Lebensdaten
1883 bis 1951
Geburtsort
Hüttenberg (Kärnten)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Mineraloge ; Geologe ; Bergmann
Konfession
katholisch,evangelisch Augsburger Bekenntnisses
Normdaten
GND: 116822090 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Granigg, Bartel
  • Granigg, Bartholomäus
  • Granigg, Bartel
  • mehr

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Granigg, Bartholomäus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116822090.html [20.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Karl (1844–1910), Oberhutmann am Hüttenberger Erzberg, S d. Bartholomäus (1813–88), Bergverweser d. Kohlenbergbaus Sonnberg b. Guttaring, aus alter Fam. in Flattach/Kärnten, u. d. Helene Pichler;
    M Luzie (1850–1931), T d. Landwirts Michael Steinwender in Friesach/Kärnten u. d. Walburga Krasnitzer;
    B Oskar (* 1877), Dir. d. St. Egyder Eisen- u. Stahl-Ind.-Ges. Wien, entwickelte u. erzeugte frühzeitig Präzisionsstahlrohre, Chrom-Molybdänstahl u. a. hochwertige Federstähle; 6 Geschw.; Graz 1913 Erna (1890–1940), T d. Fregattenkapitäns Joh. Padevit, Stief-T d. Admirals Jul. v. Ripper (1842–1915);
    1 T;
    N Jos. Oberegger (* 1896), Gen.-Dir. d. Österr. Alpinen Montanges.

  • Leben

    1903 schloß G. als Schüler H. Höfers von Heimhalt sein Studium an der Montanistischen Hochschule in Leoben als „Bergingenieur“ ab, erwarb 1905 in Genf den Dr. sc. phys. und 1909 als erster an der Leobner Hochschule den „Dr. mont.“ (Dissertation „Die stoffliche Zusammensetzung der Schneeberger Lagerstätten“). Ab 1906 erhielt er in einer Reihe von Erz- und Kohlenbergwerken im Bereich der österreichisch-ungarischen Monarchie praktische Kenntnisse vom Häuer über den Bergeleven bis zum Bergverwalter. 1910 trat er in den Hochschuldienst bei Höfer als Adjunkt ein, 1911 wurde er in Leoben außerordentlicher, 1917 ordentlicher Professor für Mineralogie-Petrographie, ab 1919 auch für Bergbaubetriebs- und Bergwirtschaftslehre. Ab 1934 war er ordentlicher Professor für Mineralogie und Geologie an der TH Graz. -G. hat als Geologe, Techniker und Experte der Bergwirtschaft zunächst durch wissenschaftliche, später mehr durch praktische Tätigkeit eine bedeutende Rolle gespielt. Als erster hat er die Zonenbeständigkeit der ostalpinen Lagerstätten erkannt. In der Anwendung der Auflichtmikroskopie bei Erzlagerstättenuntersuchungen hat er Pionierarbeit geleistet und frühzeitig die große Bedeutung metallographischer Methoden für dieses Gebiet hervorgehoben, nach seiner Art geniale Einfälle oft nur sprunghaft andeutend. Als Wirtschaftler widmete er sich Fragen der Energieversorgung (zum Beispiel Wasserkraftausnutzung) wie technischen Problemen. Besondere Erfolge hatte er mit dem Bau von neuen Aufbereitungsgeräten, insbesondere Magnetscheidern. Der vielseitige Fachmann wurde zu umfangreicher Gutachtertätigkeit und zu Gastvorlesungen ins Ausland gerufen (Türkei, Rußland, USA, Italien und andere). Ein staunenswertes Sprachtalent (G. beherrschte Französisch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Türkisch, Russisch, Kroatisch) kam ihm zugute. Ein mitreißender akademischer Lehrer, wußte G. seine auf den Reisen gesammelten Erfahrungen, neue Forschungsrichtungen und Lehrmeinungen seinem Hörerkreis eindringlich mitzuteilen. In den beiden Weltkriegen hat G. seine Kenntnisse bei der Aufschließung wichtiger Lagerstätten (zum Beispiel Zinnwald und Prijedor) zur Geltung gebracht.

  • Werke

    u. a. Die Erzführung d. Ostalpen, 1913;
    Zur Anwendung metallograph. Methoden auf d. mikroskop. Unters. v. Erzlagerstätten, in: Metall u. Erz 12, 1915, S. 189-200, 13, 1916, S. 169-77, 17 1920, S. 57-61, 152;
    Die Wasserkraftnutzung in Österreich u. deren geogr. Grundlagen, 1925;
    Organisation, Wirtsch. u. Betrieb im Bergbau, 1926;
    Die Bodenschätze Österreichs u. ihre wirtschaftl. Bedeutung, 1947;
    Die Lagerstätten nutzbarer Mineralien, Ihre Entstehung, Bewertung u. Erschließung, 1951 (mit J. Horvarth u. V. E. Gerzabek).

  • Literatur

    H. Mohr, in: Mitt. d. Geolog. Ges. in Wien 44, 1951, S. 269-74 (W, P);
    H. Apfelbeck, in: Berg- u. hüttenmänn. Mhh. 96, 1951, S. 123 f.;
    G. Hießleitner, in: Tschermaks mineralog. u. petrograph. Mitt., 3. Folge, 3, 1953, S. 89-92;
    Pogg. VII a.

  • Portraits

    Kohlezeichnung (G. als Ingenieurmajor in Ljublja/Bosnien) v. Lehnert, 1917 (im Bes. v. J. Oberegger, Hüttenberg/Kärnten).

  • Autor/in

    Heinz Meixner
  • Empfohlene Zitierweise

    Meixner, Heinz, "Granigg, Bartholomäus" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 744 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116822090.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA