Lebensdaten
1838 bis 1925
Geburtsort
Sankt Johannis (Estland)
Sterbeort
Düsseldorf
Beruf/Funktion
Maler ; Historienmaler
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 139363513 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gebhardt, Eduard Karl-Franz von
  • Gebhardt, Eduard von
  • Gebhardt, Eduard Karl-Franz von
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Zitierweise

Gebhardt, Eduard von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139363513.html [17.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Ferdinand (1803–69), Propst u. Konsistorialrat, S d. Bernhard (russ. Adel 1842, 1764-1845), Oberpastor in Reval (S e. Fleischermeisters in Wehlau/Ostpr.), u. d. Christiane Friederike Ploschkus;
    M Minna (1809–80), T d. Großkaufm. Peter von Glehn u. d. Notars-T Sophie Justine Lütkens;
    Vt Oskar (s. 2);
    Kullaoro 1872 Clara (1851–97), T d. Porzellanarbeiters Joh. Gottlieb Jungnick u. d. Henr. Amalie Morien;
    1 S, 2 T;
    E Gebhardt v. Walther (* 1902), Botschafter.

  • Leben

    Die Erziehung G.s im Elternhaus und im Gymnasium zu Reval wurde bestimmt durch die Überlieferung von Reformation und Humanismus. An der Kunstakademie in Sankt Petersburg hat ihn A. A. Iwanow, der unter dem Einfluß der deutschen Nazarener in Rom stand, in seine Kunst eingeführt. Zum andernmal begegnete er 1858 in Düsseldorf dieser deutsch-römischen Malerschule. Sie beherrschte unter Wilhelm Schadow die Akademie. G. wurde ein entschiedenes Gegengewicht auf der Grundlage des Realismus. Die 1. Studienfahrt führte ihn in die Niederlande, wo er Werke der Brüder van Eyck, Quentin Massys' und anderer studierte. Auf Reisen durch Deutschland kam er nach Wien, München und Karlsruhe, wo er ein Jahr die Akademie unter Descoudres besuchte. Nach seiner Rückkehr nach Düsseldorf fand er in Wilhelm Sohn, dem Neffen von Carl Ferdinand Sohn, den ihm gemäßen Lehrer. Dieser, ein hervorragender Bildnismaler, hat in einer kulturgeschichtlich unterbauten Sittenschilderung dem Realismus wieder Geltung verschafft. Der Physiognomik wurde besondere Aufmerksamkeit gewidmet, was G. besonders angesprochen hat. 1874 wurde er an die Kunstakademie Düsseldorf berufen, wo er bis 1912 eine Malklasse betreute. Seit 1872 wirkte dort Eugen Dücker, ein Landsmann, als realistischer Landschaftsmaler. Im Alter von 45 Jahren machte G. seine erste Reise nach Italien. Neben Tizian und anderen Venezianern fesselten ihn Pinturicchios Fresken in den Borgiagemächern des Vatikans und die Sodomas in der Villa Farnesina. Nachdem G. 1863 mit Christi Einzug|in Jerusalem, 1871 mit seinem Abendmahl und anderen Werken unter dem Stern eines kulturgeschichtlichen Realismus der religiösen Kunst neue Wege eröffnet hatte, hat er 1884-91 im spätgotischen Refektorium des ehemaligen Zisterzienserklosters Loccum (Seminar für evangelische Theologen), zu Düsseldorf in der Friedenskirche (1899–1906) und in der Kapelle des Nordfriedhofs Wandgemälde in Kaseïnfarben geschaffen. Die Kunst G.s, der ein guter Bildnismaler war, wurzelte im Bauerntum seiner baltischen Heimat, die er wiederholt aufsuchte, um neue Studien nach diesen wetterharten, ausdrucksvollen Köpfen der Bauern zu machen. Man erkennt sie leicht wieder auch als Gestalten des Lebens Christi in der Taufe, der Bergpredigt in einer mitteldeutschen Frühlings- oder Sommerlandschaft oder als Christ und Nikodemus, Jünger in Emmaus und anderen, in Räumen mit Ausstattung und Menschen in der Tracht des Zeitalters der Reformation. Historienmaler wie Albert Baur und Spätnazarener wie Heinrich Lauenstein schlossen sich G. an. Zu seinen Schülern zählten Maler der evangelischen und katholischen Kirche wie Louis Feldmann, Bruno Ehrich, Wilhelm Döringer, Heinrich Nüttgens.

  • Literatur

    F. v. Boetticher, Malerwerke d. 19. Jh., 1911, S. 360;
    Mälestusnäitusche kunstihoones E. v. G., Reval 1938 (Ausstellung d. estländ. Literar. Ges.);
    ;
    P. Clemen, Erinnerungen an d. Ak. um d. Jh.-wende, in: Jb. d. Staatl. Kunstak. Düsseldorf 1941–44, 1944, S. 31-35;
    ThB;
    Peter v. Gebhardt, Ahnentafel v. E. v. G., in: Ahnentafeln berühmter Deutscher I, 1931.

  • Portraits

    v. H. Crola, 1887 (Düsseldorf, Stadtmus.), Abb. in: Werdemeister IV;
    Selbstbildnis, 1912 (Düsseldorf, Malkasten).

  • Autor/in

    Heinrich J. Schmidt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmidt, Heinrich J., "Gebhardt, Eduard von" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 119-120 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139363513.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA