spitzwinkligen Ecke in Form eines Schiffsbuges, so daß die Architektur hier zum Abbild wurde. In seinen späteren Werken nahm er gern kubische, glatt konturierte Grundformen auf, wie beim Hamburger Sprinkenhof (1927–43, in 3 Bauabschnitten, unter Mitarbeit von H. und O. Gerson) sowie bei der Parfümfabrik Scherk zu Berlin-Südende (1928/29) und beim Turm des Rathauses zu Wilhelmshaven-Rüstringen (1928/29), legte aber plastisch vortretende Backsteinornamente in geometrischer Gliederung auf die aus gleichem Material bestehenden Fassaden. Das Anzeiger-Hochhaus zu Hannover (1927/28) mit Planetariumskuppel zeigt an seiner Straßenfront spitzwinklig vortretende Lisenen und 7 Eingänge, deren Staffelöffnungen eine stalaktitenartige Wirkung im Sinne des Expressionismus hervorrufen. H.s Sakralbauten fanden einen Höhepunkt in der lutherischen Kirche am Hohenzollernplatz zu Berlin (1931–33), einem mit Klinkern ummantelten Stahlbetonbau, von dem der Architekt bemerkte: „Gotischen Geistes freilich sollte mein Bau sein, wie alle meine Bauten dieses innere Gepräge tragen.“

    Neben Fritz Schumacher hat H. nach dem 1. Weltkrieg durch seine Backsteinbauten die Architektur Hamburgs entscheidend geprägt. Trotz seines zahlenmäßig großen Bauschaffens, das 1200 Objekte umfaßt, blieb er ein Einzelgänger und hat nicht schulebildend gewirkt, zumal er eine Lehrtätigkeit als Professor für Baukunst und Bauhandwerk an der Norddeutschen Kunsthochschule in Bremen ab Oktober 1934 nur kurzfristig wahrgenommen hat.

  • Werke

    Weitere W u. a. Hamburg: Rappolthäuser, 1911/12, Klöpperhaus, 1912/13, Hapag-Haus am Alsterdamm, 1913-19 (mit Kriegsunterbrechung), Verwaltungsgebäude d. Reederei Homann, 1920/21, Verlagsgebäude Broschek, 1925, Höhere Mädchenschule Breitenfeldstr., 1926-28;
    H.-Eppendorf, Oberschule f. Mädchen, 1926-28;
    H.-St. Georg, Gesundheitsamt, 1926;
    H.-Wandsbek, Zigarettenfabrik Haus Neuerburg, 1927-29;
    H.-Fuhlsbüttel, Siedlung am Flughafen, 1928 beg.;
    - Delmenhorst, Krankenhaus, 1926-28;
    Berlin, Zigarettenfabrik Garbaty, 1928/29;
    Celle, Lutherkirche, 1933/34;
    Wilhelmshaven-Rüstringen, Wohnhäuser d. Bauver., 1935-41;
    Wesermünde, Hochseefischer-Ehrenmal, 1936/37;
    Meppen/Ems, Kreishaus, 1937;
    Teheran, Entwurf f. e. Börsengebäude, 1937. - Schrr.:
    Die Architektur d. hamburg. Geschäftshauses, 1910 (mit P. Broecker);
    Erläuterungsber. zu d. Plänen f. d. Erweiterungsbau d. Verwaltungsgebäudes d. Hamburg-Amerika-Linie, 1910;
    Bauwerke u. Entwürfe, 1912.

  • Literatur

    Hamburg u. s. Bauten 1918–29, hrsg. v. Architekten- u. Ingenieurver. Hamburg, 1929;
    C. J. H.|Westphal, F. H., 1938 (W, P);
    Rhdb. (P);
    ThB (W, L);
    Wasmuths Lex. d. Baukunst III, 1931 (W);
    Vollmer (W, L);
    H. Lasch, Architekten-Bibliogr., 1962, Nr. 1428–33.

  • Autor/in

    Hans Reuther
  • Empfohlene Zitierweise

    Reuther, Hans, "Höger, Fritz" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 319-320 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118705474.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA