Lebensdaten
1866 bis 1936
Geburtsort
Villach
Sterbeort
Prag
Beruf/Funktion
pathologischer Anatom ; Bakteriologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 134008677 | OGND | VIAF: 3679703
Namensvarianten
  • Ghon, Anton
  • Ghon, A.

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Zitierweise

Ghon, Anton, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd134008677.html [20.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Jak. Anton (* 1834), Handelsmann in V., S d. Handelsmanns Anton u. d. Anna Maria Bellina;
    M Maria, T d. Martin Potočin aus St. Peter b. Lak u. d. Maria Kosmel;
    Ov Carl (1835–1919), Politiker u. Lokalhistoriker in V. (s. ÖBL);
    Wien-Liechtental 1910 Karoline Illatz.

  • Leben

    G. studierte in Graz 1884-90 Medizin, war dann in Wien nacheinander Volontär an der Dermatologischen Klinik, praktischer Arzt, Aspirant an der Prosektur des Rudolfstiftes, Demonstrator an der Lehrkanzel für pathologische Histologie und Bakteriologie und seit 1894 Assistent Weichselbaums am pathologisch-anatomischen Universitätsinstitut. 1897 war er Mitglied der österreichischen Kommission zum Studium der Pest in Bombay, wobei er wichtige Aufschlüsse über die Ätiologie, pathologische Anatomie und Epidemiologie dieser Krankheit gewinnen konnte. 1899 wurde G. in Wien habilitiert (1902 außerordentlicher Professor). Als Nachfolger von Kretz erhielt er 1910 einen Ruf auf die Lehrkanzel für pathologische Anatomie an der Deutschen Universität Prag. G. war Mitglied des obersten Sanitätsrates in Wien und später des Staatsgesundheitsrates in Prag. – Da G. souverän die bakteriologische Methode beherrschte, galt sein besonderes Interesse der Pathologie der Infektionskrankheiten. Unter dem Einfluß von Weichselbaum beschäftigte er sich bis an sein Lebensende mit den Meningococcen und den durch sie hervorgerufenen Krankheiten. Eine geplante zusammenfassende Monographie konnte er nicht mehr vollenden. Durch Verbindung der bakteriologischen und der anatomisch-histologischen Methode bearbeitete er die gramnegativen Diplococcen, die Influenzabazillen, die Erreger des Gasbrandes – der Bazillus oedematis maligni erhielt den Namen Ghon-Sachs-Bazillus – und die Tuberkulose. Die Tuberkulosearbeiten begründeten seinen Weltruf. Die Lehre des tuberkulösen Primärkomplexes erhielt durch G. eine wesentliche Erweiterung (Ghonscher Primärkomplex). Der Infektionsweg und die Reinfektion der Tbc wurden von ihm und seinen Schülern bahnbrechend untersucht. Das Lymphosarkom gehörte ebenfalls zu seinen Forschungsgebieten. Er war ein Verteidiger der Rechte der Deutschen Universität Prag. Durch die Förderung des wissenschaftlichen Vereins deutscher Ärzte in Prag und die Redaktion der Prager Ausgabe der „Medizinischen Klinik“ setzte er sich für eine gute fachliche Bildung der deutschen Ärzte in der Tschechoslowakei ein.

  • Werke

    u. a. Zusammenfassender Ber. üb. d. Tätigkeit der v. d. kaiserl. Ak. d. Wiss. in Wien z. Studium d. Pest nach Bombay entsendeten Commission, in: Sitzung d. math.-nat. Cl. v. 20.5.1897, Ak. Anz. XIV (mit H. Albrecht u. R. Müller);
    Über d. Beulenpest in Bombay im J. 1897, in: Denkschrr. d. math.-nat. Cl. d. kaiserl. Ak. d. Wiss. 66, 1898-1900;
    Der primäre Lungenherd bei d. Tuberkulose d. Kinder, 1912;
    Patholog.-anatom. Stud. üb. d. Tuberkulose bei Säuglingen u. Kindern, zugleich e. Btr. z. Anatomie d. lymphogenen Abflußbahnen d. Lungen, in: SB d. kaiserl. Ak. d. Wiss. in Wien, math.-naturwiss. Kl., 122, Abt. III, 1913 (mit B. Roman).

  • Literatur

    L. Aschoff, in: Med. Klinik 31, 1935, S. 1711 (P);
    ders., in: Zieglers Btrr. z. patholog. Anatomie 97, 1936;
    Hübschmann, in: Klin. Wschr. 15, 1936, S. 2;
    F. Hochstetter, in: Alm. d. Ak. d.|Wiss. Wien 86, 1936, S. 257-59;
    G. B. Gruber, in: Münchner med. Wschr. 83, 1936, S. 1569 f.;
    R. Schmidt u. F. Luksch, in: Med. Klinik 32, 1936, S. 918 f.;
    J. Beitzke, in: Dt. Med. Wschr. 62, 1936, S. 907 f.;
    K. Terplan, in: Verhh. d. Dt. Patholog. Ges., 29. Tagung 1936, 1937, S. 355-67 (W-Verz.);
    R. Wiesner, in: Wiener Klin. Wschr. 49, 1936, S. 604-06;
    F. Hamburger, in: Archiv f. Kinderheilkde. 108, 1936, S. 129;
    Fischer.

  • Autor/in

    Manfred Stürzbecher
  • Empfohlene Zitierweise

    Stürzbecher, Manfred, "Ghon, Anton" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 366 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd134008677.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA