Lebensdaten
1879 bis 1937
Geburtsort
Braunsberg (Ostpreußen)
Sterbeort
Regensburg
Beruf/Funktion
katholischer Pädagoge
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116901276 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Grunwald, Georg Bernhard

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Zitierweise

Grunwald, Georg Bernhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116901276.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich ( 1887), Möbelhändler;
    M Berta Brock.

  • Leben

    Nach Vorbereitung zum Priesterberuf in Braunsberg wurde G. 1903 geweiht. 1904-06 studierte er in Straßburg (Elsaß) Philosophie und Pädagogik (Promotion bei Baeumker), war danach bis 1920 Oberlehrer am Lyzeum und Oberlyzeum in Braunsberg. In dieser Tätigkeit war er seit 1910 Privatdozent an der dortigen Philosophisch-theologischen Akademie, seit 1915 Professor der Katechetik und Pädagogik. Von 1920 bis zu seinem Tode wirkte er als Professor an der Philosophisch-theologischen Hochschule in Regensburg.

    Für G.s pädagogisches Denken erscheint charakteristisch das ständige Bestreben, in sein religionspädagogisch-katechetisches Grundthema die Ideen und Probleme der systematischen und methodologischen Pädagogik einzubauen. So bekundet seine an sich altklassisch-theologische Einteilung der Pädagogik in eine Lehre von der Vermittlung der Wahrheit (Didaktik), der Erziehung zum Schönen (Kunstpädagogik) und der Erziehung zum Guten, beziehungsweise Heiligen (Moral- und Religionspädagogik) vor allem eine Ausweitung und Vertiefung zu den wertphilosophischen, wertpsychologischen und wertpädagogischen Anschauungen der zwanziger und dreißiger Jahre (besonders Jonas Cohn, A. Messer, Th. Litt und E. Spranger). Dem entspricht, nach der psychologischen Seite fortgeführt, eine Aufstellung von „Werttypen“, erweitert um Alters-, Geschlechts-, Begabungs- und Temperamentstypen, sowie eine Gliederung der genetischen Psychologie von Wissenschaft, Kunst, Sittlichkeit und Religion. Im Kern ist hier die Fundamentaltheorie Pestalozzis vom ABC (Grundlehre) der Anschauung, von Spiel und Arbeit, der Sittlichkeit und der Religion (in „Wie Gertrud ihre Kinder lehrt“, 1801, 9. Brief und Schlußbrief) mit den Ergebnissen und in der Sprache der modernen Philosophie und Psychologie fort- und umgedeutet. Die Absicht, seine angestammte philosophisch-theologische Thematik zu modernisieren, bezeugt gleichfalls klar seine Geschichte der Pädagogik im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts, insofern die Bereiche der religiös-theologischen Pädagogik fortgesetzt gemessen und überprüft werden an den Reformströmungen der revolutionären und experimentellen Pädagogik nach 1890 und nach 1918. Schließlich kommt seine betonte Assimilierungstendenz zur Moderne hin zum Ausdruck in dem Bemühen, den methodologischen Fragenkreis der Pädagogik als eine eigene Disziplin zu begründen.

  • Werke

    Gesch. d. Gottesbeweise, 1907;
    Münchener katechet. Methode, 1910;
    Phil. Päd., 1917;
    Päd. Antinomien u. Erziehungsziele, in: Festschr. z. 80. Geb.tag Otto Willmanns, 1919;
    Päd. Psychol., 1921, 21925;
    Die Päd. d. 20. Jh., 1927;
    Das Verhältnis zw. Glauben u. Wissen b. d. Erziehungsarb., in: Vj.schr. f. wiss. Päd., 1929;
    Die Neuformung d. Bildungsbegriffes u. d. Begriffs „erziehender Unterricht“, in: 19. Jb. d. Ver. f. christl. Erziehungswiss., 1929. - Hrsg.: Krieg, Lehrbuch d. Päd., 41913, 51922 f.

  • Literatur

    Altpreuß. Biogr.;
    R. Hauser, in: Lex. d. Päd. II, 1953.

  • Autor/in

    Heinrich Kautz
  • Empfohlene Zitierweise

    Kautz, Heinrich, "Grunwald, Georg Bernhard" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 232 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116901276.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA