Lebensdaten
1527 bis 1612
Geburtsort
Ortrand (Lausitz)
Sterbeort
Eisleben
Beruf/Funktion
Buchdrucker
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 115801103 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kaubisch, Urban
  • Gubisius, Urban
  • Gaubisch, Urban
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Zitierweise

Gaubisch, Urban, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd115801103.html [17.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Alexius;
    M Ursula Parix;
    1) 1551 Margarethe Niederstedt, 2) n. 1565 Barbara Geßmann aus O.; Schwager d. 1. Frau Jak. Bärwald ( 1570), Drucker (s. NDB I);
    S aus 1) Jakob d. Ä. (1563–1616), 1585 Geselle in Leipzig, ab 1589 Faktor dort bei Zacharias Bärwald, übernahm 1604 d. väterl. Druckerei, s. Wwe (Maria Salzbrunner) heiratete 1618 d. Drucker Peter Kühne ( 1627), S aus 2) Elias (1575–1633), leitete 1628-33 d. Druckerei;
    E (S d. Jakob d. Ä.) Jakob d. J. (1614–63), führte ab 1637 d. Druckerei, s. Wwe (Elisabeth Seyffart) heiratete 1666 d. Drucker Andreas Koch aus Glückstadt.

  • Leben

    G. war von seinen Eltern in das Augustinerkloster in Großenhain gegeben worden, das er bei der Einführung der Reformation dort 1539 mit den anderen Insassen verließ. Nach einer Lehrzeit bei dem Drucker Jakob Bärwald in Leipzig ging er auf Wanderschaft (darunter SS 1551 in Frankfurt/Oder), kehrte 1551 nach Leipzig zurück und arbeitete wieder bei seinem Lehrherrn. 1554 beriefen ihn die Grafen von Mansfeld als Drucker nach Eisleben. Sein Lehrherr und Schwager Bärwald richtete ihm die Druckerei ein. G. druckte zuerst auf dem Graben, dann in der Neustadt „in der Borngasse zu S. Annen“, auch zeitweise auf dem Eisleber Schloß. 1576-78 druckte er in Halle, und zwar in dem Vorort Oberglaucha. Seine Eisleber Offizin scheint in diesen Jahren geruht zu haben. Alterswegen überließ er 1604 seinem Sohn Jakob die Druckerei. - Neben den amtlichen Drucksachen für die Stadt hat G. 2 von J. Aurifaber 1564/65 herausgegebene Ergänzungsbände zu Luthers Wittenberger und Jenenser Gesamtausgaben und 1566 die 1. Ausgabe von dessen Tischreden sowie weit über 100 Drucke von Cyriacus Spangenberg, Michael Celius, Erasmus Sarcerius, Hieronymus Menzel und anderen neben einigen Ausgaben der Teufelsliteratur herausgebracht.

  • Literatur

    ADB VIII;
    Ch. Schleupner, Lpr., Eisleben 1616 (P);
    H. Rembe, Gesch. d. Buchdruckerkunst d. Stadt Eisleben, in: Zs. d. Harzver. f. Gesch. u. Altertumskde. 18, 1885, S. 421-54, 19, 1886, S. 362 ff.;
    C. Menzel, Zur Gesch. d. Buchdruckerkunst in Eisleben, ebd. 21, 1888, S. 439-41;
    K. Rühlemann, Die Schneidersche Buchdruckerei zu Eisleben …, in: Mansfelder Bll. 33, 1921, S. 52-80;
    J. Benzing, in: Gutenberg-Jb., 1939, S. 207 f.;
    H. Grimm, in: Archiv f. Gesch. d. Buchwesens 2, 1960, S. 520 ff;
    Benzing, Buchdrucker2. - Zu S Jakob d. Ä.:
    N. Bertram, Lpr., Eisleben 1617;
    - zu E Jakob d. J.:
    Joh. Mayer, Lpr., ebd. 1663.

  • Portraits

    in: H. Menzel, Kirchen Agenda, Eisleben b. U. Gaubisch 1580, u. Ch. F. Geßner, Die so nöthig als nützliche Buchdruckerkunst u. Schriftgießerey, T. 1, Leipzig 1740, zw. S. 96 u. 97.

  • Autor/in

    Josef Benzing
  • Empfohlene Zitierweise

    Benzing, Josef, "Gaubisch, Urban" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 94 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd115801103.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Gaubisch (Gubisius): Urban G., wurde zu Ortrand in Sachsen, im Kreise der Stadt Meißen 1502 geboren. Sein Vater hieß Alexius G.; seine Eltern hielten ihn zu fleißigem Schulbesuch an, da aber der Vater frühe starb, sah sich die Mutter bald genöthigt ihren Sohn in das Augustinerkloster zu Hain zu thun, wo er bis 1539 blieb. Um diese Zeit fing die Reformation zu Meißen an und G. floh mit einem anderen Ordensbruder aus dem Kloster. Da fügte es sich, daß Luther ihn kennen lernte und ihn mit nach Leipzig nahm. Hier trat G. auf Luthers Veranlassung in die Druckerei von Jacob Berwald (s. Bd. II S. 554) ein, um die Buchdruckerkunst kennen zu lernen. Er begriff diese Kunst sehr bald und ging, nachdem er sie vollständig ausüben gelernt hatte, auf Reisen. Um die Zeit der Magdeburgischen Belagerung, also im J. 1551, verfügte G. sich wieder nach Leipzig, wo er von 1551—55 druckte, und seines Lehrherren Jacob Berwald's Schwägerin, Margarethe Niedersteter, ehelichte. Bald darauf erhielt er einen Ruf vom Grafen und Herren von Mansfeld, sich nach Eisleben zu begeben und dort eine Buchdruckerei zu errichten. Unterdessen war seine erste Frau gestorben und er heirathete im J. 1566 eine Tochter des Simon Gaßmann, eines Rathes der Stadt Ortrand, seiner Geburtsstadt. Aus diesen beiden Ehen hatte er 9 Söhne und 4 Töchter. Hier in Eisleben blühte seine Buchdruckerei ganz besonders. Er druckte unter Anderem die beiden ersten Theile der Gesammtausgabe von Luthers Schriften (1564. 1565), sowie 1566 die erste Ausgabe von Luthers Tischreden. Schon bei Lebzeiten übergab er seine Buchdruckerei an seinen Sohn Jacob. Auch zu Halle a./S. hatte er um das J. 1578 eine Filialdruckerei errichtet, doch scheinen aus derselben keine bedeutenden Werke hervorgegangen zu sein, auch hat sie nicht lange bestanden. Nach dem Augsburger Meßkatolog, Herbstverzeichniß 1578 ist aufgeführt: „Deß heyligen Catechismi oder Layen Bibel, nutz vnd hoheit. Auß den Geistreichen Büchern D. Martini Lutheri deß Manes Gottes, in Frage vnd Antwort verfasset durch M. Conradum Porta, Pfarrheren zu Eißleben. 8. zu Hall in Sachsen bey Urban Gaubisch. 1578.“ Er starb im 90. Jahre seines Alters im J. 1592 hoch geachtet und geehrt.

    Vgl. Geßner, Buchdruckerkunst I, S. 97. 98. Falkenstein, Geschichte der Buchdruckerkunst, S. 182. Schleupner, Leichenpredigt etc. Schwetschke, Buchdruckergeschichte von Halle, S. 50, 51.

    Jakob G. (Gubisius), Sohn des vorgenannten Urban G., war Buchdrucker zu Leipzig, wo er von 1600—11 die Berwald'sche Buchdruckerei fortsetzte und dann nach Eisleben ging, um die schon seit dem J. 1592 mitbesessene Buchdruckerei seines Vaters auf eigene Rechnung nach dessen Tod weiterzuführen. Ueber sein Leben ist nichts zu berichten, auch scheint seine Thätigkeit von keinem großen Belang gewesen zu sein.

    • Literatur

      Vgl. Gräße, Lehrbuch der Literaturgeschichte, III. Band, I. Abtheil. S. 172.

  • Autor/in

    Kelchner.
  • Empfohlene Zitierweise

    Kelchner, Ernst, "Gaubisch, Urban" in: Allgemeine Deutsche Biographie 8 (1878), S. 418-419 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd115801103.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA