Lebensdaten
1752 bis 1787
Geburtsort
Straßburg
Sterbeort
Lützel
Beruf/Funktion
Jesuit ; elsässischer Historiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116821817 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Grandidier, Philippe André
  • Grandidier, Philippe
  • Grandidier, Philippe André
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Orte

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Zitierweise

Grandidier, Philippe, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116821817.html [23.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Antoine (1715–80), Jurist in Metz, S d. Claude Ambroise in Belfort u. d. Suzanne Munnier;
    M Dorothée, T d. Jean Jacques Sigel in Molsheim/Unterelsaß u. d. Dorothée (Schnei?).

  • Leben

    G. besuchte das Jesuitenkollegium zu Straßburg 1762–68. Nach einem einjährigen Aufenthalt in Nancy, wo er schon an der Bibliothek der Académie seine historischen Forschungen begann, studierte er an der katholischen Universität Straßburg Philosophie, auch ohne Begeisterung Theologie und wurde 1770 maître ès-arts. Bischof Louis-Constantin de Rohan ernannte ihn 1773 zu seinem Sekretär und Archivar. 1779 wurde G. Domherr des großen Chors zu Straßburg. Er sammelte fieberhaft Material für ein großes Geschichtswerk über die Straßburger Kirche und das Elsaß, aber seine Veröffentlichungen wurden durch die Ungunst des neuen Bischofs, Kardinal Louis-Edouard de Rohan, gehemmt. G. schrieb auch Gedichte, unterhielt einen lebhaften Briefwechsel mit französischen und deutschen Wissenschaftlern, wurde Mitglied zahlreicher gelehrter Gesellschaften Europas. Wegen übermäßiger Arbeitsanstrengung und körperlicher Schwäche starb er, erst 35 Jahre alt. Durch ihn sind wertvolle, seitdem im Original verschollene Texte erhalten geblieben, unter anderem das älteste Straßburger Stadtrecht und die Akten|des Prozesses Gutenbergs gegen Dritzehn. Manche seiner Urkundenveröffentlichungen leiden jedoch an Ungenauigkeiten, so daß man ihn sogar der Urkundenfälschungen beschuldigt hat. Daß aber G. absichtlich seine Leser irreführen wollte, ist weder bewiesen, noch wahrscheinlich.

  • Werke

    u. a. Hist. de l'Eglise et des évêques-princes de Strasbourg, 2 Bde. (bis 10. Jh.), Straßburg 1776/78;
    Essais historiques et topographiques sur l'église cathédrale de Strasbourg, ebd. 1782, Suppl.bd., hrsg. v. J. Liblin, Paris 1868;
    Hist. ecclésiastique, militaire, civile et litteraire de la Province d'Alsace (bis 530), Straßburg 1787;
    Oeuvres historiques inédites, 6 Bde., hrsg. v. J. Liblin, Colmar 1865-67 (P in I);
    Nouvelles oeuvres inédites, 5 Bde., hrsg. v. A. M. P. Ingold, ebd. 1897-1900;
    Munster dans la vallée de Saint Grégoire, o. O. 1810.

  • Literatur

    J. Sauer, P. A. G., in: Hist.-pol. Bll. 119, 1897, S. 809-19;
    H. Bloch, Die Urkk.fälschungen G.s, in: ZGORh, NF 12, 1897, S. 459-511, NF 13, 1898, S. 543-46; Entgegnung
    R. Reuss, in: Revue historique 80, Paris 1902, S. 409-14;
    A. Ingold, G. poète, in: Revue alsacienne illustrée 5, Straßburg 1903, S. 121-36;
    J. Gaß, G. et les Rohan, in: Revue catholique d'Alsace 40, ebd. 1925, S. 28-40;
    H. Dubled, in: Les Lettres en Alsace, ebd. 1962, S. 224, 234;
    Sitzmann I, S. 638 f.

  • Portraits

    Ölgem., 1778 (Colmar, Mus. Unterlinden).

  • Autor/in

    Philippe Dollinger
  • Empfohlene Zitierweise

    Dollinger, Philippe, "Grandidier, Philippe" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 743 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116821817.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA