Dates of Life
1811 – 1890
Place of birth
Siemianowitz Kreis Kattowitz
Place of death
Wien
Occupation
Montanindustrieller
Religious Denomination
katholisch
Authority Data
GND: 135933137 | OGND | VIAF: 80365085
Alternate Names
  • Henckel von Donnersmarck, Hugo Karl Anton Lazarus Graf
  • Henckel von Donnersmark, Hugo Graf
  • Henckel von Donnersmarck, Hugo Graf
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Relations

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Citation

Henckel von Donnersmarck, Hugo Graf, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135933137.html [21.04.2024].

CC0

  • Genealogy

    V Carl (* 1784, 1813), Fideikommißherr auf Beuthen usw., preuß. Legationsrat u. Kapitän, S d. Lazarus (s. 4) u. d. Antonia Gräfin v. Praschma;
    M Eugenie (1790–1858), T d. Anton Gf. Wengersky u. d. Marianne Freiin v. Skrbensky;
    Stief-V (seit 1823) Konrad Gf. v. Sternberg (1798–1860), Herr d. Herrschaft Raudnitz, Landesältester;
    - 1) Raudnitz 1830 Laura (1812–57), T d. Frdr. Aug. Gf. v. Hardenberg (1770–1837), auf Pohlschildern, preuß. WGR, u. d. Elisabeth Gfn. v.Czettritz u. Neuhaus, 2) Wien 1859 Laura (1836–1905), T d. Joh. v. Kaszonyi u. d. Rosalie Pongracz;
    4 S, 1 T aus 1);
    E Edgar (1859–1939), Industrieller.

  • Biographical Presentation

    1832 übernahm H. die Verwaltung des ihm hinterlassenen Besitzes. Von Bedeutung für das Aufblühen der Werke war die Erbauung der Laurahütte (1836–39), des ersten und größten Werkes dieser Art in Ostdeutschland (Hochofenanlage, Puddel- und Walzwerk). Seit den 50er Jahren setzte auch die Vergrößerung des Bestandes an Steinkohlengruben ein (unter anderem 1855 „Vereinigte Siemianowitzer Steinkohlengruben“, 1856 „Heinitz“, „Roßberg“). Den Höhepunkt der bergbaulichen und hüttenwirtschaftlichen Leistung H.s aber bildete der Erwerb der Königshütte 1869 (Übergabe 1.1.1870) vom Staat. Dieses Jahr galt als der Gipfel der industriellen Größe und Bedeutung der im Besitz der Herrschaft Beuthen befindlichen Montanindustrie (Gesamtproduktionswert der Anlagen 24 243 038 M.). In diesem Umfange ließ sich während der Krisenzeit 1873 der gräfliche Industriebesitz nicht halten. Die Königs- und Laurahütte wurden nebst den dazugehörenden Steinkohlengruben und Eisenerzfeldern schon 1871 an die neugegründete „Vereinigte Königs- und Laurahütte AG für Bergbau und Hüttenbetrieb, Berlin“ verkauft. Die Eisenerzgruben gelangten 1889 in den Besitz der „Oberschles. Eisenindustrie AG“, Gleiwitz, das Steinkohlenbergwerk „Heinitz“ erwarben 1890 Georg von Giesches Erben. Im Familienbesitz verblieben die Kohlengruben „Gottessegen“, „Hugozwang“, „Hillebrandschacht“ und die neuerbaute „Radzionkaugrube“ (1867-71). Besonders vorteilhaft wirkten sich die H. gehörenden Zinkindustrieanlagen aus. 1891 waren die Zinkhütten „Liebehoffnungshütte“, „Antonienhütte“ (Zinkblech-Walzwerk), „Hugo-Zinkhütte“ und die Zink- und Bleierzgruben bei Radzionkau: „Eleonore“, „Eva“, „Gustav“ und „Hugo“ in Betrieb. 1883-84 erfolgte der Aufbau der „Lazyhütte“ mit 20 Öfen. 1875 hatte H. in der Hugohütte bei Tarnowitz die erste Zellulosefabrik im Revier eingerichtet.

    Auch in Kärnten, Steiermark und Tirol besaß H. umfangreichen Grund- und Industriebesitz und war hier führend in der Montanindustrie. In Fortsetzung der Bemühungen seines Großvaters Lazarus hat H. die Beuthener Linie der Donnersmarck bis 1869 zu einer bedeutenden Industriellenfamilie gemacht. Auch seine sozialpolitische Tätigkeit war anerkennenswert (Prämien, Pensionskasse, Arbeiterunterstützungsfonds, seit 1870 Konsumvereine). Der Besitz gelangte an seine Söhne Hugo, Lazarus (Lazy) und Arthur, die ihn im Rahmen der offenen Handelsgesellschaft „Generaldirektion der Grafen Henckel von Donnersmarck-Beuthen“ weiterführten. Die „Hugo-Henckel-Linie“ hatte sich auch in späteren Jahren, besonders unter Graf Edgar erfolgreich behaupten können (1921 Gründung d. „The Henckel von Donnersmarck-Beuthen Estates Limited“; 1928 Bau d. Beuthengrube).

  • Literature

    s. L z. Gesamtart.

  • Portraits

    in: Genealog. Hdb. d. Adels 35, 1965.

  • Author

    Alfons Perlick
  • Citation

    Perlick, Alfons, "Henckel von Donnersmarck, Hugo Graf" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 517 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135933137.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA