Lebensdaten
1822 bis 1888
Geburtsort
Prag (Zwonarka bei Prag?)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Mediziner
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119034581 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bamberger, Heinrich (bis 1864)
  • Bamberger, Heinrich von
  • Bamberger, Heinrich (bis 1864)
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Zitierweise

Bamberger, Heinrich von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119034581.html [23.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Jakob B. (1787–1861), Generalagent in Prag;
    M Theresia Henriette (1797–1888), T des Jakob-Josef Dormitzer und der Barbara Raudnitz;
    Gvv Wolfgang Bamberger, Steuer-Directions-Sekretär;
    Gmv Judith Katz;
    Auguste von Ambros-Rechtenberg (1833–1901), T des Hofsekretärs Titus von Ambros und der Klementine von Sartorius;
    1 S, 1 T.

  • Leben

    B. studierte in Prag und Wien, wurde 1851 Assistent an der medizinischen Klinik bei J. von Oppolzer in Prag und Wien, 1854 Professor der speziellen Pathologie und Therapie in Würzburg und kam 1872 als Nachfolger Oppolzers und Vorstand der II. medizinischen Klinik nach Wien, wo er sich als hervorragender Lehrer erwies, aber auch am Krankenbett staunenerregende diagnostische und therapeutische Erfolge aufwies. Seine Forschungsarbeiten galten insonderheit den Erkrankungen des Herzens, der Verdauungsorgane und der Nieren. Naturwissenschaftliches Denken und künstlerisches Handeln waren in ihm in gleich hohem Maße vertreten. B. gründete die „Wiener klinische Wochenschrift“.

  • Werke

    u. a. Lehrb. d. Krankheiten d. Herzens, Wien 1857;
    Die Krankheiten d. Chylopoet. Systems, 21864 (auch ins Holländ. u. Ital, übers.); Üb. Bacon v. Verulam, bes. vom medizin. Standpunkte, in: Festschr. z. 500-Jahrfeier d. Univ. Wien, 1865.

  • Literatur

    ADB XLVI;
    E. Neusser, in: Wiener klin. Wschr. 12, 1899, S. 1084 ff.;
    M. Becker, Das Leben u. Wirken H. v. B.s, Diss. d. med. Ak. Düsseldorf 1937;
    L. Schönbauer, Das medizin. Wien, Wien 21947 (P);
    BLÄ I, 1929, Erg.-Bd. 1935 (L);
    Enc. Jud. III, 1929.

  • Portraits

    Holzschnitt, in: LIZ 91, 1888, S. 533.

  • Autor/in

    Karl Schadelbauer
  • Empfohlene Zitierweise

    Schadelbauer, Karl, "Bamberger, Heinrich von" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 572 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119034581.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Bamberger: Heinrich von B., Professor der medicinischen Klinik in Wien, geboren am 27. December 1822 zu Prag, zu Wien am 9. November 1888, widmete sich dem Studium der Heilkunde in seiner Vaterstadt und erlangte hier 1847 die Doctorwürde. Zu seiner weiteren Vervollkommnung suchte er noch Wien auf und bildete sich hier besonders unter Skoda und Rokitansky fort. Nach Prag zurückgekehrt fungirte er hier zunächst einige Zeit als Secundararzt am allgemeinen Krankenhause in Prag und dann von 1849—50 als Assistent an der medicinischen Klinik. 1851 übernahm er die Stelle als Assistent bei dem mittlerweile von Leipzig nach Wien berufenen Oppolzer und verblieb hier drei Jahre lang, bis er 1854 einem Ruf als Professor der speciellen Pathologie und Therapie nach Würzburg folgte. Als Oppolzer 1872 starb, wurde B. als dessen Nachfolger nach Wien berufen, wo er bis zu seinem Lebensende verblieb. Bamberger's Bedeutung liegt vor allem in seiner anerkannten Lehrthätigkeit, die|ihm einen weit über die Grenzen seiner Wirksamkeit hinausgehenden Ruf verschaffte. Seine akademischen Vorträge zeichneten sich ebenso sehr durch edle, fesselnde, vornehme Sprache, wie durch den geistvollen Inhalt aus. B. besaß in hohem Grade die Gabe, die klinischen Krankheitsbilder klar und präcise zu zeichnen, in der Darstellungskunst am Krankenbette war er ein vollendeter Meister. Zur Hebung des klinischen Unterrichts an der Wiener Universität hat er außerordentlich viel beigetragen; u. a. ist von ihm auch die Berufung Nothnagel's ausgegangen. In wissenschaftlicher und schriftstellerischer Beziehung kommen vor allem Bamberger's Leistungen auf dem Gebiete der Pathologie der Circulationsorgane in Betracht. Seine beiden Hauptwerke sind: „Lehrbuch der Krankheiten des Herzens“ (Wien 1857), „Die Krankheiten des chylopoetischen Systems“ (2. Aufl. Würzburg 1864; auch ins Holländische und Italienische übersetzt). In weiteren, nicht ärztlichen Kreisen wurde B. auch durch seine schöne Monographie über Baco von Verulam (Würzburg 1865) bekannt.

    • Literatur

      Biogr. Lex. I, 278.

  • Autor/in

    Pagel.
  • Empfohlene Zitierweise

    Pagel, Julius Leopold, "Bamberger, Heinrich von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 46 (1902), S. 192-193 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119034581.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA