Lebensdaten
vor 1455 – 1524
Geburtsort
Kulmbach
Sterbeort
Regensburg
Beruf/Funktion
Dombaumeister ; Bildhauer ; Architekt ; Baumeister
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 133798429 | OGND | VIAF: 309815895
Namensvarianten
  • Heidenreich, Erhard
  • Heydenreich, Erhard
  • Heidenreich, Erhard
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Zitierweise

Heydenreich, Erhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd133798429.html [30.01.2023].

CC0

  • Genealogie

    Halb-B Ulrich ( vor 13.5.1538), vertrat H. seit 1514 in Ingolstadt a. d. Kirche U. L. Frau, 1525-36 ebd. Baumeister, 1525-38 Dombaumeister in R. Sein bestes Werk ist d. Rotmarmorgrabstein in d. Karmelitenkirche Straubing f. d. Eheleute Haug u. Anna Zeller (um 1525) (s. ThB);
    - Katharina N. N.

  • Biographie

    H. kam 1486 nach Amberg - Sankt Martin. 1496 wurde er Bürger in Regensburg. Auch in Eichstätt war er tätig. Nach W. Roritzers Enthauptung 1514 war H. bis zu seinem Tode in Regensburg Dombaumeister. Er war 1509-24 auch leitender Baumeister an der Kirche U. L. Frau in Ingolstadt. Dort zeugen die von ihm entworfenen doppelten Rippensysteme der 3 Langhauskapellenpaare von seinem virtuosen Können; gewölbt 1514 im Nordosten, vollendet 1519 im Südwesten. 1513 wirkte H. Leinberger stärker auf ihn ein, wie die 3 Begleitfiguren am Kruzifix der Vorhalle von Sankt Emmeram in Regensburg zeigen (die verwitterten Originale jetzt im Städtischen Museum). Die 6 Fenster der Mittelhalle des Domkreuzganges zu Regensburg mit ihren originellen Renaissanceformen hat H. um 1515 entworfen und selbst daran mitgearbeitet. Die nicht erhaltene, 1519 gemeißelte, lebensgroße Muttergottes auf einer Säule für die Wallfahrtskirche U. L. Frau in Regensburg (jetzt Neupfarrkirche) sollte wohl eine Stiftung sein, von der er sich die Leitung des Baus dieser Kirche versprach, die dann doch der Augsburger Hans Hieber ( 1521, siehe ThB) bekam, was Anlaß zu Streitigkeiten gab. – Bei H. zeigt sich der Geist des Neuen schon im letzten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts Am Regensburger Dom wird er in der Hauptsache am Nordturm gearbeitet haben, wofür nicht mehr viele Mittel zur Verfügung standen. Sein Stil ist herb, kraftvoll, monumental. Die Madonnen seiner letzten Lebensjahre sind klassisch zu nennen. Er ging bewußt und früh den Weg zur Renaissance, wenn er auch als ausführender Baumeister meist an alte Pläne gebunden war, so daß sich sein modernes Können selten genug offen zeigen konnte.

  • Werke

    Weitere W Grabsteine in Regensburg: Matthias Pollinger, Domkreuzgang, 1496;
    Gg. v. Preysing ( 1497), ebd.;
    Joh. Trabolt ( 1505), St. Emmeram;
    Konrad Hofmann ( 1514), Domkreuzgang;
    Joh. Hofer ( 1516), Alte Kapelle;
    Nikolaus Sturm ( 1517), ebd.;
    Joh. v. Holbach ( 1520), Domkreuzgang;
    Joh. Schmidner ( 1521), ebd.;
    Ludw. v. Habsberg, St. Emmeram;
    - in Ingolstadt: Gg. Zingel ( 1508), Franziskanerkirche;
    Hans Knebel ( 1518), ebd.;
    - Chunrad Mecher ( 1498), Ammerthal, Frauenkirche, vor 1498;
    Götz v. Plassenberg ( 1503), Neunburg v. Wald, Stadtpfarrkirche, 1520;
    Hans Lantinger ( 1523), Berlin (Ost), Staatl. Museen (aus d. Franziskanerkirche Amberg). -
    Hl. Priester, Regensburg, Dom. nördl. Turmhalle, um 1510;
    Madonna, Ingolstadt, U. L. Frau (in 43 m Höhe am Westgiebel, d. größte Steinfigur Bayerns d. Zt., 4 m hoch), dat. u. sign. 1517;
    sog. Bäckermadonna (Holz), Eichstätt, Dom (aus d. Kollegiatspfarrkirche ebd.), um 1519. -
    Das Domkapitelhaus (nebst Schwibbogen) am Südflügel d. Domkreuzgangs zu Regensburg stammt nicht v. H.

  • Literatur

    Ch. G. Gumpelzhaimer, Regensburgs Gesch., Sagen u. Merkwürdigkeiten II, 1837, S. 696;
    R. Schuegraf, Gesch. d. Domes v. Regensburg II, 1848, S. 256;
    K. Schlecht, Rechnungsbücher d. Ingolstädter Liebfrauenkirche… 1509-12, in: Ingolstädter Ztg., 1908, Forts. f. d. J. 1512–14, in:|Sammelbl. d. Hist. Ver. Ingolstadt 31, 1907;
    ders., Das Verwandtschaftsverhältnis zw. Erhard u. Ulrich Haidenreich, ebd. 32, 1908;
    K. Zahn, Regensburger Dom, 1929, S. 37;
    Die Kunstdenkmäler Bayerns 22 a: Stadt Regensburg II, hrsg. v. F. Mader, 1933, S. 273, Anm.;
    Theod. Müller, Ingolstadt, 1958, S. 13 f., 48;
    S. Hofmann, Die Fertigstellung d. Münsters z. U. L. Frauen in Ingolstadt…, in: Sammelbl. d. Hist. Ver. Ingolstadt, 1967, S. 36-57, u. 1968, S. 13-50;
    H. Krankenhagen, Die spätgot. Plastik in Regensburg, Diss. Freiburg i. Br. 1968, S. 39-54;
    ThB (unter Heidenreich, L).|

  • Quellen

    Qu.: Ingolstadt, Stadtarchiv u. Kath. Pfarramt U. L. Frau; Regensburg, Ev. Archiv u. Hist. Ver.; Amberg, Stadtarchiv, Ratsbuch 3.

  • Porträts

    Kopf Adams in d. Mondsichel b. d. Westgiebelmadonna in Ingolstadt, U. L. Frau, u. b. d. Bäckermadonna im Eichstätter Dom, dürfte H.s Porträtzüge tragen.

  • Autor/in

    Franz Dietheuer
  • Zitierweise

    Dietheuer, Franz, "Heydenreich, Erhard" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 71-72 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd133798429.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA